Ich habe mein drittes Tertial in der Chirurgie am UKM gemacht und war hiervon ca. die Hälfte in der ACH. Die andere Hälfte ist man in der UCH eingesetzt. In dieser Evaluation wurde explizit die ACH evaluiert.
Insgesamt kann ich auf eine angenehme Zeit in der ACH zurückblicken. Ich persönlich möchte kein Chirurg werden und habe daher Chirurgie als letztes Tertial gewählt. Dennoch gibt es hier einige Vorteile, die ich hervorheben möchte. Besonders der PJ-Unterricht mit regelmäßigen M3-Simulationen durch einen der Oberärzte war zum Ende des PJs sehr sinnvoll. Auch möchte ich das Prinzip der IPUK loben. Die IPUK ist eine Station auf der 2 PJ-Studierende eingesetzt werden für 4 Wochen. Dort sind diese unter oberärztlicher Anleitung für 4 Patienten zuständig und lernen mehrere Patienten ärztlich während des stationären Aufenthaltes zu betreuen. Zwar war ich dort leider nicht eingesetzt, dennoch konnte man bei den dort eingesetzten PJlern deutliche Fortschritte innerhalb kurzer Zeit bemerken. Weiterhin wurde mir die Teilnahme an einem 3-tägigen Nahtkurs nach Rücksprache mit einem Oberarzt spontan ermöglicht.
Bezüglich des Alltags, startet man um 7:15 und hat nach der Nachmittagsbesprechung gegen 15:30 Feierabend. Entweder wird man im OP benötigt oder aber man unterstützt den jeweiligen Stationsarzt seines Teams (in der ACH wird man in Teams eingeteilt, die Patienten sind auf mehreren Stationen zu finden, Team Gelb = oberer GI-Trakt, Team Orange = unterer GI-Trakt, Team Grün = Transplantation, Team Blau = Hepatobiliäre Chirurgie). Falls man nicht in den OP möchte, war das meistens auch in Ordnung, manchmal geht es aber nicht anders. Pausen hat man täglich nehmen können.
Ich denke also zusammenfassend, dass die ACH am UKM gut PJler anleitet und ein Tertial sich durchaus lohnt. Man muss allerdings berücksichtigen, dass hier natürlich universitäre Medizin durchgeführt wird. Die klassischen Blinddarm- oder Gallenblasen- oder Hernien-OPs sind also seltener. Häufig finden hier lange Eingriffe bei Tumoren, oft auch robotisch assistiert statt.
Zuletzt muss ich leider noch die Bezahlung am UKM allgemein kritisieren, auch wenn die ACH hierfür nichts kann. Man erhält 22,50 pro Anwesenheitstag und somit nicht für die Wochenenden oder Feiertage oder auch Fehltage, wovon man im dritten Tertial ja bekanntlich mehrere nimmt. Somit ist man doch auch im Vergleich zu anderen Unikliniken deutlich schlechter bezahlt und kommt bei voller Anwesenheit in einem Monat bei ca. 400-450 Euro raus. Kontrolliert wird alles durch eine Anwesenheitserfassung. Auch war es bei uns leider so, dass Gehälter immer erst gegen Ende des Folgemonats ausgezahlt wurden, sodass man mit dem Gehalt gar nicht wirklich planen konnte (auch aktuell am 16.03. ist das Februargehalt noch ausstehend).