PJ-Tertial Urologie in Stadtklinik Bad Toelz (12/2025 bis 3/2026)

Station(en)
Station 2
Einsatzbereiche
Notaufnahme, OP, Station, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Ich durfte mein PJ mit meinem besten Tertial beenden: in der Urologie der Asklepios Stadtklinik in Bad Tölz. Wer Lust hat, in einem familiären Team sein urologisches Wissen auszubauen und seine praktischen Fertigkeiten zu verbessern, ist hier sehr gut aufgehoben.

Vorbereitung:
Ich habe das Tertial über das PJ-Portal gebucht, wo pro Tertial ein Platz zur Verfügung steht. Von der Klinik wurde ein Zimmer im Jodquellenhof (einem alten Hotel) gestellt, wofür eine Kaution von 100 € und eine Endreinigungsgebühr von weiteren 100 € verlangt wurde. Die Zimmer waren in sehr unterschiedlichem Zustand und reichten von ordentlich mit Balkon und Marmorbad bis hin zu Schimmel und Wasserrohrbruch. Jedes Zimmer hatte eine Kochmöglichkeit mit Herd, einen Kühlschrank, eine Mikrowelle und auch Handtücher wurden gestellt. Außerdem gab es eine Waschmaschine, deren Benutzung kostenlos war. Geschirr, Geschirrtücher etc. waren leider nicht vorhanden. Ich hatte Glück und war mit meinem Zimmer sehr zufrieden. Andere PJ-ler:innen konnten bei Problemen auch noch nachträglich das Zimmer wechseln. Organisiert wurde das Ganze über Frau Sturm, bei der man sich am besten frühzeitig nach Buchen des Tertials bezüglich eines Zimmers meldet. Auch wenn das Zimmer gewöhnungsbedürftig war, so stellte sich die kurze Distanz zur Klinik (5 Minuten zu Fuß) als sehr vorteilhaft heraus. Auch mit dem Auto fand man immer einen kostenlosen Parkplatz vor dem Haus. Zusätzlich zur Unterkunft erhält man 550 € Gehalt/Monat und kostenloses Mittagessen. Dieses wird über eine App bestellt, wobei man zwischen mehreren Gerichten auswählen konnte, darunter auch vegetarische Optionen. Die App wird am ersten Tag in der Personalabteilung eingerichtet, wo man auch die weiteren organisatorischen Unterlagen erledigt, was ebenfalls alles reibungslos verlief.


Team und Arbeitsatmosphäre:
Von Beginn an wurde ich herzlich im Team aufgenommen und am ersten Tag von den Assistenzärzt:innen durchs Haus geführt. Es herrschte immer eine angenehme Arbeitsatmosphäre und ein respektvoller Umgang nicht nur im ärztlichen Team, sondern auch mit den OTA´s, MTA´s und der Pflege. Ich bekam einen eigenen Arbeitsplatz, ein Telefon sowie Zugang zum Orbis-System. Damit wurde mir ein sehr freies und flexibles Arbeiten ermöglicht, was ich sehr zu schätzen lernte. Auf Fragen wurde stets ausführlich eingegangen und manchmal erhielt man sogar spontane Privatfortbildungen, welche sehr lehrreich waren.

