PJ-Tertial Chirurgie in UniversitaetsSpital Zuerich (USZ) (9/2025 bis 12/2025)

Station(en)
Thoraxchirurgie, Notfall, Intensivstation
Einsatzbereiche
Notaufnahme, OP, Station
Heimatuni
Augsburg
Kommentar
Das Chirurgie-Tertial am USZ war unglaublich gut organisiert und für mich als eigentlich gar nicht Chirurgie-Interessierte am Ende doch ein ganz grosses Highlight!
Die Organisation läuft über Massimiliana Reyes, bei der man sich auch 2 Jahre im Vorraus circa bewirbt. Vor dem Tertial kann man sich 2 Bereiche wünschen und eigentlich klappt es fast immer, dass man in einem der beiden Bereiche dann starten darf. Ich hatte mir Thoraxchirurgie oder Intensiv gewünscht und habe ersteres bekommen. Immer so gegen Mitte des Monats kann man Massimiliana dann einen Wunsch für den nächsten Monat mitteilen, da man alle 4 Wochen weiterrotiert. Ich habe mir gesamt Thoraxchirurgie, Notfall und Intensiv gewünscht und alle 3 Rotationen auch bekommen am Ende. Meine Bewertung bezieht sich daher nur auf diese 3 Bereiche der Chirurgie, andere Abteilungen wie die Viszeral-, Unfall- oder Gefässchirurgie habe ich nicht gesehen und die waren von dem, was ich von anderen Pjlern gehört habe, bei weitem nicht so gut wie meine 3 Rotationen.

Thoraxchirurgie:
Hier gibt es nur ein kleines Team, das aber so unglaublich herzlich einen aufnimmt und wo man wirklich schnell ein fester Bestandteil werden kann. Der Tag beginnt immer mit einem Morgenrapport, wo man sich den OP-Plan des Tages anschaut und kurz über Konsile oder Zugänge von der Nacht spricht. Anschliessend gehen alle gemeinsam auf Visite bei den Patienten auf IMC oder Intensiv und dann teilt das Team sich auf in die eigenen Bereiche. Meist war ich dann auf der Normalstation mit dem Stationsarzt und habe dort bereits ab der zweiten Woche Patienten alleine übernommen, Visiten gemacht, dokumentiert, Untersuchungen und Labore verordnet und unter Aufsicht Thoraxdrainagen gezogen. Häufiger wurde man auch in den OP zum Assistieren gerufen, hierbei war ich fast ausschliesslich erste Assistenz und habe meist die thorakoskopische Kamera geführt und am Ende genäht. Man ist mit allen Ärzten und Pflegern per Du und die Kommunikation ist total auf Augenhöhe. Es wird immer was erklärt oder interessiert über Persönliches geplaudert. Neben Station und Routine-OP gehört auch die Lungen-Entnahme für Transplantationen mit zu den Aufgaben des Teams und ich selbst war zwei mal als erste (und einzige) Assistenz bei der Organentnahme in externen Spitälern dabei und habe sowohl Herz- als auch Lunge mit einem Oberarzt entnommen und am Back Table präpariert. Das war mit Abstand das Coolste am gesamten Tertial. Das i-Tüpfelchen wäre es gewesen, wenn eine Entnahme mit dem Helikopter transportiert werden müsste, das Glück hatte ich leider wetterbedingt nicht, aber kommt durchaus häufiger vor.
Dienstagmorgen ist immer eine Fortbildung am Thorakoskopie-Trainer und alle 2 Wochen auch eine Online-Fortbildung zu einem spannenden Thema. Ausserdem ist Dienstag abends immer Badminton mit dem Team geplant, wo man sich gemeinsam für 1 Stunde zum Spielen in einer Halle trifft.

