PJ-Tertial Visceralchirurgie in Klinikum Fuerth (12/2015 bis 4/2016)

Station(en)
31+29
Einsatzbereiche
Notaufnahme, OP, Station
Heimatuni
Erlangen
Kommentar
Eines vorweg: ein Tertial in der Chirurgie I kann ich nur abraten!

In der Chirurgie I ist man das, was man sich unter einem PJler vorstellt... ein Sklave. Aber von Anfang an. Am ersten Tag wurde man vom ltd. Oberarzt auf eine der beiden Stationen zugeteilt. Es gibt eine eher Gefäßlastige und eine Bauchlastige Station. Die Gefäßstation ist entsprechend mit Gefäßwracks, die Bauchstation mit Tumoren jeglicher Art aufgefüllt. Die Arbeit beginnt um 7:00 Uhr mit dem Morgengebet im Seminarraum. Anschließend besprechen sich die PJler nochmal eigenständig und teilen sich die OPs auf, da die eigenen Namen auf dem OP Plan nicht auftauchen, sondern nur Pseudonyme wie "Student Station 29 etc.". Die offizielle Begründung dafür war (ohne Scheiß), dass man das anonymisiert halten möchte, damit der PJler im Zweifelsfalle nicht vor Gericht aussagen muss. Aha ... Wenn mans nötig hat. Das hat aber auch zum Nachteil, dass man eigentlich nie bei seinem Namen angeredet wird. Der Vorteil ist, dass man sich auch gut wegducken kann, wenn man mal keine Lust hat. Der OP plan ist mal leer, mal überplant. Da es hinten raus öfters knapp wurde, wurde ein Spätdienst eingerichtet. Der Spätdienst ist zwar nicht mit der Studienordnung konform (es handelt sich schließlich um Nachtarbeit), ist aber hin und wieder ganz angenehm, da man mal von der eigenen Station wegkommt und sich die Notfälle anschauen darf. Das nervige ist, dass man spätestens nach dem zweiten laparoskopischen Blinddarm keine Lust mehr hat, da PJler bei kleinen Laparoskopien eigentlich nicht assistieren, sondern auf den Bildschirm starren.
Die Stimmung im OP ist eigentlich gut. von den Oberärzten sind 2 echt in Ordnung, der Chefarzt ist auch sehr nett, der ltd. OA ist extrem launisch, hier sollte man OPs einfach meiden. Gut ist, dass man auch von einem bezahlten Hakenhalter unterstützt wird. Dieser nimmt quasi die Reste, die bei der Aufteilung übrig geblieben sind.
Auf der Station ist die Stimmung Okay, die Assistenzärzte haben aber eigentlich wenig Lust auf PJler und sind stinkfaul. Beispiel: Wenn auf der Gefäßstation ein ABI oder eine Blutentnahme gemacht werden muss und sich kein PJler im Arztzimmer aufhält, wird erstmal die gesamte PJ-Telefonliste abtelefoniert. Wenn sich dann immer noch kein Opfer gefunden hat, wird es entweder auf den Spätdienst hinausgeschoben oder aber tatsächlich von den Ärzten erledigt. In der Zeit, die dafür aufgewendet wird, hätte man das wahrscheinlich selber auch schneller erledigt. Die Visite ist ein schlechter Scherz. Der erste ist schon raus aus dem Zimmer, ehe der Letzte erst drin war. Drehtürvisite quasi. Eine Oberarztvisite gibt es nicht, oder nur nach Laune der Oberärzte; jedenfalls nicht regelmäßig. Heißt, die Visite wird von den Assistenten durchgeführt (lustig, dass auf der Gefäßstation kein Facharzt ist). Zu der Visite kommt man als PJler aber auch nur selten, da erwartet wird, dass das Blut zuerst abgenommen wird. Meistens ist nicht viel Blut abzunehmen, aber da die Station ist in der Regel nach spätestens 30 Minuten visitiert ist, kommt man zu spät ...
Positiv kann man erwähnen, dass man eigentlich immer früh rauskommt. Es hat zwar ein bisschen Erziehungsarbeit gebraucht, um den Ärzten zu vermitteln, dass man nicht für die Eventualität einer Blutentnahme oder eines ABIs sich eine Stunde den Arsch plattsitzt, aber manchmal muss man auch dreist gehen. Was immer vergessen wird ist, dass wir nicht als Arbeitskraft dort sind. Wenn man als PJler etwas fordert, hat man aber trotzdem das Gefühl, man rennt gegen Windmühlen.

Es ist letztlich jedem selbst überlassen, ob er von Erlangen nach Fürth pendeln möchte. Mir persönlich wären es die 350€ im nachhinein nicht wert, dort jeden morgen um 7 auf der Matte zu stehen. Dann verzichte ich lieber auf das Geld, spare mir den Pendelstress, und schlafe ein wenig länger, weil eines ist sicher. Schlechter kann das Klinikum Erlangen nicht sein ...
Bewerbung
Über das Bewerberportal der Uni Münster/Erlangen/Jena
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Sonst. Fortbildung
Repetitorien
Tätigkeiten
Rehas anmelden
Briefe schreiben
Mitoperieren
Notaufnahme
Braunülen legen
Botengänge (Nichtärztl.)
Blut abnehmen
Patienten aufnehmen
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Kleidung gestellt
Essen frei / billiger
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Mittagessen regelmässig möglich
Gehalt in EUR
350

Noten

Team/Station
4
Kontakt zur Pflege
3
Ansehen des PJlers
6
Klinik insgesamt
4
Unterricht
3
Betreuung
5
Freizeit
2
Station / Einrichtung
2
Gesamtnote
4

Durchschnitt 3.8