Aufgaben und Tagesablauf:
Der Tag begann immer um 07:25 Uhr mit der Frühbesprechung, wofür ich um 07:15 Uhr auf Station war. Dort konnte ich mich in einem der Stationszimmer umziehen. Es wird zwar auch ein Spind in der Umkleide im Keller gestellt, jedoch war mir der Weg dorthin immer zu weit. Nach der Frühbesprechung stand die Morgenvisite mit den Oberärzten auf dem Plan. Hier habe ich immer die Dekurse mitgeschrieben, was jedoch nicht verlangt wurde. Danach erledigte ich die Blutentnahmen, die sich meist sehr im Rahmen gehalten haben (maximal etwa 10/Tag). Es wurde immer sehr wertgeschätzt, wenn man auf Station mithalf z.B. bei postoperativen Sonographien, Zugänge legen und weiteren etwaigen Stationsarbeiten. Abseits von der Station konnte man auch in der Ambulanz und der Notaufnahme viel lernen, indem man Patienten untersuchte, Anamnese machte und bei Notfällen half. Weiters begannen ab 08:00 Uhr die Operationen. Hier durfte man immer zusehen und bei kleineren Eingriffen wie Hydrozelen, Circumcisionen oder DJ-Wechsel auch schnell mitoperieren. Nur bei einem Eingriff wurde man immer fest eingeplant, den lap. TVA´s (= laparoskopische transvesikale Adenomenukleation), wo man die Kameraführung übernahm und am Ende aber auch immer zunähen durfte. Dabei wurde es keinesfalls eintönig und auch die 3D-Ansicht mit Brillen fand ich jedes Mal erneut faszinierend. Donnerstags wurde zusätzlich im Spätdienst operiert und falls eine lap. TVA in den späten Nachmittag fiel konnte man am selben Tag auch später kommen, damit man sich nicht überarbeitete.

Nachmittags fand nochmal eine kurze Visite statt und danach konnte ich heimgehen, meist zwischen 15 und 16 Uhr. PJ-Unterricht wurde seitens der Urologie zwar nicht angeboten, jedoch gab es mittwochs Unterricht in der Inneren oder Chirurgie. Ein Plan dafür hing am Schwarzen Brett zwischen der Intensivstation und dem DaVinci Saal aus.

An Wochenenden und Feiertagen durfte man auch zu Diensten kommen, wo man nochmal andere Dinge und Fälle kennenlernte und im Gegenzug dann Freizeitausgleich bekam. Mir haben die Dienste immer viel Spaß gemacht, weswegen ich etwa 2 Dienste/Monat mitmachte.

Freizeit:
Die Umgebung von Bad Tölz hatte sehr viel zu bieten. Einiges konnte mit dem Bus erreicht werden, dennoch würde ich empfehlen mit dem eigenen Auto anzureisen. Wer sich gerne in der Natur aufhält kann sich im Winter in den umgebenden Bergen beim Skifahren, Langlaufen und Wandern austoben und im Sommer die vielen Seen genießen. Bad Tölz als Stadt war sehr überschaubar, was jedoch auch seinen Charme hatte. Von ausgedehnten Spaziergängen entlang der Isar bis hin zu kulinarischen Verköstigungen (Café Zuckerschnecke und die Alte Seifensiederei sind sehr zu empfehlen) war einiges geboten.

Fazit:
Zusammenfassend kann ich sagen, dass mein Tertial in der Urologie eine sehr bereichernde Erfahrung war. Ich fühlte mich wertgeschätzt und als Teil des Teams, weshalb mir das Arbeiten dort Spaß gemacht hat und ich auch jeden Tag gerne zur Arbeit gegangen bin. Weiters durfte ich meine praktischen Fähigkeiten verbessern. Meine Zeit in Bad Tölz hat mich nicht nur gut auf das bevorstehende Examen vorbereitet, sondern mich auch in meinem Entschluss gestärkt danach in der Urologie tätig werden zu wollen. Auch wenn die Wohnsituation nicht optimal ist, würde ich mich jedes Mal wieder für dieses Tertial entscheiden und kann es allen Interessierten nur wärmstens weiterempfehlen.
Bewerbung
PJ-Portal
Unterricht
Kein Unterricht
Inhalte
Sonst. Fortbildung
Tätigkeiten
Rehas anmelden
Notaufnahme
Eigene Patienten betreuen
Mitoperieren
Botengänge (Nichtärztl.)
Braunülen legen
Untersuchungen anmelden
Briefe schreiben
Patienten untersuchen
Blut abnehmen
Patienten aufnehmen
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Mittagessen regelmässig möglich
Unterkunft gestellt
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Essen frei / billiger
Kleidung gestellt
Gehalt in EUR
550€
Gebühren in EUR
100€ Unterkunft

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
1
Unterricht
1
Betreuung
1
Freizeit
1
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
1

Durchschnitt 1