Zu Beginn muss ich erwähnen, dass Chirurgie persönlich nicht wirklich mein Fachgebiet ist und ich im OP dazu neige, Kreislaufprobleme zu bekommen. Daher bin ich mit eher gemischten Erwartungen in das Tertial gestartet. Bereits vor Beginn wurden wir von der Lehrkoordinatorin Jule Niehus kontaktiert, die sich nach unseren Rotationswünschen erkundigt hat. Sie ist wirklich die beste Person des BHL und setzt sich sehr dafür ein, das Tertial für die PJ-Studierenden möglichst angenehm zu gestalten und individuelle Wünsche nach Möglichkeit zu berücksichtigen.
Intensivstation
Während meiner Rotation auf der Intensivstation waren nur zwei Wochen vorgesehen (mittlerweile sind es vier Wochen). Daher konnte ich dort leider nicht so viel machen. Mittlerweile scheint die Rotation aber umfangreicher zu sein. In den OP muss man dort nicht wirklich gehen.
Dienstbeginn: 6:50 Uhr
Dienstende: spätestens 14:30 Uhr
NFA / ZNA
Die Stimmung in der NFA empfand ich teilweise als schwierig. Es fallen dort leider immer wieder toxische, sexistische oder rassistische Kommentare. Wenn man jedoch mit engagierten Assistenzärzten arbeitet, kann man auch einiges lernen, zum Beispiel Nähen. Es kann vorkommen, dass man relativ spontan aus der NFA in den OP geschickt wird, wenn dort Hilfe benötigt wird – sowohl während des Tages als auch im Dienst.
Dienstbeginn: 7:30 Uhr
Dienstende: etwa 15:30 Uhr (stark abhängig vom jeweiligen Arzt)
Neurochirurgie
Die Ärzte dort sind sehr nett und die Atmosphäre ist angenehm. Es handelt sich um eine eher kleine Abteilung, in der nicht immer viel los ist, aber das Arbeitsklima ist sehr freundlich. Man muss nicht in den OP gehen.
Dienstbeginn: 7:00 Uhr
Dienstende: etwa 12:00 Uhr
Station für Rückenmarksverletzte
Das war für mich die beste Station. Die Ärzte sind alle sehr freundlich und sehr engagiert darin, uns etwas beizubringen. Man darf viele Dinge relativ selbstständig machen, z. B. Patienten aufnehmen, untersuchen, Blut abnehmen oder Viggos legen. In den OP kann man gehen, wenn man möchte, es ist aber kein Muss.
Dienstbeginn: 8:00 Uhr
Dienstende: etwa 14:00 Uhr
Viszeralchirurgie
Auch dies ist eine eher kleine Station. Die Ärzte wirken häufig sehr angespannt und manchmal ist die Stimmung etwas gereizt. Auf der Station selbst gibt es nicht besonders viel zu tun, daher wird man häufig gebeten, im OP zu assistieren. Man kann aber auch in der Ambulanz mitlaufen.
Dienstbeginn: 7:00 Uhr
Dienstende: sehr unterschiedlich, etwa zwischen 13:00 und 17:00 Uhr
Dienste und Seminare
Während des PJ im BHL müssen insgesamt 6 Dienste absolviert werden: 4 unter der Woche sowie 2 Wochenenddienste. Nach einem Dienst erhält man am nächsten Tag dienstfrei. Für Wochenenddienste (einschließlich Freitagsdiensten) bekommt man ebenfalls den darauffolgenden Werktag frei. Die Dienste können auf dem NEF (maximal zweimal), in der ZNA oder auf einer Station absolviert werden.
Die Seminare sind verpflichtend und finden regelmäßig statt:
• Dienstags: 11:30–16:00 Uhr (drei Seminare inklusive Mittagspause) (Lehrvisite Innere, PJ-Seminar, Lehrvisite Chirurgie)
• Donnerstags: 13:00–14:00 Uhr Neurologie-Seminar
• Erster Donnerstag im Monat: Radiologie-Seminar 11:00–12:00 Uhr
• Erster Montag im Monat: EKG-Kurs ab 8:15 Uhr
Fazit
Insgesamt kann ich sagen, dass das Tertial hier sowohl für chirurgiebegeisterte Studierende als auch für Personen wie mich, die im OP eher Probleme haben, eine gute Option ist. Man wird in der Regel nicht in den OP gezwungen (ich war während meines gesamten Tertials nur einmal im OP), kann aber jederzeit mitgehen, wenn man Interesse hat und dort viel lernen.