Ich hatte ein sehr schönes und lehrreiches Tertial am Vivantes Klinikum Neukölln. Im Allgemeinen ist die Neurologie hier eine sehr große Abteilung mit großer Stroke Unit und einem hohen Aufkommen in der Notaufnahme, so dass garantiert ist, dass man verschiedene - auch seltene - neurologische Krankheitsbilder sieht.
Die Planung des Tertials erfolgt zusammen mit der zuständigen Oberärztin und sieht vor, dass man zu Beginn erstmal auf Normalstation verbleibt, nach circa der Hälfte kann man dann auch auf die Stroke Unit (hier reichen max. 2 Wochen, weil man echt wenig machen kann) sowie in die Notaufnahme (hier sollte man so viel wie möglich hin, weil eigene Patienten, gemeinsame Schockräume, LPs, etc.) rotieren. In die Sprechstunden bzw. die Funktionsdiagnostik kann man auch, immer wenn es mal passt, reinschnuppern.
Ablauf auf Station:
- Beginn 8:00
- Teambesprechung auf Station
- Vorstellung der Zugänge (Normalstation + SU) in großer Runde
- Blut abnehmen, PVK-Anlage und Visite
- Röntgendemo
- gemeinsames Mittagessen
- sonstige Erledigungen (LPs, Brief schreiben, etc.)
Pro:
- sehr nette Atmosphäre mit flachen Hierarchien
- alle erklären gern und viel
- Möglichkeit in die Notaufnahme zu gehen und dort unter Supervision eigenen Patienten zu untersuchen und diagnostische sowie therapeutische Schritte zu planen
- Möglichkeiten Spätdienst in der Notaufnahme zu machen
- breiten Einblick in neurologische Krankheitsbilder
- Studientag (an sich wird sich gewünscht, die Tage zu sammeln und am Ende gebündelt zu nehmen, trotzdem ist es möglich einzelne Tage recht spontan frei zunehmen; es ist nur gewünscht, dass - nach Möglichkeit - immer ein PJler vor Ort ist)
- es gab von Anfang an einen Plan mit PJ-Unterricht (3-4x die Woche), dieser hat auch bis auf wenige Ausnahmen immer stattgefunden und war meistens lehrreich
- eigener Zugang für Windows und Orbis
Contra:
- keine eigene Umkleide (Unziehen im Stationszimmer oder auf dem WC)
- Kleidung kann nur mit dem Transponder der CA-Sekretärin geholt werden
- recht viele BEs und PVKs
- manchmal muss man sich auf Station etwas selbst beschäftigen können, während Briefe oÄ geschrieben werden