Der Start in mein Tertial war problemlos, ich konnte sofort alle nötigen Programme verwenden, es gab meistens freie PCs und alle waren super nett. Es gibt mehrere Normalstationen, ITS, Stroke, Notaufnahme und Ambulanzen. Man rotiert meistens über alle Stationen, in die Ambulanzen kann man freiwillig. 2 Wochenenddienste waren bei uns verpflichtend, hierfür bekommt man pro Dienst (9-9 Uhr) 1,5d frei, also 2 Dienste = 3d frei.
Beginn ist um 8 Uhr (Stroke 7:30), 15:45 bis 16:15 Röntgen Demo, Ende 16:15 bis 17:00.
Insgesamt schon hohes Niveau der Lehre und klinischen Tätigkeit, damit aber auch höhere Erwartungen an PJler. Starker Fokus auf Differnzialdiagnostik, nicht so viel Therpie. Klinkausrichtung insgesamt auf Bewegungsstörungen und Parkinson.
6 West:
Parkinson-Station, Patienten die mehr Pflege benötigen. OA Haarmann. Pflege größtenteils sehr nett. Viele Parkinson-Kopflexbehandlungen, in denen Pat. 2 Wochen in der Klinik sind zur Optimierung der Medikamente/DBS. Großer Fokus der Klinik auf Parkinson (Bewegungsstörung) und DBS, auch in der Forschung.
5 West:
Geriatrische-Station, Patienten die mehr Pflege benötigen. OÄ Daniels, sehr nett, extrem beeindruckender Umgang mit Patienten und Team. Pflege sehr nett. Viele Pat. für Geriatrische-Koplexbehandlung 2 Wochen, oft Schlaganfall, aber auch seltenere Erkrankungen.
5 Ost:
Notaufnahme-Station, Patienten benötigen wenig Pflege. OA/OÄ wächselnd. Pflege kaum Kontakt. Man kann sowohl auf Station gehen und in die NA. Pat. mit Kopfschmerzen, VZV, Lähmungen, .... eher fitter
Stroke:
Schlaganfallstation, Betreuung Stroke-Codes. OA Hametner. Pflege sehr nett. Lernen NIHSS, Stroke-Code, Duplex, Standard Stroke Workup
ITS:
Pat. nach Stenting, ICB, ALS oder Myastenie mit Beatmung. Pflege teilweise sehr nett, teilweise aber auch unfreundlich, unfair. Bis auf Untersuchungen wenig eigenständiges Arbeiten, etwas schlechtere Stimmung, weniger spannend.
Seminare:
Mo in der VL Zeit -> Differenzialdiagnosen VL (unterschiedliche Dozenten), in der VL freien Zeit -> Seminar von PJlern vorbereitet, OA/OÄ, Assistenzarzt mit dabei
Fr Seminar Prof. Zeller -> sehr angenehm, extrem nette Erklärung der Grundlagen der Elektrophysiologie (Neurografie, Evozierte Potentiale, EMG, EEG)
Fr Neuro-Quiz -> Prof. Üceyler macht ein Seminar, in dem sie einen Patienten vorstellt, man muss dan Differenzialdiagnostische Fragen fragen. Sehr anspruchsvoll, etwas angespanntere Stimmung, trotzdem sehr lehrreich. Möglichkeit des Probe-Examens.
Seminare OA Lange -> extrem lustiges und lockeres Lernen (spontan z.B. heute 11:00). An unseren Fragen orientiert.
Eigenständiges Arbeiten:
- LPs können eigentlich immer von den PJlern gemacht werden (ich habe so 20-30 gemacht)
- Blutentnahmen/PVVK halten sich im Rahmen
- Untersuchungen oft möglich
- Arztbriefe habe ich kaum geschrieben, hätte ich gerne mehr
- Pat. selbst betreut habe ich leider nur 1-2 Mal, hätte ich gerne mehr gemacht
- Arterielle Punktion, ZVK, Bronchoskopie,.... weniger mgl. je nach Situation
Pros:
- nettes Team, auch im Alltag Lehre, viele Seminare (min. 3x/Woche) an denen man immer teilnehmen kann
- gemeinschaftliches Mittagessen auf 5 West gegen 12 Uhr (die meisten bringen sich etwas mit, aber es gibt auch ne Mensa die ok ist - 6-8€)
- eigenständiges Untersuchen
- LPs
Cons:
- durch Prof. Üceyler hohe Ansprüche teilweise unangenehme Stimmung/Situationen/Stress
- teilweise 2 PJler auf einer Station -> da steht man sich auf den Füßen
- verpflichtende Wochenenddienste
- Stimmung ITS
- wenig selbsständige Pat.-Betreuung
Insgesamt ein sehr lohnendes PJ-Tertial, wenn man etwas an einer Uni-Klinik sucht. Ein erwartbarere hoher Anspruch an die Lehre und den klinische Alltag und trotzdem alles in allem sehr nettes Team incl. Pflege.
Ich habe wirklich viel gelernt!
Bewerbung
Die Bewerbung lief über das PJ Portal, anschließend wurde ich 3 Wochen vor Beginn über E-Mail kontaktiert. Es gab einige Formalitäten (incl. erweitertem Führungszeugnisn). Ansonsten Problemlos.