PJ-Tertial Anästhesiologie in Krankenhaus Agatharied (11/2025 bis 3/2026)

Station(en)
OP, Intensivstation
Einsatzbereiche
Station, OP
Heimatuni
LMU Muenchen
Kommentar
Ich habe mein Anästhesie-Tertial im Krankenhaus Agatharied gemacht und mir hat es dort sehr gut gefallen. Es sind alle wahnsinnig nett, man darf sehr viel selber machen und es wird viel und vor allem auch sehr gut erklärt. Volle Empfehlung! :-)

Orga/ Erster Tag:
Ungefähr vier Wochen vor Tertialbeginn bekommt man eine E-Mail von der Personalabteilung. Am ersten Tag in der Früh trifft man sich dann mit der Sekretärin der Anästhesie, von ihr bekommt man Schlüssel, Telefon, Mitarbeiterkarte und eine Erklärung, wo man seine Kleidung abholt. Ich wurde davor auch gleich mit in die Frühbesprechung genommen. Danach gab es erstmal eine Tour durchs ganze Krankenhaus, OP und Intensivstation vom PJ-Beauftragten Oberarzt selbst. Ich habe mich direkt willkommen gefühlt und die Orga am ersten Tag hat auch ziemlich reibungslos funktioniert. Als kleinen Tipp kann ich empfehlen, nochmal explizit nach einem Computerzugang zu fragen, da gab es bei mir anfangs ein kleines Missverständnis, aber ich habe dann später einen erhalten. Aber ansonsten habe ich alles Wichtige problemlos am ersten Tag bekommen.

OP:
Man ist 12 Wochen im OP und 4 Wochen auf der chirurgischen Intensivstation eingeteilt. Im OP konnte ich immer ziemlich frei entscheiden, in welchen Saal ich gehen wollte und mir so die spannendsten Sachen aussuchen, das war sehr cool. Die Lernkurve ist vor allem am Anfang sehr steil. Man darf maskenbeatmen, LAMAs legen, endotracheal intubieren, lernt viel über die verschiedenen Medikamente, Beatmungsformen und Narkoseführung im Allgemeinen, sowie über die physiologischen Hintergründe in der Anästhesie. Immer wieder gibt es auch periphere Nervenblöcke zu stechen und Arterien oder ZVKs zu legen. Das Ziel für die Zeit im OP ist, dass man selbstständig kleinere Narkosen machen kann, und darauf wird man auch vorbereitet. Es wird sehr viel erklärt, und besonders hat mir gefallen, dass man von Anfang an aktiv eingebunden wird und nie das Gefühl hat, nur danebenzustehen. Sowohl AnästhesistInnen als auch die Anästhesiepflege sind alle super nett und die Stimmung im OP ist gut, das ist ja auch wichtig. :-)

Intensivstation:
Die letzten vier Wochen war ich auf der chirurgischen Intensivstation eingeteilt. Tagsüber sind dort meistens drei ÄrztInnen, eine Oberärztin von der Anästhesie und zwei Assistenten, eine/r von der Chirurgie und eine/r von der Anästhesie. Nach der Frühbesprechung werden alle Patienten untersucht, da kann man als PJler ein paar Patienten übernehmen. Danach geht es auf Visite, und die ist ein echtes Highlight. Alle Patienten werden strukturiert besprochen und gemeinsam ein sinnvoller Therapieplan entwickelt, man kann jederzeit Fragen stellen und vor allem gibt es seeehr viel gutes Teaching für Assistenzärzte und PJler! Es wird viel praxisrelevantes Wissen vermittelt, und der Oberärztin ist wirklich wichtig, dass man Zusammenhänge etwa bei Antibiotikatherapien, Dialyse etc. versteht. Ich hatte viele Aha-Momente. ;-) Manchmal wird man auch etwas abgefragt, aber es ist eine sehr entspannte und positive Lernatmosphäre und bei mir persönlich blieb es dann auf jeden Fall viel besser hängen. Generell sind die Hierarchien recht flach und es gibt eine große gegenseitige Wertschätzung im Team. Ich fand es auch schön, dass man selbst als „kleiner“ PJler z.B. bei schwierigen Fragen zu Therapiezieländerung gefragt wird, ob man denn auch einverstanden ist mit der Entscheidung. Nachmittags werden dann ToDos abgearbeitet wie z.B. Arterien oder ZVKs legen, das kann man auf der Intensivstation nochmal sehr gut lernen/ üben. Meiner Meinung nach lohnt es sich auch, ein paar Tage im Spätdienst zu kommen, da gibt es meistens mehr Aufnahmen und praktische Tätigkeiten.

Wohnheim:
Das Wohnheim ist schön und direkt neben dem Krankenhaus. Die Zimmer sind Apartments mit abgetrennter Küche, Flur, eigenem Bad und Balkon. Die Küche ist gut ausgestattet, und theoretisch kann man sich Krankenhausbettwäsche und Handtücher ausleihen. Die meiste Zeit habe ich mir das Apartment mit einer Mit-PJlerin geteilt (man schläft dann im gleichen Raum), aber das war ganz cool, wir haben uns super verstanden und oft Spieleabende gemacht oder zusammen gekocht.

Freizeit:
Der Freizeitwert von Agatharied ist natürlich super, direkt an den Bergen und am Schliersee, aber auch nur 40 Minuten von München weg mit dem Zug. Wenn man ein bisschen outdoor-begeistert ist, wird es dort garantiert nicht langweilig! :-)
Bewerbung
Ich habe den Platz ganz unkompliziert über das PJ-Portal gebucht. Wenn man ein Wohnheimzimmer braucht, sollte man das möglichst früh anmelden, da die Plätze im Wohnheim begrenzt sind.
Unterricht
4x / Woche
Inhalte
Patientenvorstellung
Nahtkurs
Prüfungsvorbereitung
Fallbesprechung
Sonst. Fortbildung
Repetitorien
Tätigkeiten
Patienten aufnehmen
Punktionen
Patienten untersuchen
Briefe schreiben
Eigene Patienten betreuen
Braunülen legen
Blut abnehmen
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
16:00 bis 17:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Unterkunft gestellt
Mittagessen regelmässig möglich
Essen frei / billiger
Kleidung gestellt
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Gehalt in EUR
400€ + Unterkunft oder Fahrtkostenerstattung

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
1
Unterricht
1
Betreuung
1
Freizeit
1
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
1

Durchschnitt 1