Station, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Diagnostik, Notaufnahme, OP
Heimatuni
Wuerzburg
Kommentar
Ich habe mich für Mayen entschieden, da ich die Chirurgie als PJlerin in einem kleineren Haus kennenlernen wollte. Hier gibt es den Rahmen für eine gute Betreuung, für Lehre und vielseitige Einsatzmöglichkeiten. Schon der Kontakt im Vorhinein lief reibungslos, sei es mit Frau Mouici wegen der kostenlosen Unterbringung im Personalwohnheim oder mit Frau Ortmann, der sehr engagierten PJ-Koordinatorin vor Ort. Der erste Tag findet in Koblenz statt, da das St. Elisabeth-Krankenhaus Mayen ein Teil des Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein ist. Der Einführungstag wird durch die übergreifende PJ-Koordination geleitet und man erhält seinen Mitarbeiterausweis und sein eigenes Telefon. Einmal im Monat findet das Studium Generale statt, bei dem alle PJler des GKM zusammenkommen.
In der Chirurgie rotiert man zwei Monate in die Allgemeinchirurgie/Viszeralchirurgie und zwei Monate in die Orthopädie/Unfallchirurgie.
Allgemeinchirurgie:
Die Visite startet um 7:15 Uhr mit darauffolgender Besprechung der Patienten in großer Runde mit den beiden Chefärzten. Hierbei wird sich auch Zeit genommen, etwas nachzufragen oder zu erklären. Man hat die Möglichkeit, Patienten selber vorzustellen, die man in der Notaufnahme mit betreut hat. In der Notaufnahme führt man Anamnesegespräche, macht die körperliche Untersuchung und kann vorschallen. Dann bespricht man weitere diagnostische Schritte, die (Verdachts-)Diagnose und was man therapeutisch vorschlagen würde. Als PJler hat man einen Zugang zu dem Kliniksystem und kann dokumentieren. Kleinere Eingriffe, wie die Eröffnung von Abszessen, finden auch in der Notaufnahme statt. Auf Station hilft man bei den Blutentnahmen und legt venöse Zugänge. Im OP wird man gut angeleitet und assistiert bei offen chirurgischen OPs und bei Laparoskopien. Nachmittags findet die Röntgenbesprechung statt. Die Viszeralchirurgie und Gastroenterologie arbeiten eng zusammen, sodass ich auch immer mal wieder in der Endoskopie zugeschaut habe.
Orthopädie/Unfallchirurgie:
Die Visite startet um ca. 7:15-20 Uhr. Ab 8:00 Uhr werden in der großen Runde mit dem Chefarzt die Patienten besprochen und danach die Röntgenbilder. Im Anschluss, wenn man nicht in der ersten OP als Assistenz eingeteilt ist, erledigt man die anstehenden Blutentnahmen und legt venöse Zugänge. In der Notaufnahme führt man Anamnesegespräche und macht die körperliche Untersuchung. Man wird angeleitet bei der Wundversorgung mit Nahtmaterial, Hautkleber und Verbandsmaterial. Im OP assistiert man vorwiegend bei Endoprothetik-Operationen, aber auch bei Frakturversorgungen. Hier ist es hilfreich, chirurgische Knotentechniken zu beherrschen. Schockraumsituationen hatte ich bei meinem Blockpraktikum in der Unfallchirurgie in Würzburg schon erlebt, die kommen hier in Mayen seltener vor. Generell darf man bei allem, was einen interessiert, zuschauen. In der Notaufnahme sind auch die Räume für die Sprechstunde, bei der man mitgehen kann.
PJ-Unterricht:
Der Unterricht findet in den Fächern Innere Medizin, Viszeralchirurgie/Gastroenterologie, Pädiatrie und Unfallchirurgie statt. Man kann sich Themen wünschen und es wird sich sehr viel Mühe gegeben. In der Anästhesie schaut man in einem einwöchigen Praktikum vorbei, bei dem man intubieren, Narkoseein- und ausleitung und einiges mehr lernt.
Unterkunft, Essen, Mayen:
Sofern die Kapazitäten da sind, kann man kostenlos im Personalwohnheim unterkommen. Das Zimmer hat ein eigenes Bad, eine Küchenzeile und einen Balkon. Im Keller steht eine Waschmaschine und ein Trockner, beides zur kostenfreien Nutzung. Das Essen in der Cafeteria kostet 5€ für PJler.
Mayen ist ein ruhiger Ort mit Möglichkeiten für einen Nachmittagskuchen (Hoefer, Dajöh), etwas Bummeln, Kino und mehreren Einkaufsmöglichkeiten (Rewe, Aldi, Lidl, dm).
Fazit:
Meine Erwartungen sind übertroffen worden und man wird sehr respektvoll aufgenommen. Es gibt Raum für Lehre und keine Überstunden (außer man bleibt länger aus Interesse an eine spannenden OP oä.). Ich kann das PJ in Mayen nur empfehlen.