Ich war 8 Wochen auf der Plastischen im LKH Graz und hatte die beste Zeit. Solange man sich darauf einstellt, dass man auf jeden Fall mehr arbeitet als in einem normalen Tertial in Deutschland kann man hier echt viel lernen. Die Studis, und vorallem die PJ'ler waren jeden Tag fix im OP eingeteilt, und es ist auch aufgefallen wenn man nicht da war. Es wurde erwartet, dass wir viel helfen, dafür hat man auch echt viel gesehen und gelernt. Das Team ist groß, und arrogant, man braucht also ein bisschen Zeit und Anstrengung um als mehr als nur "Studi die Haken hält" gesehen zu werden, aber es gibt einige ÄrztInnen dort die einem echt was beibringen wollen und einen nach einer Zeit auch viel machen lassen. In Österreich ist Blut abnehmen und Zugang legen Pflegerische Aufgabe, sodass man das eigentlich niemals macht, und sowieso hat man die Station eigentlich nur gesehen wenn es Famu Hochzeit war und so viele Studis für den OP bereit standen dass man mal bei Visite mitlaufen konnte.
Das Essen ist für Studis umsonst und sehr lecker, für seine Mittagspause muss man aber ein bisschen einstehen, von anderen wird man nicht dran erinnert. Es wird verlangt pro Monat mindestens einen 24h Dienst zu machen, allerdings wird der auch entlohnt, und in der Plastischen ist der nicht krass, man wird seltenst geweckt.
Als PJ'ler hat man auch ein höheres ansehen als die Famus (die sich in der Abteilung stapeln) und kann sich seine OP's meistens aussuchen. Als Uni-Klinik macht die Plastische dort sehr viele sehr coole Sachen, und man hat nach 8 Wochen echt was gelernt.
Vor 16Uhr zu gehen war allerdings eine Seltenheit, es wurde Grundsätzlich erwartet, dass man bis zum Start der letzten OP erreichbar bleibt, damit sie einen Abrufen können wenn man gebraucht wird, und zwei mal die Woche gab es "langen Saal" wo man durchaus mal erst nach 19 Uhr raus ist.