Die PJ Seminare fanden nur auf unsere Anfragen bei den Chefärzten und Selbstorganisation hin statt und waren dann von unterschiedlicher Qualität. Im Voraus des PJ Tertials erhielten wir keine Email mit Informationen, am ersten Tag gab es keine Ansprechpartnerin. Frau Link interessiert sich also offensichtlich nicht für ihre PJ Beauftragung, sodass wir alles von Arbeitsvertrag abholen über Schlüssel, Kleiderkarte, Station finden und PJ Seminare organisieren selbst in die Hand nehmen mussten.
Als PJler*in unterstützt du hauptsächlich durch Blutentnahmen/Flexülen legen, Patienten aufnehmen und Briefe schreiben. Wenn du etwas sehen oder lernen willst, musst du dich selbstständig darum kümmern. Der Chefarzt ist hier aber sehr offen gegenüber deinen Ideen und Anfragen, sodass du auch in andere Abteilungen und in die Notaufnahme rotieren kannst, solange du es selbst organisierst. Notaufnahme kann ich empfehlen, da kann man auch viel selbstständig arbeiten und untersuchen/Snamnese erheben, auch mal schallen und die meisten Assistenzärzt*innen waren dort motiviert für Lehre/Bedside Teaching.
Der Tag startet auf Station um 7.30 mit der Frühbesprechung, hier kannst du, wenn du darum bittest, deine Patientenaufnahmen vom Vortag vorstellen. Leider werden PJler*innen täglich wechselnd dort eingesetzt, wo Not an Frau/Mann ist, weshalb es schwierig ist Patienten langfristig unter Supervision selbstständig zu betreuen. Bei Personalmangel machen die PJs aber auch mal die endokrinologische Station mit einem Oberarzt alleine oder betreuen die Außenlieger. Da lernt man sehr viel, quasi im kalten Wasser. OA Bauer versucht Teaching auf der Endokrinologie einzubauen. Da es keine OA oder CA Visite gibt und nur 1x/Monat eine Innere Fortbildung stattfindet, gibt es auch für die Assistenzärzt*innen keine strukturierte Lehre oder Weiterbildung.
Die Assistenzärzt*innen waren super lieb und dankbar für unsere Unterstützung, also bietet eure Arbeitskraft an, dann lernt ihr am meisten. Da die Ärztinnen aber jährlich rotieren, ist die Zusammensetzung des Teams inzwischen wieder komplett anders.
Die Pflege ist auch super lieb und ein gutes Team, mit denen sollte man sich auf jeden Fall gutstellen :)
Wäre es mein erstes Tertial gewesen, wäre ich komplett überfordert gewesen, für den Start kann ich es deshalb nicht empfehlen. Im dritten konnte ich schon gut Briefe schreiben etc und hatte viel mehr Selbstvertrauen, deshalb konnte ich viel selbstständig arbeiten und übernehmen und damit war es gut.
Zusammenfassend: es ist viel Eigeninitiative notwendig.