PJ-Tertial Innere in Spital Zweisimmen/Thun (10/2025 bis 12/2025)

Station(en)
Innere Medizin
Einsatzbereiche
Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Station
Heimatuni
Berlin
Kommentar
Mein Tertial im Fachbereich der Inneren Medizin im Spital Zweisimmen entsprach insgesamt nicht meinen Erwartungen, sodass ich es rückblickend nicht empfehlen kann.

Am Samstag vor Beginn meines PJ-Tertials wurde ich am Empfang freundlich begrüßt und erhielt den Schlüssel für mein Zimmer im Personalhaus. Dieses war für ein Personalwohnheim insgesamt in gutem Zustand. Zwar waren die Zimmer eher klein, jedoch standen eine großzügige Gemeinschaftsküche mit Essbereich sowie ein gemütlich eingerichtetes Wohnzimmer mit Blick auf das Simmental zur Verfügung. Der erste Eindruck war daher zunächst positiv.

Am Montag erschien ich wie in den Unterlagen angegeben kurz vor 8 Uhr in der Klinik. Eine andere PJ-Studentin zeigte mir die Umkleide sowie das Assistenzarztbüro. Um 8 Uhr fand der Morgenrapport statt, anschließend die Visite. Die Rolle der Unterassistenten bestand hierbei überwiegend im Mitschreiben, während eine aktive Beteiligung nicht vorgesehen war. Das Spital verfügt über eine internistische Station mit 16 Betten, ein Ambulatorium sowie einen Demenzbereich, mit dem Unterassistenten der Inneren Medizin kaum in Kontakt kommen. Die Pflege war freundlich, jedoch wirkte das Verhältnis zwischen Pflege und ärztlichem Team angespannt, was auch für Studierende spürbar war.

Im Verlauf des ersten Arbeitstages wurden mir die Abläufe und Aufgaben erklärt. Diese umfassten vor allem organisatorische und administrative Tätigkeiten, darunter die technische Vorbereitung des Morgen- und Röntgenrapports (täglich um 14:15 Uhr mit dem Partnerspital Thun), das Aktualisieren von Diagnoselisten, das Einpflegen von Laborwerten und Befunden sowie weitere administrative Arbeiten wie das Scannen von Dokumenten oder hausinterne Botengänge. Medizinisch-praktische Tätigkeiten waren nur in sehr begrenztem Umfang vorgesehen.

Da mehrere Unterassistenten gleichzeitig eingesetzt waren, wurden wir aufgefordert, eigenständig einen Dienstplan zu erstellen. Dieser sah vor, dass sowohl Station als auch Ambulatorium stets besetzt sein mussten und zusätzlich täglich ein Pikett-Dienst von 16 Uhr bis 8 Uhr morgens eingerichtet wurde, inklusive Wochenenden. In der Praxis wurden wir während dieser Bereitschaftsdienste regelmäßig zur Übernahme von Sitzwachen herangezogen, ohne zusätzliche Vergütung. Dadurch kam es zu erheblichen Belastungen und Einschränkungen der Erholungszeiten.

Auch während der regulären Tagdienste erfolgte kaum eine Einbindung in das medizinische Arbeiten. Proaktive Nachfragen bei den Assistenzärztinnen und -ärzten führten überwiegend zur Übernahme weiterer administrativer Aufgaben. Eine eigenständige Betreuung oder Untersuchung von Patienten war nicht vorgesehen.

Strukturierte Lehre fand nur in sehr begrenztem Umfang statt. Abgesehen von durch Unterassistenten selbst vorbereiteten Kurzfortbildungen sowie einzelnen Fallbeispielen gab es kein fest etabliertes Lehrkonzept. Positiv hervorzuheben ist, dass ein Oberarzt der Nephrologie gelegentlich die Teilnahme an Ultraschalluntersuchungen und Pleurapunktionen ermöglichte.

Im weiteren Verlauf des Tertials kam es zu einem vorzeitigen Abbruch meiner Unterassistenz nach einem Konflikt im Zusammenhang mit organisatorischen Anforderungen meines universitären Logbuchs. Die Freistellung erfolgte kurzfristig. In der anschließenden Phase war die Klärung formaler Fragen mit der Personalabteilung zunächst erschwert, sodass ich mich an meine Universität und das zuständige Landesprüfungsamt wenden musste.

Zusammenfassend kann ich ein PJ-Tertial beziehungsweise eine Unterassistenz im Fach Inneren Medizin am Spital Zweisimmen nicht empfehlen. Aus meiner Sicht lag der Schwerpunkt der Tätigkeit deutlich auf administrativer Arbeitsleistung, während strukturierte Lehre und medizinische Ausbildung kaum stattfanden. Unterassistenten wurden primär zur Aufrechterhaltung des Betriebs eingesetzt, ohne dass der Ausbildungsauftrag ausreichend berücksichtigt wurde.

Abschließend möchte ich betonen, dass die pflegerischen Mitarbeitenden, die jüngeren ärztlichen Kolleginnen und Kollegen sowie das Team der Chirurgie durchweg freundlich, kompetent und kollegial waren. Diese positiven persönlichen Begegnungen konnten jedoch die strukturellen Defizite des PJ-Tertials nicht ausgleichen.
Bewerbung
3 Monate im Voraus per Mail
Unterricht
Kein Unterricht
Tätigkeiten
Röntgenbesprechung
Botengänge (Nichtärztl.)
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
17:00 bis 18:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Gehalt in EUR
1100
Gebühren in EUR
400

Noten

Team/Station
4
Kontakt zur Pflege
3
Ansehen des PJlers
6
Klinik insgesamt
5
Unterricht
6
Betreuung
6
Freizeit
2
Station / Einrichtung
4
Gesamtnote
6

Durchschnitt 5.07