PJ-Tertial Innere in Landeskrankenhaus Salzburg (9/2025 bis 12/2025)

Station(en)
Gastroenterologie (M1), Onkologie (M3)
Einsatzbereiche
Diagnostik, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Station
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Vorbereitung:
Nachdem ich mich bereits für mein Chirurgie Tertial am Universitätsklinikum Salzburg beworben hatte und die Erfahrungsberichte in der Inneren Medizin dort auch sehr positiv klangen, bewarb ich mich zusätzlich für mein Innere Tertial. Ungefähr ein Jahr im Voraus schickte ich meine Bewerbungsunterlagen an Frau Gappmaier, welche die Koordinatorin der studentischen Ausbildung ist. Frau Gappmaier war wirklich eine große Hilfe bei der weiteren Planung und unterstützte einen in jeder Hinsicht. Am Ende des Tertials übernahm Frau Schwaighofer die Koordination der KPJs (Klinisch-Praktisches-Jahr), welche ebenfalls jederzeit ein offenes Ohr für einen hatte und immer schnell auf Emails reagierte. Ich durfte während meines Tertials zur 1. Medizin (Gastroenterologie, Nephrologie, Endokrinologie…) und zur 3. Medizin (Onkologie) rotieren. Kurz vor Beginn meines Tertials bekam ich eine Mail der Sekretärin der 1. Medizin, die mich über den Ablauf meines ersten Tages informierte.

Team und Arbeitsatmosphäre:
Das Team der Gastroenterologie war sehr nett und die Zusammenarbeit mit dem Pflegepersonal war stets angenehm und auf Augenhöhe. Mir wurde eine Assistenzärztin als Mentorin zugeteilt, die jedoch die meiste Zeit für die abseits gelegene Dialyse verantwortlich war, weshalb ich sie nur selten begleiten konnte. Das Stationsteam bestand aus einer Oberärztin, einer Assistenzärztin und einer Turnusärztin (entspricht einer Ärztin in Weiterbildung der Allgemeinmedizin). Ich war hier die einzige KPJ Studentin, was ich ganz angenehm empfand.
In der Onkologie bestand das Team aus zwei Oberärzten, einer Assistenzärztin und zwei Turnusärztinnen. Auch hier war ich die einzige KPJ Studentin, weshalb ich immer gut beschäftigt war. Der Umgang war in beiden Teams immer respektvoll und wertschätzend.

Aufgaben:
Mir wurde ein Telefon und IT-Zugang zur Verfügung gestellt, weshalb ich unabhängig arbeiten konnte. Außerdem wurde mir in der Gastroenterologie eine Mappe ausgehändigt, wo man Informationen über die Ambulanzen und verschiedenen Schwerpunkte der Stationen erfahren konnte. Tätigkeiten wie Blut abnehmen und Zugänge legen werden in Österreich überwiegend durch das Pflegepersonal durchgeführt und man wurde nur hinzugerufen, wenn diese Schwierigkeiten dabei hatten. Die gewonnene Zeit konnte ich auf der Gastroenterologie damit verbringen bei Visite mitzugehen, währenddessen PatientInnen untersuchen und an den vielen Sprechstunden in den Ambulanzen teilzunehmen. Dabei konnte ich mein Wissen in den Bereichen der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen ausbauen, aber auch mehr über die Endokrinologie, Diabetes, Nephrologie und Nierentransplantation erfahren. Weiters durfte ich die Dialysestation kennenlernen, was ich sehr interessant fand.
Auf der Onkologie konnte ich dann meine praktischen Fertigkeiten verbessern. Nach der Einarbeitung durfte ich unter Supervision Eingriffe wie Pleurapunktion, Aszitespunktion und sogar eine Knochenmarkspunktion durchführen. Dabei fühlte ich mich nie unter Druck gesetzt, sondern durch das ärztliche Personal stets ermutigt und unterstützt. Zu meinen weiteren Aufgaben gehörte es zusammen mit den Turnusärztinnen die täglichen Aufnahmen zu machen, wo ich im Anamnese und Status (körperliche Untersuchung) erheben schnell routiniert wurde. Auch die Übergabe an die Oberärzte war eine gute Übung für strukturiertes Arbeiten. Weiters durfte ich Astrups (BGAs) und viele Sonos durchführen, was mir half sicherer im Handling zu werden. Wenn es auf Station ruhig war, konnte ich auch zur Tagesklinik gehen, wo ich Port anstechen lernen durfte. Die MitarbeiterInnen dort waren auch äußerst nett und motiviert mir etwas beizubringen, daher kann ich es nur allen ans Herz legen, dort vorbeizuschauen.

