PJ-Tertial Allgemeinchirurgie in Kantonsspital Luzern (11/2025 bis 3/2026)

Station(en)
Viszeral, Gefäß, Notaufnahme
Einsatzbereiche
Notaufnahme, OP, Station, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Arbeitsalltag & Rotationen
Dienstzeiten: 7:00 Uhr bis offiziell 17:30 Uhr.

Die meiste Zeit verbringt man auf der Viszeralchirurgie, man rotiert aber zum Teil auch in die Schilddrüsen- und Gefäßchirurgie sowie auf den Notfall.

Gefäßchirurgie:
Sie hat einen deutlich schlechteren Ruf, als es in der Realität der Fall ist. Die Leute freuen sich immer sehr auf die Uhus und sind extrem dankbar. Das Teaching wird hier sehr ernst genommen, und man kann selbst mit der Chefebene tolle Gespräche führen. Wir durften sogar mit zur Weihnachtsfeier und haben uns immer wohlgefühlt. Wenn man alleine dort eingeteilt ist, ist es schon recht anstrengend, da die OPs sehr lange dauern. Zu zweit ist das aber gut aushaltbar, da man sich abwechseln kann.

Viszeralchirurgie („Viszi“):
Die allermeiste Zeit verbringt man hier. Die Atmosphäre ist mega gut! Ich habe in der Zeit zu ein paar Ärzten ein freundschaftliches Verhältnis aufgebaut und hatte auch deren private Nummern. Auch die Stimmung im OP war sehr, sehr gut. Selbst ich als nicht-chirurgieaffine Person habe es dort sehr gut ausgehalten.

Das Teaching fällt auf der Station und im OP allerdings ehrlich gesagt ziemlich flach. Zum Teil waren wir 4 Uhus und 6 Assistenzärzte auf Station (für 40 Patienten). Viele Tage saßen wir gelangweilt herum, konnten kaum etwas machen und sind einfach früh heimgegangen. Da in Luzern nicht extrem viel operiert wird, kommen auch die Assistenten eher selten zum Zug. Ich hatte ohnehin das Gefühl, dass das wirkliche Teaching primär auf der Chefarzt-/Oberarztebene stattfindet.
Tipp: Im Dezember waren wir nur zu zweit auf Station, da war man super eingebunden und viel im OP (oft bis 18:00 Uhr). Ab Januar waren dann viele neue Assistenten und 4 Uhus da, sodass der ganze Fokus nur noch auf den neuen Assis lag. Wir wurden zum Teil sogar von der Visite weggeschickt, weil wir „unnötig“ waren, was ziemlich frustrierend war. In dieser Zeit waren wir maximal bis 15:00 Uhr auf Station.
Mein Rat: Geht unbedingt mit in die Sprechstunden der Oberärzte! Die haben sich super gefreut, und dort hat man definitiv mehr gelernt.

Notfall & Pikettdienste
Die beste Zeit hat man natürlich auf dem Notfall, wo man viel und schnell lernt. Ich hatte über Silvester Nachtdienst, was ein durchweg positives Erlebnis war. Wir haben alle auf der Hubschrauberplattform reingefeiert und ein nächtliches Apéro genossen, bis dann die ersten Schockräume reinkamen. Die 7 Tage Kompensationsfrei und die 1.000 CHF tun natürlich auch nicht weh! Insgesamt war ich allerdings nur drei Wochen dort.

Zusatzverdienst:
Das Gute ist der Zusatzverdienst durch die Pikettdienste (1x/Woche). Man bekommt als Basis 60 CHF extra, und wenn man nach 22:00 Uhr gerufen wird, 20 CHF/h. Wenn man nach 3:00 Uhr nachts noch im OP steht, darf man am nächsten Tag offiziell zur Kompensation fehlen. Zudem hat man 9 extra Schweizer Urlaubstage, die unabhängig von den deutschen sind. Das war wirklich super, und jeder hat seine Wünsche stets durchbekommen. Auch kurzfristige Pikett-Tausche waren immer möglich.

Schweizer Bürokratie & Finanzen
Was wir absolut unterschätzt haben, war die Bürokratie. Viele hatten Probleme mit der Anrechnung der Auslandskrankenversicherung. Alle müssen sich bei der Stadt anmelden (wenn man > 90 Tage bleibt), ansonsten bekommt man eine Strafe. Zudem kommen viele Steuern plus die Serafe-Gebühren (die Schweizer GEZ) hinzu. Von den erhofften 1.200 CHF landeten in manchen Monaten also nur 600 CHF auf dem Konto.

Freizeit & Wohnheim
Wetter & Freizeit: Der Winter in Luzern ist eher ernüchternd. Durch die Lage am See hatten wir fast jeden Tag grauen Himmel, viel Nebel und kaum Schnee (Luzern liegt nur auf ca. 400 hm). Aber wir sind an den Wochenenden immer zum Skifahren in die Berge gefahren, wo uns strahlend blauer Himmel erwartete.

Parken: Kostenlose Parkplätze gibt es nicht. Man muss 80 CHF/Monat zahlen und kann das Auto hinter dem Friedhof (ca. 10 Min. entfernt) parken. Unbedingt aufpassen, dass das Ticket in der Parkingpay-App richtig gelöst ist, sonst kassiert man schnell Strafzettel über 100 CHF.

Wohnheim (Zimmer & Küche): Die Zimmer sind super! Sehr gemütlich, neu (2020) mit eigenem Waschbecken und Toilette sowie viel Stauraum (Schrank im Zimmer, auf dem Flur + eigenes Kellerabteil). Das Bett ist ca. 1,10 m breit. Die Küchen sind je nach Stockwerk sehr unterschiedlich ausgestattet. Wir hatten quasi alles, andere hatten nicht mal Besteck – also am besten eigenes Equipment mitbringen und vorbereitet sein. Für günstige Einkäufe gibt es einen Aldi in der Nähe.

Gemeinschaft: Wir waren super viele Uhus und hatten eine wunderbare Gemeinschaft. Man hätte die anderen jeden Tag sehen können und es gab viele geplante Unternehmungen. Auch die Dachterrasse des Wohnheims war genial – von dort hat man eine tolle Aussicht auf die Berge.
Bewerbung
2-3 Jahr vorher oder super spontan. Hba das Gefühl die Chirurgie hat keinen Decken an Pjler (waren viel zu viele)
Unterricht
Kein Unterricht
Inhalte
Nahtkurs
Patientenvorstellung
Tätigkeiten
Chirurgische Wundversorgung
Botengänge (Nichtärztl.)
Notaufnahme
Eigene Patienten betreuen
Mitoperieren
Briefe schreiben
Dienstbeginn
Vor 7:00 Uhr
Dienstende
17:00 bis 18:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Kleidung gestellt
Mittagessen regelmässig möglich
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Gehalt in EUR
1200

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
1
Unterricht
4
Betreuung
2
Freizeit
3
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
2

Durchschnitt 1.73