Ich hab mein erstes Tertial am UKE auf der Pa2 (Spezialstation für Psychose und Bipolare Störungen) absolviert - und es war der beste Start ins PJ überhaupt!
Ich wurde vom ganzen interdisziplinären Team der Station sehr herzlich aufgenommen und direkt als gleichwertiges Mitglied eingebunden. Insgesamt war die Atmosphäre im Team auf der Station sehr familiär, flache Hierarchien und gegenseitige Werschätzung waren hier alltäglich. Auf der Station arbeiten 3 AssistenzärztInnen unter Supervision eines Oberarztes, PsychologInnen, eine Ergo- und eine Musiktherapeutin, eine Sozialarbeiterin und natürlich ein Pflegeteam, die auch therapeutische Gespräche mit den Patienten führen. Der Tag startete immer morgens um 8 Uhr mit der pflegerischen Übergabe, danach fand die ärztliche Übergabe statt, bei der Fälle aus den Diensten der letzten 24 Stunden und der Bettenstand besprochen wurden. Montags und Freitags ging man dazu zügig in den Neubau in einen Konferenzraum, an allen anderen Tagen konnten sich die Ärzte im stationseigenen Arztzimmer dazuschalten. Für die Patienten auf der Station fand zwischen 9-10 Uhr jeweils eine Morgenrunde statt, in der ein Befindlichkeitscheck gemacht und das Tagesprogramm (Bewegungsgruppe, Akupunktur, Soziales Kompetenztraining, Psychoedukation, Ergo- und Musiktherapie…) vorgestellt wurde. Die Ärzte haben daran aber üblicherweise nur Montags und Freitags teilgenommen. Als PJler hast du aber ziemlich viele Freiheiten und kannst immer auch in eine der Gruppen mitreingehen und sich alles anschauen. Ansonsten führen die Ärzte im Stationsalltag Gespräche mit den Patienten (mind. 1 x 25 Minuten/Woche), schreiben Arztbriefe, ordnen Untersuchungen an usw. Ich habe anfangs erstmal beobachtet, durfte dann aber schnell auch selbstständig arbeiten: Aufnahmegespräch mit Psychopathologischer Befunderhebung, Körperliche und neurologische Untersuchung, Einzelgespräche, Arztbriefe schreiben usw. Natürlich gibts auch Blutentnahmen - aber die sind wirklich überschaubar und man erntet schnell viel Dankbarkeit, wenn man die morgens erledigt.
Dienstagnachmittag und Mittwochs findet immer die große Behandlungskonferenz statt, in der das ganze Team zusammensitzt und die Patienten nacheinander in einem 10 Minuten-Zeitslot Themen anbringen und die weitere Therapie geplant wird.
Wir sind eigentlich jeden Tag pünktlich um 12 Uhr als Team Mittagessen in der Mensa gegangen - das Essen muss man leider selbst bezahlen, kriegt aber den vergünstigten Mitarbeitertarif.
Für den PJ-Unterricht haben wir direkt zu Beginn einen Plan bekommen, der hat ca. 1x alle 2 Wochen stattgefunden und es hat sich jeweils ein Oberarzt Zeit genommen und ein Krankheitsbild vorgestellt. Außerdem fand 1x Monat der zentral-organisierte Studientag für alle PJler am UKE statt, wo man auch per Unterschrift die Anwesenheit dokumentieren muss (dafür dauert das aber auch nur von 10:15-13:30 Uhr und man geht an dem Tag nicht mehr auf Station).
Donnerstags gab es eine Online-Fortbildung und Freitags fand nach der ärztlichen Übergabe die Kasuistik statt, bei der jeweils eine Station einen Fall vorstellt. Daran kann man als PJler natürlich auch teilnehmen.
Grundsätzlich wird man für die gesamte Zeit fest einer Station zugeteilt, aber es gibt immer die Möglichkeit nach Absprache für ein paar Tage auf einer anderen Station vorbeizuschauen, ich war eine Woche unten auf der Akutstation. Auch Dienste begleiten war kein Problem.
Alles in allem hatte ich eine wirklich tolle Zeit und kann es nur empfehlen!
Bewerbung
Buchung über das PJ-Portal, Station wird zugeteilt und man kriegt eine E-Mail vom Sekretariat ein paar Wochen vorher.