Im Chirurgie-Tertial in Radebeul rotiert man durch alle chirurgischen Bereiche des Krankenhauses. Dabei ist man etwa fünf Wochen in der Viszeralchirurgie, sechs Wochen in der Ortho-/Unfallchirurgie sowie jeweils zwei Wochen in der Gefäß- und plastischen Chirurgie. Zusätzlich rotiert man eine Woche in die ZNA. Der PJ-Beauftragte für die Chirurgie hat uns außerdem ermöglicht, eine Woche auf einer nicht-chirurgischen Station zu hospitieren – ich durfte diese Woche in der Psychiatrie verbringen. Dadurch bekommt man wirklich einen guten Einblick in viele verschiedene Bereiche des Krankenhauses.
Wie häufig man im OP eingeteilt ist, hängt etwas von der jeweiligen Abteilung ab. Meistens war ich etwa zwei- bis dreimal pro Woche im OP, an den anderen Tagen standen vor allem Blutentnahmen, Flexülen legen und prästationäre Aufnahmen an. Ich bin mit relativ wenig klinischer Vorerfahrung ins PJ gestartet, aber in Radebeul wurde mir alles sehr geduldig und freundlich erklärt, sodass ich in der Zeit wirklich viel lernen konnte.
Die Stimmung im Haus ist insgesamt sehr angenehm. Die Ärztinnen und Ärzte freuen sich über Unterstützung und binden einen wirklich ins Team ein. Auch die Pflege war durchweg super freundlich, hat sich über Hilfe bei den Blutentnahmen gefreut und einen bei Fragen immer unterstützt.
Der PJ-Unterricht findet einmal pro Woche als etwa einstündiger Vortrag statt, fällt gelegentlich auch mal aus. Das Mittagessen wird bis zu 4,80 € übernommen, was meistens für die vegetarische Option reicht und auf jeden Fall das Salatbuffet abdeckt. Wenn ein Gericht etwas teurer ist, muss man nur die Differenz (meist unter einem Euro) selber zahlen.
Auch der Umgang mit Fehltagen war sehr entspannt und fair. Als ich einmal krank zur Arbeit gekommen bin, wurde ich direkt ohne weitere Nachfrage für den Rest der Woche nach Hause geschickt und mir wurden dafür keine Fehltage angerechnet.
Mir persönlich hat das Chirurgie-Tertial in Radebeul – obwohl ich mich gar nicht für Chirurgie interessiere – wirklich gut gefallen. Durch die Rotationen konnte ich viele verschiedene Bereiche kennenlernen und ein gutes Grundverständnis für die chirurgischen Fächer entwickeln. Vor allem die einfach nette Atmosphäre im ganzen Haus – vom Chefarzt bis zum Mensapersonal – hat dafür gesorgt, dass ich trotz meiner ursprünglichen Abneigung gegen die Chirurgie eine echt gute Zeit hatte. Ich würde Radebeul deshalb definitiv weiterempfehlen.