Der Tag beginnt immer um 7:30 Uhr mit der Besprechung der neu aufgenommenen Patienten. Wenn dann noch Zeit ist, werden gemeinsam noch die Röntgen- und CT-Bilder durchgeschaut. Danach geht man in seinen jeweiligen Einsatzbereich. Die Rotationen sind vorgeplant: 6-7 Wochen Station, 6-7 Wochen Notaufnahme, 2 Wochen Funktion, 1 Woche ITS. Die Betreuung durch die Assistenzärzte ist individuell unterschiedlich, der Großteil achtet aber sehr auf die PJ-ler und erklären gerne nochmal Sachverhalte. Bei Rückfragen zu den selbst betreuten Patienten steht immer ein Ansprechpartner zur Verfügung. Wie viel man macht, hängt vom eigenen Engagement ab. Es ist immer möglich, zu sagen, dass man bereits genug Aufgaben hat und deswegen keine neue übernehmen möchte. Ansonsten ist man in seiner Arbeit sehr frei. Es sollten eigene Patienten betreut und auch in den OA- und Chefarztvisiten vorgestellt werden. Die Hierarchien sind sehr flach und der Umgang miteinander sehr angenehm, sodass man viel lernen kann. Man bekommt konstruktive Verbesserungsvorschläge.
Zwischen 11:30 und 13:30 Uhr gibt es kostenloses Mittagessen in der Cantine, das wirklich lecker ist und man sich auch mal nachnehmen kann, wenn es zu wenig war, was selten vorkommt.
Gegen 13:30 Uhr ist die Mittagsbesprechung, die ähnlich abläuft wie die Morgenbesprechung, nur dass anfangs ein Radiologe die neuen Befunde vorstellt. Dienstags findet danach noch bis 14 Uhr die Inneren-intere Fortbildung statt.
Je nach Station kommt man zwischen 14:30 und 17 Uhr nach Hause. Es gibt keine Studientage. Wenn doch ein Tag frei benötigt wird, man aber keinen Fehltag nehmen möchte, ist es möglich, Dienste in der Notaufnahme zu machen und diese Tage vor-/nachzuarbeiten.
Der PJ-Unterricht ist wirklich gut. Von der Inneren gibt es mit seltenen Ausnahmen 1x/Woche ein Seminar beim Chefarzt (Prof. Dr. Sayk), in dem Fälle oder gewünschte Themen gemeinsam besprochen werden. Außerdem findet wöchentlich der EKG-Kurs bei OA Fitschen statt, bei dem die Struktur und die klinische Einordnung von EKG-Streifen in lockerer, lehrreicher Atmosphäre geübt wird. Beim chirurgischen Chefarzt Dr. Stiedenroth findet auch meist wöchentlich der Sonokurs statt. Hier gibt es anfangs einen Theorieteil und danach übt man den Ablauf aneinander in zwei Gruppen.
Wenige negative Punkte:
- In der NA wird man häufig für die Aufnahme der Elektiven abgeordert, sodass man vormittags von den sonstigen Neuaufnahmen wenig mitbekommt.
- Einige wenige Kollegen drücken den PJ-lern gern sehr viele Aufgaben ab (z.B. Briefe schreiben für Patienten, die man selbst gar nicht kennt oder betreut hat). Hier ist es wichtig, Grenzen zu setzen, wenn es deinen Arbeitsrahmen sprengt oder du Feierabend hast, was immer akzeptiert wird.
- Die eine Woche auf der ITS war mir persönlich zu kurz, da es zu der Zeit auch wenig Fälle gab, bei denen ich was machen konnte.
Insgesamt ist der Umgang im Krankenhaus miteinander sehr freundlich und man kann sehr viel lernen. Da es mein 1. Tertial war, habe ich keinen Vergleich, bin aber total begeistert. Ich hatte dort eine sehr schöne Zeit und kann es wärmstens weiterempfehlen.
Bewerbung
Bewerbung über das PJ-Portal. Wegen der Unterkunft habe ich dann den ausgeschriebenen PJ-Beauftragten kontaktiert, der mich an Fr. Löwenstrom aus der Personalabteilung weitergeleitet hat. Sie hat alles Weitere mit mir organisiert und es lief problemlos.
Die Unterkunft ist einfach gehalten. Man hat ein Zimmer mit Bett und Matratze, Tisch, Regal und Schrank, außerdem ein eigenes Waschbecken. Es gibt ein geschlechtergetrenntes Gemeinschaftsbad mit Toiletten und Duschen. Die Duschen können aber auch abgeschlossen werden, sodass man seine Ruhe hat. Die Gemeinschaftsküche ist sauber. Es gibt keinen Wasserkocher und kein Gemeinschaftsgeschirr, was mich am Anfang vor eine Herausforderung stellte. Die Mitbewohner sind aber sehr hilfsbereit.