Im chirurgischen Tertial rotiert man jeweils zwei Monate in die Unfallchirurgie sowie in die Allgemein- und Viszeralchirurgie. Insgesamt ist das Tertial sehr gut organisiert, und PJ-Studierende werden von Beginn an freundlich aufgenommen und aktiv in den klinischen Alltag integriert.
Unfallchirurgie (UC)
Der Arbeitstag beginnt um 7:20 Uhr mit der Visite (mittwochs Chefarztvisite), gefolgt von der Frühbesprechung um 8:00 Uhr mit Vorstellung der Stationspatienten und gemeinsamer Röntgenbesprechung. Anschließend unterstützt man bei Blutabnahmen oder wird als zweite Assistenz im OP eingeteilt. In der Regel ist man täglich bei mindestens einer Operation eingeteilt.
Der Schwerpunkt der Abteilung liegt auf der Endoprothetik (Hüft-TEP, Knie-TEP). Wirbelsäulen-, Beckenchirurgie sowie die Versorgung großer Polytraumata werden nicht angeboten. Die Eingriffe, insbesondere Prothesenimplantationen, erfordern gerade zu Beginn eine gewisse physische und psychische Belastbarkeit. Mit zunehmender Dauer des Tertials wiederholen sich viele Abläufe, sodass der Lernzuwachs gegen Ende etwas abnehmen kann.
Die Lehre ist insgesamt engagiert, insbesondere durch das oberärztliche Team und den Chefarzt, der wöchentlich einen PJ-Unterricht anbietet. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, in der Notaufnahme sowie in der oberärztlichen Sprechstunde mitzuarbeiten.
Allgemein- und Viszeralchirurgie (AC/VC)
Die Abteilung heißt eigentlich ,,Viszeralmedizin´´ und vereint allgemein- sowie viszeralchirurgische Krankheitsbilder mit gastroenterologischen Aspekten.
Der Arbeitstag beginnt um 7:15 Uhr mit der Visite. Zunächst werden Patienten in einer kleineren Runde mit den Oberärzt:innen besprochen, anschließend erfolgt eine ausführliche Besprechung in größerer Runde gemeinsam mit den Chefärzten. Im Anschluss assistiert man im OP, arbeitet in der Notaufnahme mit oder unterstützt bei Anamneseerhebungen, Entlassungen und Arztbriefen. Blutabnahmen fallen nur in geringem Umfang an.
Das Krankheitsspektrum ist sehr breit und umfasst auch onkologische Krankheitsbilder. Bereits früh im Tertial besteht die Möglichkeit, bei größeren Eingriffen wie beispielsweise einer Hartmann-Operation zu assistieren. Das ärztliche Personal ist aktiv in die Lehre eingebunden und bemüht, operative Schritte verständlich zu erklären. Die Hierarchien sind flach, PJ-Studierende werden gut integriert.
Endoskopische Verfahren wie Gastroskopie, Koloskopie und ERCP können mitverfolgt werden. Zusätzlich steht ein Laparoskopie-Simulator zur Verfügung, an dem jederzeit selbstständig geübt werden kann. Teilweise werden Themen zur eigenständigen Vorbereitung vergeben, die anschließend gemeinsam mit Ober- oder Chefärzten besprochen werden.
Arbeitsklima & Organisation
Das Arbeitsklima ist durchweg sehr freundlich, kollegial und wertschätzend. Bereits kurz nach dem Buchungsslot erfolgte eine schnelle Rückmeldung durch die verantwortliche Person. Der erste Tag findet zentral in Koblenz gemeinsam mit anderen PJ-Studierenden des Klinikverbundes statt. Pro Abteilung ist jeweils ein PJler/eine PJlerin eingeplant. Der PJ-Beauftragte steht in regelmäßigem Austausch mit den Studierenden und ist offen für Verbesserungsvorschläge. Besonders positiv hervorzuheben ist das eigene PJ-Büro mit sehr professionellen Mitarbeitenden, die Anfragen schnell und zuverlässig beantworten.
Es werden eine kostenfreie Unterkunft sowie eine Vergütung in Höhe des BAföG-Höchstsatzes gestellt. Auch die „Learn-and-Earn“-Dienste sind sehr lehrreich: Man assistiert dem diensthabenden Arzt bei Aufnahmen, Diagnostik und Wundversorgungen und erhält viel praktische Verantwortung unter Supervision. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, bei Bedarf ein kostenfreies Auto über ein externes Autohaus zu buchen (Automatik- und Schaltwagen verfügbar).
Die Infrastruktur ist sehr gut: Ein Fitnessstudio befindet sich in fußläufiger Nähe, ebenso mehrere Supermärkte, Restaurants sowie Einkaufsmöglichkeiten in der Altstadt. Koblenz ist mit dem Bus in etwa einer Stunde erreichbar.
Unterricht
Es findet viermal pro Woche PJ-Unterricht in den Fächern Innere Medizin, Viszeralmedizin, Pädiatrie und Unfallchirurgie statt. Der Unterricht wird größtenteils regelmäßig durchgeführt. Ergänzend gibt es ein monatliches Studium generale, in dem medizinisch relevante Themen besprochen und die verschiedenen Standorte des Klinikverbundes vorgestellt werden.
Zusammenfassend eine absolute Empfehlung, das PJ in diesem Haus zu absolvieren. Wer eine Weiterbildung in einem der beiden Fachbereiche anstrebt, würde hier ideal starten.