PJ-Tertial Notfallmedizin in Mitchells Plain Hospital (12/2025 bis 2/2026)

Station(en)
Notaufnahme
Einsatzbereiche
Notaufnahme
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Ich kann jedem, der die Möglichkeit hat, in die Notaufnahme vom Mitchels Plain Hospital zu gehen, nur dazu raten!
Die Zeit dort vergeht extrem schnell und ist vollgepackt mit super spannender Arbeit im Krankenhaus und natürlich viel Freizeitstress in Kapstadt! Im Gegensatz zu den meisten anderen PJ-Stellen in Kapstadt kann man hier tatsächlich viel mitanpacken und wird gebraucht - das motiviert sehr!
Bevor man am MPH in der Notaufnahme anfängt, wird man einem von vier Teams zugeteilt. Jedes Team arbeitet innerhalb von drei Wochen jede Tag- und jede Nachtschicht einmal durch (+ zwei Spätschichten) und hat danach eine Woche frei. Jede Schicht dauert (theoretisch) 13-14 Stunden, die Nächte werden auch komplett durchgearbeitet - es gibt nicht mal Betten. Das klingt viel und ist es definitiv auch. Allerdings gilt das definitiv nicht für PJler! Ich durfte, wenn ich wollte, immer früher gehen und auch mal eine Woche zusätzlich wegen Urlaubsplänen zu fehlen war völlig in Ordnung. Das Wichtigste ist, dass man das offen abklärt und sich grundsätzlich motiviert zeigt, dann war das nie ein Problem. Generell ist es den Leuten sehr wichtig, dass man sich gut ins Team integriert, da man ja wirklich viel Zeit miteinander verbringt. Oft unternehmen die Teams auch außerhalb der Arbeitszeiten etwas gemeinsam, z.B. nach der letzten Nachschicht zusammen Frühstücken gehen.
Wie schon oft berichtet sind in der Notaufnahme zu 70-80% internistische Fälle, insbesondere viel HIV und Tuberkulose; der Rest ist unfallchirurgisch. Mir war klar, dass man in der Notaufnahme viel Gewalt sehen wird. Dennoch hat es mich erschreckt, dass die meiste Patienten nicht Opfer krimineller Gewalt waren durch z.B. Diebstahl und Gangs, sondern - zumindest nach meinem Eindruck - durch Familie, Freunde oder Nachbarn während Streitigkeiten zum Teil aufs Schlimmste verletzt wurden. Alkohol ist hier oft ein verstärkender Faktor, weswegen die Gewalt insbesondere am Ende des Monats (wegen dem Pay Day ) und an den Wochenenden zunimmt. Besonders schlimm war es am 1. Januar: Hier hatte ungelogen jeder zweite Patient Stichwunden.
Die Ärztes sind fachlich ziemlich fit. Sie können gefühlt alles ein bisschen - von Reposition von Frakturen über komplexere neurologische Untersuchungen bis hin zu psychiatrischen Erstgesprächen. Weiterhin führen sie auch eine kleine pädiatrische Notaufnahme. Als PJler darf man überall mithelfen und selber Patienten aufnehmen, untersuchen, Zugänge legen und den Fall einem Arzt vorstellen. Man darf viel nähen und gelegentlich auch Thoraxdrainagen, LPs oder andere Eingriffe erst unter Einleitung und dann sogar alleine durchführen. Dennoch sind die Mittel stark beschränkt, es fehlt ständig an Material oder das Röntgen fällt mal aus. Generell warten die Patienten viele Stunden in der Notaufnahme bis sie angesehen werden und es vergehen nicht selten Tage bis sie auf eine Station aufgenommen werden. Nur wer schwer krank ist kriegt ein Bett, der Rest muss während der ganzen Zeit auf einem Stuhl in der Notaufnahme warten.
Es herrscht zudem eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber den Patienten und es wird viel gepfuscht. So werden Eingriffe wie Nähen oder Lumbalpunktionen zum Teil ohne Lokalanästhesie durchgeführt und es wird häufig nur unzureichend bis gar nicht davor desinfiziert. Die Patienten werden teilweise angeschrien, wenn sie sich wegen Schmerzen beschweren und kaum über ihre Diagnose aufgeklärt bzw. in Therapieentscheidungen mit einbezogen.
Zum Thema Sicherheit wurde bereits in früheren Bewertungen viel gesagt und ich kann das nur voll unterstützten. Es ist wirklich super nah an der Autobahn , sodass man nicht in das Township hineinfährt, zudem ist auf dem Weg zum Krankenhaus auch immer recht viel los. Lass dich nicht verrückt machen! Man sollte es vermeiden, nach Einbruch der Dunkelheit zu fahren und einfach wachsam sein.
Ich hatte nur für eine Woche lang ein eigenes Auto, den Rest der Zeit bin ich mit einer Ärztin aus meinem Team hingefahren und entweder mit ihr oder mit dem Uber wieder nach Hause gefahren. Uber funktioniert sehr gut, manchmal muss man lediglich etwas warten, bis man angenommen wird für die Fahrt zurück in die Stadt. Wenn du dir unsicher bist, ob du ein Auto mieten sollst, frage auf jeden Fall deinen Team Leader, ob jemand der Ärzte (oder PJler) in deiner Nähe wohnt! Gemeinsam fahren macht einfach mehr Spaß und ist sicherer, gerade nach einer 12 Stunden Nachtschicht.
Die Freizeit kommt definitiv trotzdem nicht zu kurz. Klar, die anderen PJler chillen mehr am Strand, aber ich hatte das Gefühl, dass ich meine Freizeit dafür umso mehr genossen habe und ich habe trotzdem in den zwei Monaten die Garden Route, Krüger Nationalpark & co. gesehen - wenn auch zum Teil mit einem deutlichen Schlafdefizit!
Bewerbung
Ich habe mich sehr spontan erst im Sommer davor beworben. Einfach eine E-Mail an [email protected] schicken und fragen. Die Bewerbung verläuft sehr unkompliziert. Die Studiengebühren sind mit ca. 700 Euro pro Monat wirklich sehr teuer, rückblickend würde ich aber sagen, dass es sich definitiv gelohnt hat!
Unterricht
Kein Unterricht
Inhalte
Patientenvorstellung
EKG
Fallbesprechung
Tätigkeiten
EKGs
Chirurgische Wundversorgung
Punktionen
Eigene Patienten betreuen
Untersuchungen anmelden
Patienten untersuchen
Braunülen legen
Patienten aufnehmen
Gipsanlage
Blut abnehmen
Notaufnahme
Dienstbeginn
Schichtdienst
Dienstende
nach 18:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Mittagessen regelmässig möglich
Gebühren in EUR
700

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
3
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
3
Unterricht
1
Betreuung
1
Freizeit
1
Station / Einrichtung
3
Gesamtnote
1

Durchschnitt 1.67