Vorab: Das Team ist insgesamt super nett und kompetent. Es wird viel erklärt und man bekommt auch klar vermittelt, dass man hier zum Lernen ist. Relativ früh (sobald die eigenen Zugangsdaten da sind) kann man anfangen, selbstständig Befunde zu schreiben – vor allem im Röntgen. Die kann man dann entweder direkt mit den Ärzten besprechen oder im System die korrigierte Version mit der eigenen vergleichen und so auch gut alleine lernen. Man darf nicht vergessen, dass man den Ärzten nicht wirklich die Arbeit abnehmen kann, denn im Endeffekt müssen die Befunde immer überprüft werden - aber Feedback bekommt man fast immer.
Von Montag bis Donnerstag: Beginn 7:30 mit 30 Minuten Frühfortbildung/Fallbesprechung, Freitags: Beginn um 8:00.
Man rotiert alle 3–4 Wochen durch verschiedene Bereiche (Röntgen/Sono, CT/Punktionen, MRT, Angio/Interventionen, Neuroradio). Dabei ist man aber ziemlich flexibel: Wenn es irgendwo gerade spannend ist, kann man auch einfach mal woanders mitgehen. In die Kinderradiologie rotiert man offiziell zwar nicht, aber auch da kann man jederzeit reinschauen – und das lohnt sich definitiv. Dort werden viele Sonos gemacht und die Bilder (auch Röntgen) werden meistens gemeinsam besprochen, was echt hilfreich ist.
In der Sono-Rotation sitzt man allerdings oft eher daneben, weil der Plan ziemlich voll ist und meist nur ein Assistenzarzt zuständig ist. Wenn Zeit ist, darf man auch mal selbst schallen, aber das passiert eher selten. Trotzdem wird einem viel erklärt und man kann jederzeit Fragen stellen.
In der Neuroradiologie (Beginn um 8 Uhr - Frühbesprechung) ist das Team ebenfalls sehr nett. Leider konnte man dort keine eigenen Befunde schreiben, weil das System dafür wohl nicht freigeschaltet ist – auch auf Nachfrage wurde das nicht geändert. Meist sitzt man daneben oder geht mit in die Angio. Die Lehre ist aber sowohl von Ober- als auch Assistenzärzten echt gut, sodass es trotzdem spannend bleibt und man das Schreiben der Befunde gar nicht so sehr vermisst.
Im CT bekommt man häufig Schockräume oder Stroke-Patienten mit, da kann man auch jederzeit mitgehen, wenn man möchte.
Im CT und MRT ist man teilweise ziemlich auf sich gestellt und muss selbst aktiv werden, wenn man etwas lernen will. Oft sitzt vorne nur ein Assistenzarzt (CT), der wenig Zeit hat. Mein Tipp: ruhig die Oberärzte ansprechen und die eigenen Befunde auch mal gezielt in die Liste von bestimmten Leuten schicken, um sie danach zu besprechen. Man muss ein bisschen schauen, bei wem das gut klappt, aber es gibt definitiv einige, die sich dafür Zeit nehmen. Man muss da selbst dranbleiben, aber genervt war am Ende eigentlich niemand – im Gegenteil. Im MRT war es ähnlich, denn da ist ein Assistenzarzt sowohl fürs MRT als auch für die Mammo eingeteilt, aber - nach einigem Nachfragen bei einem Oberarzt wurde ein extra Ordner erstellt, sodass man ein paar Fälle erst selbst und dann gezielt mit diesem durchgehen konnte, was echt viel gebracht hat.
Grundsätzlich gilt: Einfach Interesse zeigen und Fragen stellen – Keiner hier reißt einem den Kopf ab. Das Team ist wirklich freundlich.
Es gibt sowohl allgemeinradiologische als auch neuroradiologische Angios. Man darf überall zuschauen und kann – wenn es passt – auch steril mit am Tisch stehen. Manchmal ist es etwas ruhig, wenn wenig erklärt wird, weil die Ärzte sich konzentrieren müssen (da kanns dann auch etwas langweilig werden), aber insgesamt ist es trotzdem spannend, da man im Nachhinein das Vorgehen etc. bespricht.
In der Durchleuchtung werden auch Interventionen durchgeführt (z. B. Port-Anlagen oder Quinton-Katheter). Wenn man Interesse zeigt, wird man da schnell eingebunden. Man kann mit steril am Tisch stehen und später auch einiges unter Anleitung selbst machen.
Montags gibt es eine Radio-Fortbildung mit Fallbeispielen für die PJler der Inneren, jedoch wird man dort auch als Radio PJler gern gesehen (14 - 15 Uhr). Ist auch sehr lehrreich und sogar unterhaltsam.
Fazit:
Ich kann das Tertial definitiv weiterempfehlen. Man muss aber dazu sagen: Es hängt stark von einem selbst ab, wie viel man mitnimmt. Wenn man motiviert ist, kann man hier wirklich viel lernen und auch einiges praktisch machen. Wenn man es entspannter angehen will, relativ wenig machen und früh nach Hause gehen möchte, ist das aber genauso möglich. Die meisten Ärzte sind wirklich nett, und selbst wenn die eigenen Befunde noch nicht gut sind und viele Fehler drin sind, nimmt einem das keiner übel – man bekommt eher hilfreiches Feedback und Erklärungen.