Das PJ-Tertial der Innere Medizin war sehr gut. Als damals einziger PJ-ler, was viele OÄ und CÄ schade fanden, konnte ich mir meinen Einsatz quasi frei aussuchen.
Die PJ Zeit gliederte sich in je 1/3 Gastroenterologie (Station 43 + Diagnostik/Funktion), 1/3 Notaufnahme und 1/3 Kardiologie (Station, Aufnahme, Funktion) auf.
Insgesamt war die Arbeit im Team der Ärzte sehr angenehem. Trotz hoher Arbeitslast konnte täglich ein Thema besprochen werden. Eine Zeit lang fand in dem Bereich der Gastroenterologie Ausbildung direkt mit dem zugeteilten OA statt , diese erfolgte dann während der (Intensiv-)Visite oder bei der Diagnostik (Sono, Endo/Endosono, ERCP, Kolo). Wenn Fragen nicht beantwortet werden konnten durften diese Problemlos nachbearbeitet werden oder Themen für die nächste Visit vorbereitet werden. Im Team der Stationsärzt*innen bekam man einen/eine Stationärztin/Stationsarzt zugeteilt, quasi 1:1 Betreuung. Trotz vieler Hospitanten gab es ausreichend Anleitung und zusätzlic zunehmend mehr eigene Patienten bei denen Konzepte entwickelt wurden, Mittags erfolgte eine Besprechung mit dem Chefarzt. Abschließend musste der Arztbrief verfasst werden. Blutentnahmen oder Viggos waren aufgrund eines eigenen Blutentnahme-Teams eine Seltenheit, wer wollte konnte jederzeit Viggos legen oder arteriell Blut abnehmen.
In der Notaufnahme wurde selbstständig gearbeitet, der ltd. OA oder CA supervidierten und waren stets per Telefon oder vor Ort erreichbar. Von der Aufnahme oder Übergabe bis zur Verlegung auf Station durfte ich alle Schritte selbst übernehmen. Jeder Fall wurde abschließend besprochen. Neben Viggos und Arterien wurden auch Maßnahmen wie Pleuradrainagen unter Anleitung und Aufsicht durchgeführt.
Die Kardiologiezeit war überwiegend Stationsarbeit. Je nach Arbeitspensum wurden 8-12 Patienten mir zugeteilt. Hier erfolgten tägliche Visiten mit dem ltd. OA der Kardiologie. Auch war es jederzeit Möglich ins HKL zu gehen oder Echos/TEEs mitzumachen, vorausgesetzt die Stationsarbeit war erledigt. Pro Tag erfolgten 1-3 elektive Aufnahmen, die man sich mit einem AA oder einer AÄ aufteilte, abschließend kam der CA oder ltd. OA dazu.
Der PJ Unterricht fiel leider oft aus. Studientage oder spontan frei bei Bedarf waren nach Rücksprache möglich. Eher flache Hirarchien und sehr gutes Lernklima.