Notfall:
Hier hab ich mit Abstand am meisten tun können. Der Notfall beginnt unter der Woche morgens immer mit einem kurzen Rapport, Übergabe der Patienten vom Nachtdienst und dann ein 5-Minuten-Vortrag zu wichtigen Themen der Notfallmedizin. Der Notfall selbst teilt sich ein bisschen auf in einen Akut-Bereich und einen Fast-Track, was im Endeffekt ein bisschen einer Notfallpraxis entspricht, wo alle Patientin mit ESI 4 gesichtet und behandelt werden. Als PJler kann man sich in beiden Bereichen frei bewegen, anfangs ist man auf dem Fast-Track besser aufgehoben, da man dort auch wirklich eigenständig Patienten sichten und versorgen kann, sowie den Arztbrief schreiben kann. Die Vorbereitung der Wundversorgungen ist PJler Aufgabe und man kann so bei fast jeder Wundversorgung dabei sein und oft auch selbst mitarbeiten. Ich habe in meinen 4 Wochen auf dem Notfall zahlreiche Wunden genäht, Abszesse gespalten, Verbrennungen debridiert und so weiter. Es war eine wahnsinnig lehrreiche Zeit und man konnte tatkräftig mitarbeiten.
Auf dem Notfall herrscht auch für die PJler Schichtdienst. Meist hat man 4 Tage Dienst, dann 4 Tage frei, dadurch sind aber häufig auch Dienst am Wochenende geplant, was aber entsprechend auch vergütet wird. Frühdienst geht von 8-15 Uhr, Spätdienst von 15-22 Uhr und Nachtdienst von 22-8 Uhr, wobei man hier meist früher heimgeschickt wird, sobald die Patienten weniger werden.

Intensiv:
Sicherlich die Station, wo ich am wenigsten arbeiten konnte, aber dafür umso mehr theoretisches lernen konnte. Die erste Woche war eine grosse Umstellung, die medizinische Komplexität ist erschlagend. Aber es wird jeden Tag zwischen 13 und 14 Uhr eine Fortbildung angeboten. Jeden Tag gibt es dabei einen anderen Bereich bspw Journal-Club, Fall-Vorstellung, allgemeine Fortbildung, Sono-Kurs, etc wodurch man wirklich jeden Tag neuen spannenden Input bekommen hat. Auf der Intensivstation selbst hat man sich meist an den Visiten beteiligt und diese dokumentiert, danach hat man Ultraschall-Untersuchungen machen können, CT-Transporte begleitet oder auch mal eine Arterie gelegt. Besonders über Dialyse und Thromboseprophylaxe kann man hier nochmal viel lernen und die Assistenzärzte waren alle extrem lieb und haben einen aktiv mitgenommen, wenn es etwas interessantes gab.

Alles in Allem war es für mich ein wunderbares Chirurgie-Tertial und ich konnte viel lernen! Die Organisation ist super und man wird als PJler eigentlich überall respektvoll ins Team aufgenommen. Von anderen Abteilungen wie der Viszeralchirurgie habe ich aber auch gehört, dass PJler Botendienste wie das Besorgen von Frühstück und Kaffee aufgedrückt wurde, daher würde ich empfehlen euch vor der Abgabe euer Wunschstationen mal mit den anderen PJlern auszutauschen, falls euch eine andere Station interessiert als ich hier beschrieben habe.

Urlaub gibt es 2 Tage pro Monat, die euch nicht als Fehltage ausgewiesen werden (ausser ihr seid von der Uni Köln, die sind da wohl extrem schwierig). Die Urlaubstage müssen im jeweiligen Monat genommen werden und können nicht gesammelt werden. Währende der Notfallrotation könnt ihr eure 2 Urlaubstage nicht selbst vergeben, die werden für den Dienstplan quasi zugeteilt. Bei Krankheit müsst ihr euch telefonisch beim Notfall-Dienstarzt melden und ab dem ersten Tag eine Krankmeldung vom Personalarzt vorlegen. Dann werden die Krankheitstage aber auch nicht als Fehltage aufgeschrieben.
Bewerbung
Circa 2 Jahre im Vorraus an [email protected] (früher Donata Gröflin, jetzt Massimiliana Reyes als Ansprechperson)
Unterricht
3 x / Woche
Inhalte
Fallbesprechung
Sonst. Fortbildung
Tätigkeiten
Patienten untersuchen
Briefe schreiben
Röntgenbesprechung
Chirurgische Wundversorgung
Mitoperieren
Eigene Patienten betreuen
Patienten aufnehmen
Notaufnahme
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
16:00 bis 17:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Kleidung gestellt
Gehalt in EUR
1040

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
3
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
2
Unterricht
1
Betreuung
1
Freizeit
2
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
1

Durchschnitt 1.4