Ich hab mein erstes Tertial in der Klinik für affektive Störungen absolviert. Besonders hervorzuheben ist, dass das Arbeiten als Schwangere, wie in meinem Fall, gut möglich war – ich wurde ernst genommen, geschützt eingesetzt und gleichzeitig vollständig in die Abläufe integriert. Vom ersten Tag an fühlte ich mich als Teil des Teams und konnte schnell eigenverantwortlich mit Patient*innen arbeiten ( Aufnahmegespräche, im Verlauf auch eigene Einzelgespräche, Untersuchungen, Briefe schreiben/Dokumentation) immer mit guter Supervision im Hintergrund. Die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen war immer möglich und durchaus auch sehr erwünscht.
Auch organisatorisch war das PJ sehr attraktiv: Die Klinik stellte tägliche Verpflegung (Frühstück, Mittag- und Abendessen), und sowohl Fahrtkosten als auch eine Vergütung von 150 € pro Woche wurden übernommen. Eine Unterbringung durch die Klinik war ebenfalls möglich.
Besonders in Erinnerung bleibt mir das familiäre Klima in der gesamten Klinik. Der Umgang war wertschätzend und kollegial. Fachlich konnte ich viel lernen, klinisch sicherer werden und meine Fähigkeiten im Umgang mit Patient*innen mit affektiven Störungen deutlich vertiefen. Normalerweise rotieren PJ-Studierende auch in andere Bereiche, was aufgrund meiner Schwangerschaft ( Mutterschutzrichtlinien) für mich nicht vollumfänglich möglich war.
Kontra: Eine wöchentliche/2-wöchentliche Unterrichtsstunde zu verschiedenen psychiatrischen Erkrankungen wäre durchaus noch schön gewesen. Gerade auch, weil ich nicht in andere (Akut-)Bereiche wechseln konnte. Dies erfolgte aber leider nicht. Hierfür nutzte ich den freien Tag zum Selbststudium.
Alles in allem aber definitiv empfehlenswert dort ein PJ in der Psychiatrie zu absolvieren!