Vorab ist zu sagen, dass besonders großer Wert darauf gelegt wird, dass man möglichst viel lernt, Spaß dabei hat und sich jederzeit wohlfühlt. Vor Beginn des Tertials wird ein Rotationsplan erstellt. Jeder PJler rotiert in das Röntgen, CT, MRT, die interventionelle Radiologie und die Neuroradiologie (bei mir jeweils zwei Wochen). Darüber hinaus sind Rotationen in die Notaufnahme (Röntgen und Schockraum-CT), Kinderradiologie, Senologie, kardiale Bildgebung, Strahlentherapie und Nuklearmedizin möglich, ebenso wie eine zweiwöchige fachfremde Rotation. Die Rotationen darf man selbst wählen; man kann auch Schwerpunkte setzen und dort längere Rotationen absolvieren. Die Rotationen können zudem während des Tertials angepasst werden – sollte einem etwas nicht gefallen oder möchte man irgendwo länger bleiben, kann man jederzeit etwas verändern.
In den einzelnen Modalitäten bekommt man einen eigenen Arbeitsplatz und PC-Zugang und kann selbstständig Befunde schreiben, die anschließend mit Assistenzärzten und/oder Oberärzten besprochen werden. Hier sind wirklich alle sehr nett, und durch das eigene Befunden sowie das anschließende Besprechen erzielt man einen großen Lernzuwachs. Man kann jederzeit an Tumorboards oder Demos teilnehmen; manche Oberärzte bereiten diese auch gemeinsam mit einem vor und besprechen die Fälle und Bilder im Detail. In der interventionellen Radiologie darf man jederzeit mit an den Tisch und assistieren. Hier darf man unter Anleitung auch PICC-Lines oder Ports legen oder einzelne Schritte von Eingriffen selbst durchführen.
Der Arbeitstag beginnt um 8:15 Uhr mit der Frühbesprechung; anschließend geht es an den Arbeitsplatz. Dienstagsmorgens findet eine Frühfortbildung für die Ärztinnen und Ärzte statt. Freitags gibt es einen Studentenunterricht mit den Oberärzten, bei dem gemeinsam Bilder besprochen, Sonographie geübt oder am Angiographie-Simulator trainiert wird. Feierabend hat man flexibel nach Absprache; für PJler gibt es keine Pflichtaufgaben.
Die Atmosphäre ist wirklich sehr angenehm und kollegial. Durch die vielen Rotationen lernt man die gesamte Abteilung kennen, und es ist insgesamt sehr persönlich. Ich kann das Wahltertial wärmstens empfehlen – unabhängig davon, ob man später in die Radiologie gehen möchte oder nicht!