Egal welche Fachrichtung man machen möchte, in der Anästhesie der KEM ist man für sein Wahltertial sehr gut aufgehoben. Die Organisation ist super gut, man bekommt direkt am Anfang eine Einweisung von der Fächerübergreifenden PJ-Beauftragten Frau Zängler, die auch bei allem sehr hinterher ist und einem alle Fragen beantwortet. Danach wird man an seinen Fachbereich übergeben und dort wird alles weitere organisiert.
In der Anästhesie gibt es einen Rotationsplan, man kann aber vor allem im OP-Bereich ziemlich frei wählen, was man sich anschauen möchte. Ich war am Ende noch auf der ITS, da war ich logischerweise mehr an die Station gebunden. Frühbesprechung ist um 7:30, man geht danach in den OP, die ITS fängt um 7 an, da ist es ratsam, kurz vorher da zu sein.
Wenn man sich engagiert und zeigt, dass man mit anpackt (Aufgaben sehen und erledigen, fragen ob es was zu tun gibt etc.), dann sind ausnahmslos alle (gefragt und ungefragt) bereit, dir alle möglichen Dinge zu erklären und zu zeigen. Das ist natürlich angepasst an das jeweilige Skill-Level, dass der/die Assistent/in im ersten Jahr dich nicht bei der ZVK-Anlage anleitet wohingegen du bei den OÄ und beim Chef eigentlich immer sehr selbstständig mitarbeiten darfst (Narkose/Beatmung überwachen und einstellen, intubieren, Arterien/ZVKs legen, Medis aufziehen und geben etc.), is irgendwo auch logisch. Ich fand es besonders in der Uro, AC und TC spannend (Liebe Grüße an Aarne, Veni, Bente, Frau Brückner, Eric und Anke:)), das ist aber auch sicherlich Geschmackssache. Ich hab hier nicht nur viel über Medizin sondern auch fürs Leben und den Job als Arzt gelernt und bin froh, dass ich hier Teil des Teams sein durfte, zu dem man sich als Peejay auch sehr schnell zugehörig fühlt, da man voll mit eingebunden ist.
Noch eine Sache zum Chef: der geht leider im Frühjahr 2026, somit weiß ich nicht genau, wohin sich die Abteilung entwickeln wird, im Moment sind die Hierarchien jedenfalls super flach und man kann einfach sehr angenehm mit allen Mitarbeitern zusammenarbeiten. Der Chef ist auch ein richtig netter Mensch vor dem man nicht wie in anderen Kliniken Angst haben muss, erklärt einem super viel und fragt auch gerne mal etwas ab (was man natürlich mehr schlecht als recht beantworten kann, aber danach ist man schlauer:)).
Die letzte Rotation auf der ITS war auch sehr lehrreich, ich konnte viele körperliche Untersuchungen machen, das Ultraschallgerät wurde auch das eine oder andere mal angeworfen und am letzten Tag hat mich die Assistentin sogar angeleitet, einen Pleurakatheter zu legen. Ansonsten ist die ITS vom Gefühl her etwas stressiger als der OP, da es so wie ich das Empfunden habe mehr Aufgaben gibt und Stationsarbeit auch sehr Bürokratielastig ist. Daran gewöhnt man sich aber auch. Somit ist man als PJ den Assis eine große Hilfe was die Visite angeht (wenn man sich bemüht), manchmal fällt dann aber die Lehre etwas kürzer aus, was bei mir aber sicherlich auch daran lag, dass in meiner Zeit auf der ITS viele krank waren.
Wenn man mal früher gehen muss oder einen Tag frei braucht, ist das in der Regel auch kein Problem. Generell ist man oft früh raus (ca. 14:00), ich bin aber auch regelmäßig lange geblieben, wenn es noch etwas zu tun oder spannendes zu sehen gab. Mittagspause und meist auch kleinere Pausen zwischendurch sind auch immer mit wohlwollen möglich, teilweise wird man sogar drauf hingewiesen, ob man denn schon pause gemacht hat. Wie in jedem Krankenhaus gibt es aber auch stressige tage an denen ich keine Pause gemacht habe, war aber auch nicht weiter schlimm, es hielt sich in grenzen und dafür dass man so viel unter Anleitung machen darf, mach ich auch gerne mal eine Schicht durch.
Freitags ist ab mittags PJ-Unterricht, ansonsten gibt es abteilungsintern auch Unterricht, den muss man aber manchmal selbstständig mit den dozierenden Ärzten koordinieren, dafür am besten direkt am Anfang im Sekretariat nach dem Plan fragen, ich hab leider erst nach ein paar Wochen davon erfahren. Manchmal gibt es auch noch Pj-Unterricht an anderen Tagen, das bekommt man aber alles niederschweflig von Frau Zängler mitgeteilt.
Ein Wort noch zum essen: ist meist gut, ca. 3-6€ nur nicht denselben Fehler wie ich machen und die vegetarische Bulette nehmen, die ist nix. :)
Alles in Allem kann Ich es nur empfehlen hier Anästhesie zu machen, hat sich sehr gelohnt.
Bewerbung
Bewerbung läuft, wenn man in Essen studiert, über unser uni -nternes PJ Büro bei Frau Bischoff. Von extern einfach frühzeitig anrufen und fragen, was möglich ist, dazu kann ich nicht so viel sagen.