Arbeitszeiten und Tagesablauf:
Die regulären Arbeitszeiten waren von 7:30/45 Uhr bis 16:00 Uhr. Dienste darüber hinaus waren leider nicht möglich. Der Tag begann an der Gastroenterologie um 7:45 Uhr mit der Morgenbesprechung. Im Anschluss musste man täglich seine Anwesenheit durch Unterschrift im Sekretariat bestätigen und danach ging es auf Station, wo man während der Morgenvisite auch Patienten untersuchen durfte. Später half ich bei diversen Aufgaben auf Station, welche sich dort jedoch in Grenzen hielten, weswegen ich oft in den Ambulanzen vorbeischaute. Mittags gingen wir meist gemeinsam in der Mensa Essen, wo man Gerichte zu Mitarbeiterkonditionen bekam, beispielsweise ein Hauptgericht mit Salat und Wasser für 3,65€. Das Essen war wirklich gut und die Portionen großzügig. Nach dem Essen folgte die Kurvenvisite und um 16:00 Uhr durfte man gehen.
Auf der Onkologie begann der Tag um 7:30 Uhr, wo man pünktlich im Sekretariat die tägliche Anwesenheit durch Unterschrift bestätigen musste. Danach ging es auf Station, wo man entweder an der Visite teilnehmen konnte oder bereits mit den geplanten Aufnahmen begann. Um 9:00 Uhr fand jeden Tag eine Morgenbesprechung statt, wo man hingehen konnte aber nicht musste. Dort wurden vor allem schwierige Fälle vorgestellt, die im Team besprochen werden wollten, was sehr spannend war. Danach erledigte man die verschiedenen Aufgaben auf Station, bis es irgendwann zum Mittagessen ging. Nachmittags gab es manchmal Tumorboards, wo man auch teilnehmen konnte. Wenn es nichts mehr zu erledigen gab, wurde ich früher heimgeschickt. Allerdings blieb ich auch oft länger als 16:00 Uhr, wenn ich das Gefühl hatte noch etwas lernen oder helfen zu können. Das schätzten meine Kolleginnen sehr.

Lehre und Weiterbildung:
Donnerstags fand in der Gastroenterologie immer die Röntgenbesprechung statt und mittwochs eigentlich interne Fortbildungen, welche aber in meiner Zeit wegen Umbau leider ausgesetzt wurden. Mittwochs fanden außerdem fächerübergreifende Fortbildungen statt, wo man beispielsweise mehr über Eisenhaushalt oder Herzinsuffizienz lernen konnte. Ich fand die Mittwochs-Fortbildungen immer sehr spannend, die meist im zwei Wochen Rhythmus stattfanden.

Wohnen und Freizeit:
Leider wird den KPJ-Studierenden in Salzburg keine Unterkunft zur Verfügung gestellt, daher musste man sich selbst auf die Suche machen. Die Wohnungen und Zimmer sind preislich ähnlich teuer wie in anderen deutschen Großstädten. Aufgrund der vergleichsweisen kleinen Größe der Stadt war das Angebot ein wenig rar, weswegen es sich empfiehlt frühzeitig nach WG-Zimmern zur Zwischenmiete zu suchen. Trotz der hohen Lebenshaltungskosten kann der Großteil der Ausgaben durch die Erasmus Förderung und die Praktikumsvergütung von ungefähr 730€ netto monatlich gedeckt werden.
Für die Freizeit hat Salzburg einiges zu bieten: entspannte Spaziergänge entlang der Salzach und durch die historische Innenstadt, Museumsbesuche, aber auch kulinarisch kommt man auf seine Kosten. Im Dezember kann man über den Weihnachtsmarkt schlendern und dort Schlittschuhlaufen gehen. Auch das Umland ist mit dem Rad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen.

Fazit:
Mein PJ-Tertial in der Inneren Medizin am Universitätsklinikum Salzburg war eine bereichernde Erfahrung. In der Gastroenterologie konnte ich mein theoretisches Wissen ausbauen und auf der Onkologie viele spannende Krankheitsbilder kennenlernen. Vor allem auf der onkologischen Station konnte ich meine praktischen Fähigkeiten erweitern und hatte Spaß an meiner Arbeit. Ich fühlte mich in das Team inkludiert und auch wertgeschätzt. Zusätzlich hat mich die gute Organisation wieder positiv überrascht. Ich kann es wirklich weiterempfehlen einen Teil des PJs in Salzburg zu machen, denn sowohl die Klinik als auch die Stadt ermöglichen es einem die Zeit und Arbeit dort tatsächlich zu genießen.
Bewerbung
Ca. 1 Jahr im Voraus über Frau Gappmaier, ab Anfang November immer für das kommende Jahr
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Sonst. Fortbildung
Repetitorien
Tätigkeiten
Botengänge (Nichtärztl.)
Patienten aufnehmen
Blut abnehmen
Briefe schreiben
Röntgenbesprechung
Punktionen
Patienten untersuchen
EKGs
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Mittagessen regelmässig möglich
Essen frei / billiger
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Kleidung gestellt
Gehalt in EUR
980€ Brutto

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
2
Unterricht
2
Betreuung
2
Freizeit
1
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
1

Durchschnitt 1.33