Privatstation, Allgemein und Unfallchirurgie, Notaufnahme
Einsatzbereiche
Notaufnahme, OP, Station
Heimatuni
Berlin
Kommentar
Ich kann ein Tertial in der Chirurgie im SJS sehr empfehlen!
Es gibt nur ein Team für Unfall- und Allgemeinchirurgie, sodass man über die vier Monate hinweg ausreichend Zeit hatte, in das Team gut integriert zu werden, sich einzuarbeiten und aktiv am Stationsalltag teilzunehmen. Das Team ist insgesamt sehr freundlich, und die meisten Kolleg*innen sind engagiert, Wissen weiterzugeben. Der Chefarzt ist zwar manchmal fordernd, was jedoch auch dazu beiträgt, dass man viel lernt. Es gibt sowohl eine Privat- als auch eine Normalstation.
Der Arbeitstag beginnt um 7:30 Uhr mit der Morgenbesprechung; auf der Privatstation startet man bereits um 6:45 Uhr aufgrund der Chefarztvisite. Danach ging es entweder auf Station oder in den OP. Während meines Tertials hatten auf der Normalstation viele neue Assistenzärztinnen begonnen, die zwar sehr nett, aber noch relativ unerfahren waren. Auf der Privatstation konnte ich viel lernen, lief auf Visite mit und machte typische Aufgaben wie Zugänge legen, Drainagen ziehen, Verbandswechsel oder Arztbriefen schreiben. Durch den Einsatz auf derselben Station hatte ich einen guten Überblick über die Patient*innen und konnte fachlich viel mitnehmen. Meine Unterstützung wurde immer wertgeschätzt.
Wie viel Zeit man im OP verbringt, hängt stark von der Anzahl der PJer*innen ab. Über mehrere Wochen waren wir nur zu zweit, sodass ich häufig im OP eingesetzt war, was mir persönlich sehr gefallen hat. Die Atmosphäre dort war angenehm, und die Oberärzt*innen waren bemüht, Inhalte zu vermitteln. Auch die Zusammenarbeit mit den OTAs habe ich als sehr freundlich und kollegial erlebt.
Das chirurgische Spektrum umfasst vor allem die Viszeralchirurgie (Darm-, Pankreas-, Magen- und Leberchirurgie), Schilddrüsenchirurgie sowie Unfallchirurgie, (schmaleres Spektrum, vor allem Plattenosteosynthesen und Prothesen). Man konnte an einem Tag sehr unterschiedliche Eingriffe sehen und assistieren. Als später mehr PJer*innen dazukamen, hatte ich häufiger die Gelegenheit, auch bei anderen OPs dabei zu sein und vor allem war ich ein paar Wochen in der ZNA. Dort konnte ich eigenständig Patient*innen aufnehmen und betreuen sowie praktische Fertigkeiten erlernen (Kopfplatzwunden versorgen, Gipsverbänden anlege, Sono üben). Auch in der ZNA war das Team sehr engagiert und offen dafür, möglichst viel zu vermitteln.
Gemeinsam mit den anderen PJer*innen und häufig auch mit den Assistenzärzt*innen waren wir täglich in der Mitarbeiterkantine, was super war.
Die PJ-Fortbildungen in Gynäkologie, Chirurgie, Innerer Medizin, Anästhesie und Radiologie waren inhaltlich gut, fanden in diesem Zeitraum jedoch bis auf dem radiologischen Unterricht leider nur unregelmäßig statt.
Es gibt die Möglichkeit im Wohnheim des Krankenhauses kostenlos untergebracht zu werden. Die Wohnungen sind wohl sehr gut und es ist sicherlich nett, wenn man dort mit anderen PJer*innen zusammen ist.
Insgesamt werde ich eine sehr gute Erinnerung an meinem Chirurgie-Tertial im SJS haben und kann es daher wärmstens empfehlen!