Ich habe die letzten zwei Monate meines zwölfmonatigen WSJ (schweizerisch für PJ) in der Berit SportClinic verbracht. Rückblickend war dies eine sehr sinnvolle Entscheidung, da es sich um eine Stelle handelt, an der man bei entsprechendem Interesse sehr viel selbst machen darf und kann. Besonders lohnt sich die Rotation, wenn man bereits zuvor einige Berichte geschrieben oder eigene Patienten betreut hat.
Über die Klinik kann ich insgesamt nur Positives berichten. Man wird von einem sehr freundlichen Team empfangen und kann sich schnell gut einleben. Die einzige wirkliche „Pflichtaufgabe“ als Unterassistent ist die Durchführung der Stoßwellentherapie, welche sich jedoch auf maximal zwei bis drei Termine pro Tag beschränkt. Ansonsten kann man frei wählen, wo und bei wem man dabei sein möchte. Alle Mitarbeitenden zeigen großes Interesse daran, einem etwas beizubringen – am ausgeprägtesten sicherlich Dr. Quinten Felsch, der auch nicht locker lässt, bis man eine Antwort gibt.
Über den Tag hinweg, von 08:00 bis 17:00 Uhr, finden Sprechstunden statt, teilweise auch mit Ultraschall, Infiltrationen oder begleitend in der Physiotherapie bzw. Leistungsdiagnostik. Dadurch erhält man einen hervorragenden Einblick in die interprofessionelle Zusammenarbeit einer topmodernen sportmedizinischen Klinik. Am Abend finden zudem Spielfeldbetreuungen statt, bei denen man auf Wunsch ebenfalls teilnehmen kann. Bei entsprechendem Interesse ist es zudem möglich, eigene Patienten in Rücksprache mit dem zuständigen Arzt zu betreuen.
Die SportClinic selbst arbeitet rein konservativ. Wenn gewünscht, besteht jedoch die Möglichkeit, einige Tage in der orthopädischen Klinik (im selben Haus) im OP dabei zu sein.
Von der orthopädischen Klinik aus finden außerdem täglich Weiterbildungen statt, morgens von 06:55 bis 07:30 Uhr sowie dienstags zusätzlich ab 17:00-18:00 Uhr. Die morgendlichen Weiterbildungen sind zeitlich allerdings etwas ungünstig, da die anderen anschließend ab 07:30 Uhr in den OP oder auf Station gehen, während man selbst noch etwa eine halbe Stunde warten muss, bis die Patienten in die Sprechstunde kommen.
Abschließend ist wichtig zu erwähnen, dass es einen Unterschied macht, ob man als Unterassistent in der Berit SportClinic oder in der Berit Klinik (Orthopädie) angestellt ist. In der Sportmedizin ist man hauptsächlich in den Sprechstunden tätig, während Unterassistenten der Orthopädie überwiegend im OP assistieren und nur dann in der SportClinic bei Sprechstunden dabei sein dürfen, wenn sie im OP nicht benötigt werden. Wer also eine Stelle mit ausschließlich sportmedizinischer Tätigkeit sucht, sollte sich gezielt für die SportClinic bewerben. Die Bewerbung läuft in beiden Fällen über Dr. Felsch, um diese mögliche Verwirrung aufzuklären.
Alles in allem erhält man einen sehr guten Einblick in eine topmoderne, gut funktionierende Sportklinik, hat fast ausschließlich mit Sportlern zu tun und arbeitet in einem sehr netten sowie kompetenten Team, in dem man enorm viel lernen und profitieren kann.
Bewerbung
Ca. 2 Jahre
Unterricht
2x / Woche
Tätigkeiten
Eigene Patienten betreuen Patienten untersuchen Patienten aufnehmen Briefe schreiben