OP, Notaufnahme, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Station
Heimatuni
TU Muenchen
Kommentar
Das Tertial in Genf ist sehr zu empfehlen, wenn man Französisch spricht und sich für Chirurgie interessiert.
Ich verbrachte zwei Monate in der Thoraxchirurgie und 2 Monate in der Viszeralchirurgie.
Organisation im Vorfeld:
Es ist viel Eigeninitiative gefragt (Tertialdaten abstimmen, Mailkontakt mit Frau Favre, Frau de Botton, Wohnungssuche, etc.)
Im Gegensatz zum deutschsprachigen Teil der Schweiz, ist es in der Romandie möglich, auch mit nicht so viel Vorlaufzeit noch einen Platz fürs PJ zu bekommen, da es dort geregelte Fristen gibt (bspw. immer ab dem 1. August eine neue Bewerbungsphase).
Man bekommt von der Klinik ein Gehalt, aber kein Essen und auch keine Unterkunft. Diesbezüglich lohnt es sich, schon sehr früh mit der Suche nach einem Zimmer zu beginnen (aglae.ch bspw. ist hilfreich).
Situation im Krankenhaus:
In der Thoraxchirurgie war ich Teil eines familiären Teams und wurde für die Schilddrüsen-OPs fix eingeteilt. Oft gab es auch Thoraxdrainagen zu ziehen oder zu legen (hierbei assistieren). Die Stimmung im Team war angenehm, kollegial und harmonisch und nach der Morgenbesprechung um 7:30 Uhr gingen wir meist erstmal gemeinsam auf der Dachterrasse frühstücken. Neben den Schilddrüsen-OPs gibt es auch viele Lobektomien und Rippenfrakturen-OPs, bei denen man assistieren konnte.
Es gibt fast jede Woche einen Kurs im SFITS (Swiss Foundation For Innovation And Training In Surgery), um an Simulatoren zu laparoskopieren oder Thoraxdrainagen zu legen. Ausserdem eine (wirklich regelmässig stattfindende Fortbildung), in der man auch selbst eingeteilt wird, um einen Vortrag zu halten und eine M und M-Konferenz. Die Stationsarbeit ist aufgrund der Tatsache, dass man ein übersichtliches, intuitives und modernes Programm verwendet und alle Blutabnahmen von der Pflege erledigt werden (wie fast überall in der CH) gut machbar. Da ich die einzige PJtlerin war (dort "stagiaire au sixième année"), verbrachte ich die Zeit viel gemeinsam mit den Assistenzärztinnen.
Die Fachrichtung dort würde ich uneingeschränkt weiterempfehlen.
Die Viszeralchirurgie besteht aus einem deutlich grösseren Team. Es kommt vor, dass man bei OPs assistieren darf, aber meist schaut man zu und dann hängt es vom Operateur ab, ob man Fragen stellen kann und erklärt wird. Eine Ausnahme stellen die routinemässig stattfindenden Cholecystektomien dar, die in einem kleineren OP stattfinden und wo man oft assistiert. Nach der Morgenbesprechung (ca. 30 Kollegen), teilen sich alle auf Station, die Sprechstunden oder den OP auf. Die Visite (donnerstags auch Chefvisite) dauert meist den ganzen Vormittag und man kann freiwillig eigene Patienten vorstellen.
Jede Woche gibt es eine M und M-Konferenz und da wir dort auch zeitweise 4 stagiaires waren, durfte man deutlich früher gehen. Dadurch, dass im OP meist 3-4 grosse OPs gleichzeig laufen, ist es sehr abwechslungsreich und man kann viele Eingriffe sehen.
Empfehlungen/Geheimtips zu Genf:
-Ticket für die öffentl. Verkehrsmittel (gelbe Boote zählen auch dazu) kann im tpg Büro am Hbf kostenlos ausgestellt werden (mit Mietvertrag und Nachweis über die "Einschreibung" an der Université de Genève, die man nach der Ueberweisung der 300 Franken bekommt)
-beste Jahreszeit eindeutig im Sommer
-Bains de Paquis auch zum Essen nutzen
-auf den Salève zum Picknicken
-Zugverbindung via Lausanne und Zürich nach München ist top
-Turm der Cathédrale Saint-Pierre besteigen (5 CHF)
-Stadtgeschichte in der Maison Tavel (Modell im Dachgesschoss) lohnenswert
-Tretbootverleih nutzen (nicht zu nah an den Jet d`eau fahren, sonst kommt man nicht mehr weg;))
-das Musée d`art ist kostenlos besuchbar
-Saint Cergue ist top als nahe Wanderlocation
-Lehmanns gibts nicht, aber Payot
-CERN und UN natürlich (im Voraus buchen)