Ich war 8 Wochen im KPJ an der Neurologie im LK Mödling. Man soll immer um 8 Uhr gemeinsam mit den Turnusärzten und anderen Studenten die Blutabnahmen und Venflons auf der Station erledigen, um 8.15 Uhr beginnt dann die Morgenbesprechung. In dieser werden die Fälle aus der Nacht übergeben sowie Allfälliges besprochen.
Man soll ca. 40% der Zeit auf der Station verbringen. Dort ist die typische Stationsarbeit zu erledigen (Briefe diktieren, Reha-Anträge ausfüllen, Zuweisungen, restliche Blutabnahmen, etc.). Zwischendurch sind auch Aufnahmen durchzuführen (Status, Aufnahmeblatt, Kurve anfertigen).
Die restlichen 60% der Zeit war ich zur Hälfte auf der Stroke-Unit und zur anderen in der Notfallambulanz. Auf der SU geht man mit auf Visite, macht ebenfalls Aufnahmen, Zuweisungen, etc. und geht viel mit dem zuständigen OA mit, der die akuten Strokes in der Notfallambulanz anschaut, zur Bildgebung begleitet und dann ggf. lysiert. In der Notfallambulanz kann man dann Patienten voruntersuchen bzw. Anamnese erheben, statuieren und mit einem zuständigen Arzt besprechen, der dann ggf. nochmals drüberschaut und das weitere Procedere bespricht.
Der Primar ist gleichzeitig der Ausbildungszuständige und gibt sich dementsprechend viel Mühe Lehre durchzuführen, hat aber leider einen relativ vollen Terminkalender. In der ersten Woche hat er mit mir einen gesamten Neurostatus an einem Patienten durchgeführt, danach gab es ca. alle 2 Wochen eine Fortbildung (EEG, Bildgebung in der Neurologie, etc.). In den Besprechungen kann man immer Fragen stellen, die Hierarchie ist relativ flach, das Team ist sehr klein und alle sind sehr nett und erklären auf Nachfragen mehr oder weniger ausführlich. Der EOA ist ebenfalls sehr an Lehre interessiert und erklärt von sich aus unendlich viel und auch richtig cool verständlich - von ihm habe ich richtig viel gelernt und mitnehmen können!
Alles in allem würde ich die Abteilung weiterempfehlen, das Blutabnehmen/Venflon legen in der Früh ist zwar mühsam, dafür kann man es gut üben und ich habe es in den 8 Wochen auch richtig gut gelernt (tlw. auch arterielle Blutabnahmen, weil die Pat. einen sehr schlechten Venenstatus hatten...). Auch die Stationsarbeit ist zwar mühsam, dafür kann man auch das gut üben (Briefe diktieren z.B.). Cool ist, dass man auch bei den akuten Fällen dabei sein kann (Strokes, etc.) und wirklich viel sieht. Lumbalpunktionen werden auch regelmäßig durchgeführt, wenn man proaktiv fragt, kann man auch das unter Aufsicht durchführen. Und das Essen im Krankenhaus ist gratis!