Die Radiologie in Kempten kann ich für alle weiterempfehlen, die an Radiologie interessiert sind!
Grundsätzlich ist es eine Selbstverständlichkeit, dass man selbstständig arbeitet und nicht nur über die Schulter guckt. In jedem Bereich bekommt man seinen eigenen Arbeitsplatz, schreibt Befunde und bespricht sie dann mit dem zuständigen OA, der die Befunde dann freigibt.
Die Zeit in der Abteilung ist ungefähr eine Mini-Version der Facharztausbildung.
Man fängt mit einem Monat ZNA an, wo man Röntgen und CTs befundet und sich auch immer die Schockräume angucken kann, in Kempten sind das im Winter natürlich ganz viele Skiunfälle, aber auch viel neurologisches, wo ich persönlich mein Wissen nochmal aufwerten konnte.
Danach geht es ins CT, dort war ich wegen der Feiertage nicht so lang, aber dort hat man auch mal kurzzeitig Patientenkontakt bei Aufklärungen oder CT-gesteuerten Punktionen. Kleine Highlights waren, dass ich dort auch ein paar Mal meine eigenen PRTs und Facettengelenksinfiltrationen durchführen durfte.
Danach geht es einen Monat in die MRT. Man kommt auch schnell rein und ist auch echt eine geschätzte Unterstützung. cMRTs und Wirbelsäulen MRTs sind da das häufigste, aber auch alles seltenere kann man sich über 4 Wochen ganz gut anschauen.
Danach ist offiziell ein Monat Angio angedacht. Da in der Zeit einer der Assistenzärzte eingearbeitet wurde, waren die Möglichkeiten am Tisch zu stehen begrenzt. Dazu muss man aber sagen, dass auch während der gesamten 4 Monate immer wieder die Möglichkeit bestand, zu assistieren, also habe ich in trotzdem viele verschiedene Angios gesehen und assistiert.
Grundsätzlich sind alle Mitarbeiter von MTRAs bis Chef per Du, sind super nett und erklären gerne. Bei manchen muss man mehr nachfragen, damit sie erklären, aber man findet schnell heraus, bei wem man etwas nachbohren muss. Andere erklären dafür super viel von sich aus, man sitzt auch eigentlich immer mit einem AA zusammen in einem Raum, man kann also auch immer seine Fragen stellen, bevor die Oberärzte zum besprechen kommen.
Es gab pro Woche 2-4 mal interdisziplinären Unterricht, der war auch meistens gut.
Mittagessen gibt es kostenlos und es gibt einen inoffiziellen PJler Tisch in der Caféteria, wo wir immer gemeinsam gegessen habe. Das Essen ist für eine Klinikmensa in Ordnung.
Man bekommt in Kempten Gehalt, sowie die Unterkunft gestellt. Es gibt WGs und das PJ-Haus. Ich war im PJ-Haus, dort gibt es 3 Stockwerke mit jeweils einer 6-er WG. Wir waren den großen Teil meines Tertials nur zu fünft, aber auch zu sechst geht es echt gut. Fast alle Zimmer haben ihr eigenes Waschbecken, es gibt 2 Duschen und insgesamt 3 WCs pro Stockwerk.
Die oberen 2 Stockwerke sind etwas frischer renoviert, aus dem Erdgeschoss habe ich gehört, dass das Bad nicht ganz so schön sein soll. Die Küchen sind dafür aber top ausgestattet. Zur Klinik sind es ca. 15 min mit dem Fahrrad, wenn man Auto fahren möchte, gibt es kostenlose Parkplätze für Mitarbeiter und es gab auch immer wieder Fahrgemeinschaften, schneller ist man morgens in der Rushhour aber nicht.
Bei uns waren ausnahmslos alle wegen der Berge in Kempten zum PJ, also hat man, wenn man etwas unternehmen wollte, immer jemanden gefunden, der mitkommt. Es sind gleichzeitig ca. 25 PJler in Kempten, in der Radiologie ist man aber der/die einzige.