PJ-Tertial Allgemeinchirurgie in Regiomed Klinikum Sonneberg (12/2025 bis 4/2026)

Station(en)
Station 23, OP, Notaufnahme, Funktionsdiagnostik, Elektiv Aufnahme
Einsatzbereiche
OP, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Diagnostik, Notaufnahme, Station
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Wir waren während des Tertials zu zweit als PJlerinnen dort (shout out an meine Mit-PJlerin – ohne sie hätte das Ganze nur halb so viel Spaß gemacht). Vieles konnte man gemeinsam machen, was den Alltag wirklich sehr angenehm gestaltet hat und zwischendurch hatten wir auch wirklich Zeit uns gemeinsam auf unser M3 vorzubereiten. Eingeteilt waren wir in der Allgemeinchirurgie; grundsätzlich wäre es aber jederzeit möglich gewesen, nach Absprache auch einmal in die Gefäßchirurgie zu rotieren oder bei den Orthopäden/Unfallchirurgen vorbeizuschauen.

Der Umgangston in der Klinik war insgesamt wirklich sehr angenehm. Sowohl mit den Ärztinnen und Ärzten als auch mit der Pflege hat man auf Augenhöhe zusammengearbeitet. Gerade im OP habe ich mich immer willkommen gefühlt – das kenne ich aus anderen Häusern leider auch anders. Die Oberärztin und Oberärzte waren durchweg nett, sehr zugänglich und haben uns gut integriert. Bei den Assistenz- und Fachärzten ist es – wie vermutlich überall – etwas typabhängig. Man merkt aber relativ schnell, wer besonders motiviert ist, etwas zu erklären und PJler aktiv einzubinden.

Blutentnahmen sind in der Klinik grundsätzlich Aufgabe der Pflege. Natürlich freuen sich die Pflegekräfte über Unterstützung, sodass wir gelegentlich mitgeholfen oder noch einzelne Röhrchen abgenommen haben, wenn etwas nicht geschafft wurde. Das hielt sich aber wirklich sehr im Rahmen – man verbringt hier definitiv nicht den halben Vormittag damit, auf mehreren Stationen Blut abzunehmen. Teilweise haben wir sogar freiwillig geholfen, um einfach noch einmal zu üben. Zugänge auf der eigenen Station zu legen gehört zu den PJ-Aufgaben, aber auch das war insgesamt überschaubar.

Zur Organisation: Die Platzbuchung über das PJ-Portal lief problemlos und auch die zuständige Ansprechpartnerin der Uni Jena war wirklich sehr engagiert und hilfsbereit. In der Personalabteilung der Klinik, die sich um die Verträge kümmert, hat sich der Prozess allerdings etwas verzögert. Wir mussten mehrfach nachfragen bis wir unseren Arbeitsvertrag und alle Infos bekommen haben. Am Ende hat aber alles funktioniert, sodass man sich davon nicht zu sehr verunsichern lassen sollte - man bekommt die Unterlagen durchaus erst 1,5 Wochen vor PJ-Start. Fairerweise lag unser Tertialstart am 29.12., was organisatorisch sicher kein idealer Zeitpunkt war.

Für Studierende, die nicht aus Sonneberg kommen, gibt es die Möglichkeit, direkt oberhalb der Klinik in einem kleinen Zimmer zu wohnen. Die Unterkunft ist vollkommen ausreichend ausgestattet, mit Gemeinschaftsküche und Bad. Man hat alles, was man braucht, und profitiert vor allem von den sehr kurzen Wegen.

Die Anästhesie war wirklich ein großes Plus. Das Team war sehr freundlich und man durfte jederzeit auch als chirurgischer PJler bei Ein- und Ausleitungen dabei sein und Fragen stellen. Der Chef der Anästhesie bietet außerdem einmal pro Woche Unterricht an. Der Inhalt ist entsprechend etwas Anästhesie-lastig, behandelt werden aber darüber hinaus viele Grundlagen (z. B. Reanimation), die in jedem Fach später wichtig sind.
Zusätzlich haben sich die Chirurgen der Allgemeinchirurgie immer wieder Zeit genommen, einzelne Themen mit uns durchzusprechen. Das lief meist unkompliziert und spontan, wenn man Interesse gezeigt hat.

Im OP durften wir am Ende einiger Eingriffe auch zunähen. Es waren jetzt keine riesigen Mengen – wer nach jeder Operation unbedingt zunähen möchte, ist hier vielleicht nicht ganz richtig. Für mich persönlich war es aber völlig ausreichend und hat gut gepasst.
Wichtig dahingehend zu wissen: Ich selbst möchte später nicht Chirurgin werden. Wenn man sehr viele spektakuläre Fälle mitoperieren möchte, ist ein großes Haus vielleicht besser geeignet. Für eine solide chirurgische Basisausbildung ist die Klinik jedoch wirklich gut. Es gibt viel Input aus der Hernienchirurgie, außerdem werden häufig Gallenblasen, Appendizes und Ileus operiert. Zusätzlich sieht man immer wieder interessante Spezialfälle, die man anderswo vielleicht nicht unbedingt erleben würde.
Man hat außerdem die Möglichkeit zu rotieren und kann jederzeit in der Notaufnahme, bei elektiven Aufnahmen oder in der Endoskopie mitlaufen.

Studientage sind möglich und lassen sich relativ flexibel nehmen. Auch wenn man einmal einen Termin hat und früher gehen muss, kann man das offen ansprechen – es findet sich in der Regel immer eine Lösung.

Abschließend noch ein kleiner positiver Punkt: Die verpflichtende Hygieneschulung zu Beginn war überraschend gut gestaltet. Sie war deutlich praxisnäher als viele andere Pflichtveranstaltungen und man hat tatsächlich etwas gelernt.
Bewerbung
Über das PJ-Portal
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Nahtkurs
Fallbesprechung
Bildgebung
Prüfungsvorbereitung
Sonst. Fortbildung
Tätigkeiten
Blut abnehmen
Mitoperieren
Notaufnahme
Poliklinik
Braunülen legen
Röntgenbesprechung
Briefe schreiben
Chirurgische Wundversorgung
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
1x / Woche frei
Tätigkeiten
Mittagessen regelmässig möglich
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Unterkunft gestellt
Kleidung gestellt

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
2
Unterricht
2
Betreuung
1
Freizeit
1
Station / Einrichtung
2
Gesamtnote
2

Durchschnitt 1.67