PJ-Tertial Allgemeinmedizin in Praxis (11/2025 bis 3/2026)

Station(en)
Gemeinschaftspraxis im Bayerwald
Heimatuni
LMU Muenchen
Kommentar
Ich war bereits während meiner Famulatur und meines Blockpraktikums in der Gemeinschaftspraxis im Bayerwald am Standort Auerbach und weil es mir so gut gefallen hat, bin ich für mein Praktisches Jahr wieder gekommen.

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit meiner Entscheidung. Eine bessere Betreuung kann man sich eigentlich kaum wünschen: Das Ansehen der PJler ist sehr hoch, einem wird sehr viel zugetraut und man kann eigenständig Patienten betreuen. Selbstverständlich erfolgt dies vor allem zu Beginn in Absprache mit einem Arzt, aber hier lernt man meiner Meinung nach, selbst Entscheidungen zu treffen und das ärztliche Denken. Während meines Tertials war zudem ein Arzt in Weiterbildung in seinem ersten Jahr dort, der bereits viel Wissen hatte und sich viel Zeit genommen hat, mir einiges zu erklären.

Gestartet hat mein Tag immer um 8 Uhr zur Öffnungszeit der Praxis. Meist waren schon die ersten Patienten da und man konnte sich direkt einen aussuchen. Da in einer Hausarztpraxis alles zusammenkommt, lernt man hier für alle Fachrichtungen etwas. Vor allem körperliche Untersuchung im Bereich der Neurologie, Gastroenterologie oder Orthopädie konnte ich sehr gut wiederholen und mein eigenes Schema festlegen, weil man tagtäglich viele Patienten sieht und untersucht. Darüber hinaus habe ich im Rahmen der Checkup Untersuchungen sehr viel Sono geübt. Teilweise hatte ich dafür einen ganzen Vormittag Zeit. Die Patienten sind auch sehr geduldig und freuen sich eher, wenn ein Student sie untersucht. Natürlich gab es viele Grippepatienten, aber es sind auch einige sehr interessante Fälle dabei. Gerade im Bayerischen Wald ist der Hausarzt nach wie vor die erste Anlaufstelle und die Menschen kommen einem mit sehr viel Dankbarkeit und Wertschätzung entgegen.

Die Mittagspause war immer sehr lange: In Auerbach waren wir fast immer pünktlich um 12 Uhr mit dem Vormittag fertig und ich bin nach Hause gefahren. Am Montag gab es dann in der Pause eine Fortbildung (zum Beispiel Thema Hypertonus, Schwindel und andere relevante Themen für die Hausarztpraxis), am Dienstag und Donnerstag immer eine Fallbesprechung, bei der man auch einen Fall vorstellen konnte, bei dem man nicht weiter weiß. Allgemein wird man aber nie unter Druck gesetzt. Es wird schon erwartet, dass man motiviert ist und sich einbringt, allerdings erfolgt alles immer sehr auf Augenhöhe und man arbeitet sehr gerne in dem Team. Den Rest der Pause habe ich entweder zum Nachschlagen von Themen genutzt oder bin in der schönen Gegend spazieren gegangen.

Nachmittags ging es dann um 16 noch einmal für 2 Stunden weiter. Die Zeit verfliegt dann immer sehr schnell und um 18 Uhr ist dann Schluss. Am Mittwoch hatten wir dann nachmittags frei, um zu lernen, wobei das nicht wirklich kontrolliert wurde. Am Freitag war dann auch immer um 12 Uhr Schluss.

Ein Highlight war noch die Hospitation für 3 Tage in der Asklepios Rehaklinik Schaufling: Wir wurden vom Chefarzt persönlich durch das ganze Haus geführt, konnten bei verschiedenen Anwendungen wie Rückenübungen, Hydrojet Massage, Kochkurs etc mitmachen. Der Chefarzt hat uns auch noch einen Sonokurs für Gelenkultraschall gegeben. Alle hießen uns sehr willkommen und gaben sich große Mühe.

Die Unterkunft ist auch wirklich sehr schön: Sie liegt in Kirchberg im Wald am Berg oben und man hat einen unglaublich schönen Ausblick und unvergessliche Sonnenauf- und -untergänge. Ich war in der kleinen Wohnung mit einem Schlafzimmer und habe mich sehr wohl gefühlt. In der gegenüberliegenden Wohnung waren auch noch andere PJler und es war ein natürlich super schön, dass man einfach rübergehen konnte, um gemeinsam zu kochen oder einen Tee zu trinken. Wer gerne wandern geht, langläuft oder im Sommer Rad fährt, der findet hier auf jeden Fall auch seinen Spaß.
Da man doch aber auf dem Land lebt, sollte man ein Auto haben, die Öffis sind hier leider eigentlich nicht vorhanden und die Praxen sind in unterschiedlichen Dörfern. Im Winter ist es vor allem von Vorteil, sich sicher mit dem Auto zu fühlen, es gab schon den ein oder anderen Schneefall :)

Insgesamt kann ich das Tertial dort auf jeden Fall empfehlen. Egal, welche Fachrichtung man einmal anstrebt: Hier lernt man, was Medizin den Menschen wirklich bedeutet und sieht Fälle jeder Fachrichtung. Außerdem hat man hier eine 1 zu 1 Betreuung und fühlt sich wirklich als Teil des Teams.
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Sonst. Fortbildung
EKG
Fallbesprechung
Prüfungsvorbereitung
Patientenvorstellung
Bildgebung
Tätigkeiten
Eigene Patienten betreuen
Patienten untersuchen
Chirurgische Wundversorgung
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
17:00 bis 18:00 Uhr
Studientage
1x / Woche frei
Tätigkeiten
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Unterkunft gestellt
Gehalt in EUR
einmalig 5200 Euro von der KVB-Förderung praktischesJA

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
1
Unterricht
1
Betreuung
1
Freizeit
1
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
1

Durchschnitt 1