PJ-Tertial ZMK-/Gesichtschirurgie in Universitaetsspital Basel (10/2025 bis 12/2025)

Station(en)
MKG-Bettenstation
Einsatzbereiche
OP, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Notaufnahme, Station
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Die MKG-Chirurgie am Universitätsspital Basel ist eine eher kleine Abteilung. Sie gliedert sich in das Ambulatorium, in dem Kontrollen, Erstgespräche sowie kleinere Eingriffe wie Zahnextraktionen und Implantate durchgeführt werden, sowie in die stationäre Abteilung mit den operierten Patient:innen. Operiert wird in der Regel von Dienstag bis Freitag, wobei freitags überwiegend kleinere tagesstationäre Eingriffe stattfinden. Das operative Spektrum umfasst grundsätzlich das gesamte Gebiet der MKG-Chirurgie, insbesondere orthognathe Chirurgie, Frakturen, Tumorchirurgie, Abszesse, Facial Feminization Surgery (FFS), Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten sowie kraniofaziale Chirurgie. Letztere wird im UKBB durchgeführt, wobei PJ-Studierende dort nur auf explizite Nachfrage eingesetzt werden.

Der Arbeitstag beginnt um 7:45 Uhr mit dem Morgenrapport. Als PJ-Studierende ist man täglich der stationären Abteilung zugeteilt. Der Vormittag besteht aus der Teilnahme an der Visite und der anschließenden administrativen Nachbearbeitung. Dazu gehören insb. das Schreiben von Arztbriefen, das Erstellen und Drucken von Rezepten und Arbeitsunfähigkeitszeugnissen, die Terminorganisation sowie die Durchführung und Dokumentation eines lokalen und internistischen Status bei allen stationären Patient:innen. Nach Abschluss dieser Aufgaben besteht die Möglichkeit, im Ambulatorium bei Sprechstunden zuzuschauen oder im OP anwesend zu sein. Der Arbeitstag endet offiziell um 17:00 Uhr, abhängig von der Assistenzärzt:in jedoch teils deutlich früher oder später.

Zusätzlich leisten PJ-Studierende 2/3 Bereitschaftsdienste pro Monat für alle chirurgischen Disziplinen. Diese Bereitschaftsdienste wurden vor Beginn nicht kommuniziert, sind nicht zusätzlich entlohnt und eine offizielle Kompensation am Folgetag erfolgt nicht.

Während meines zweimonatigen Tertials waren durchgehend 2/3 internationale Fellows sowie Militärzahnärzte in der Abteilung. Diese hatten bei der OP-Einteilung klaren Vorrang, sodass PJ-Studierende nur sehr selten die Möglichkeit hatten, im OP zu assistieren.

Eine strukturierte Einarbeitung fand nicht statt. Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass in der Abteilung wenig erklärt, angeleitet oder aktiv gelehrt wird. Dies betrifft sowohl PJ-Studierende als auch Assistenzärzt:innen. Es findet einmal wöchentlich montags um 16:30 Uhr ein Online-Journal-Club statt, darüber hinaus gibt es kein strukturiertes internes Teaching. Als PJ-Studentin fühlte ich mich wenig wertgeschätzt und insgesamt wurde einem wenig zugetraut. Es gab keine klar zuständige Ansprechperson, und das didaktische Interesse an der Ausbildung von PJ-Studierenden und Vermitteln von Fähigkeiten war sehr gering. PJ-Studierende wurden vor allem dann hinzugezogen, wenn kurzfristig Unterstützung benötigt wurde, etwa zur Dokumentation oder als zusätzliche Hilfe im OP zum Zungenspatel halten.

Das Team ist grundsätzlich freundlich und man geht regelmässig zusammen Mittagessen. Das Arbeitsklima leidet jedoch spürbar unter der fehlenden strukturellen Organisation. Die Assistenzärzt:innen sind stark überlastet und teilweise allein für Station, Sprechstunde und OP zuständig, zusätzlich zu Nachtdiensten die sie nicht kompensieren. Dies erklärt die begrenzten zeitlichen Ressourcen, macht die fehlende Ausbildungsstruktur jedoch umso deutlicher. Die Dentalassistent:innen im Ambulatorium sind super, mit denen hat man als PJ-Studierende ein super Anhalt.

Insgesamt bietet die Abteilung fachlich ein sehr breites und spannendes operatives Spektrum und spannende Forschungsprojekte. Für PJ-Studierende ist der Lerngewinn deutlich eingeschränkt und ich würde die Stelle aus PJ-Sicht nicht weiterempfehlen.
Unterricht
Kein Unterricht
Inhalte
Nahtkurs
Tätigkeiten
Botengänge (Nichtärztl.)
Mitoperieren
Untersuchungen anmelden
Briefe schreiben
Patienten untersuchen
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
17:00 bis 18:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Kleidung gestellt
Essen frei / billiger
Gehalt in EUR
1200

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen des PJlers
4
Klinik insgesamt
1
Unterricht
4
Betreuung
4
Freizeit
2
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
3

Durchschnitt 2.33