PJ-Tertial Geriatrie in Staedtisches Klinikum St. Georg (11/2024 bis 1/2025)

Station(en)
Robert-Koch-Klinik
Einsatzbereiche
Station
Heimatuni
Leipzig
Kommentar
Meine Zeit in der Geriatrie war insgesamt total nett. Man bekommt durch die Multimorbidität der Patient:innen einen vielseitigen Blick in verschiedenste Krankheitsbilder der Inneren. Außerdem gibt es interdisziplinäre Überschneidungen zur Chirurgie durch die sog. 14-tägige Komplextherapie, die die meisten Patient:innen dort zB nach erfolgter hüftgelenksnaher-OP (zb Gammanagel) erhalten. Ich empfand das Tempo auf Station als sehr angenehm (eben weil die meisten Patient:innen über 14d stationär liegen) und dadurch eine gute Lernatmosphäre, gerade wenn man am Anfang des PJs steht.

Der typische Arbeitsalltag beginnt als PJler:in mit ein paar wenigen Blutentnahmen (durchschnittl. 3-4/d) + ggf. Flexülen legen, dann gibt es eine kurze Morgenbesprechung. Danach beginnt die Visite, bei der man sich für eine Seite der Station (durchschn. 10-12 Pat.) entscheidet. Hierbei wird eine intensive Medikationsüberprüfung, kurze klinische Untersuchung sowie Klärung sozialer Fragen durchgeführt. Das eigene Einbringen ist gern gesehen. In der Regel bekommt man das meiste der Visite mit. Nach der Visite kümmert man sich als PJler:in eigenständig um die anstehenden Aufnahmen des Tages (meist 1-3/d), die im Vergleich zu anderen Stationen schon mal geriatrietypisch viel Zeit in Anspruch nehmen können. Dabei erlernt man eine Routine in der körperlichen Untersuchung und hat auch immer wieder pathologische Befunde (Herzklappenvitien, COPD-Lunge etc.) dabei. Danach erfolgt die Patient:innenvorstellung mit der zuständigen Fach-/Assistenzärzt:in und die selbstständige Anmeldung für Untersuchungen bzw. das Planen des Procederes für die Patient:innen. Danach ist das Pensum als PJler:in ehrlich gesagt erledigt. Es wird frei gestellt, ob man sich an den ersten eigenen Arztbriefen versuchen möchte. Manchmal gibt es Extraaufgaben, wenn sich Patient:innen verschlechtern. Es gab oft die Möglichkeit für mich früher Feierabend zu machen, wenn alle Aufgaben erledigt waren.
Ich hatte 2x das Glück, Interventionen selbstständig unter Anleitung durchzuführen: eine Pleurapunktion sowie eine Aszitespunktion. Die Ärzt:innen auf Station waren sehr bereit, mir dies mit viel Ruhe und Geduld beizubringen.
1x/ Woche findet eine interdisziplinäre geriatrische Besprechung aller Patient:innen statt mit einem Team aus Ärzt:innen, Pflege, Sozialdienst, Psychotherapie und Physiotherapie. Diesen umfassenden und ganzheitlichen Blick auf Patient:innen, Krankheit, Gesundheit und Rückkehr in den Alltag empfand ich persönlich als sehr gewinnbringend.
Zu meiner Zeit in der Robert-Koch-Klinik in Grünau wurde sehr viel Wert darauf gelegt, immer eine gemeinsame Mittagspause zu machen (teilweise konnte ich dafür Aufnahmeuntersuchungen unterbrechen). Dadurch, dass es keine Kantine gab, wurde für mich Essen der Patient:innen geliefert.

Ich würde die Geriatrie weiterempfehlen! Man bekommt eine gute Routine in der körperlichen Untersuchung, sieht viele Krankheitsbilder und man ist keineswegs überladen mit Aufgaben. Das Team ist nett und auch stets ansprechbar. Für mich hinterlassen Frau Dr. Schinköthe mit ihrem hohen fachlichen Anspruch und Fr. Dr. Ludwig-Gebhardt mit ihrem umfassenden Blick auf Patient:innen und ihrer empathischen Art (zB achtet sie bei jeder Visite darauf, dass die Patient:innen gut gebettet sind oder genügend zu Trinken haben und packt dabei selbst an) bleibenden positiven Eindruck! Als einzigen Kritikpunkt sehe ich, dass wenig Lehre von ärztlicher Seite angeboten wurde und es kaum Teaching zu Krankheitsbildern (abgesehen von den Interventionen) gab. Dabei ist wohl das Stichwort Eigeninitiative zu nennen und die vom St. Georg zentral organisierten Studientage.
Bewerbung
über PJ-Portal
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Patientenvorstellung
Tätigkeiten
Punktionen
Patienten aufnehmen
Blut abnehmen
EKGs
Eigene Patienten betreuen
Untersuchungen anmelden
Patienten untersuchen
Braunülen legen
Briefe schreiben
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Kleidung gestellt
Mittagessen regelmässig möglich
Essen frei / billiger
Gehalt in EUR
400

Noten

Team/Station
2
Kontakt zur Pflege
4
Ansehen des PJlers
2
Klinik insgesamt
3
Unterricht
3
Betreuung
2
Freizeit
2
Station / Einrichtung
2
Gesamtnote
2

Durchschnitt 2.4