PJ-Tertial Allgemeinmedizin in Praxis (9/2025 bis 12/2025)
Station(en)
Praxis
Einsatzbereiche
Diagnostik, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde
Heimatuni
Bochum
Kommentar
Ich habe mein Wahltertial von September 2025-Dezember 2025 in der Praxis am Solbad, Hauptstraße 162, 44652 Herne absolviert. Hier folgen ein paar Eindrücke:
Der Tag startete für mich bei Praxisöffnung um 8:00 Uhr. Abgesprochen war mit dem Seniorchef, die Vormittagssprechstunde (mit Hausbesuchen) mitzunehmen und am Nachmittag die morgens gesehenen Inhalte nachzuschlagen, z.T. gabs auch mal "Hausaufgaben", sodass man am nächsten Tag abgefragt wurde, das fand ich gut. Meistens war man dann auch gegen 13/14:00 Uhr wieder Zuhause und konnte dann lernen.
Positiv
- Nettes und herzliches Team (sowohl ärztlich, als auch seitens der MFAs)
- Betreuung eigener Patienten (mit ärztlicher Nachbesprechung) in der Praxis oder während Hausbesuchen
- Kennenlernen/Vertiefen der wichtigsten allgemeinmedizinisch relevanten Erkrankungen
- Skills wie SONO (Abdomen & SD), Impfen, Blut abnehmen, körperliche Untersuchung wurden begleitet/gefördert
- Möglichkeit, auch mal Notdienste mitzumachen
- Jederzeit ein offenes Ohr bei Problemen/fachlichen Fragen
- Moderne Praxisräume, Aufenthaltsbereich für die Mitarbeitenden
- Anbindung an den ÖPNV (direkt vor der Praxis ist die Haltestelle "Solbad" mit der 306 von BO-Hbf aus zu erreichen, Busanschluss gibt es auch direkt dort), wer mit dem Auto kommt, findet einen Parkplatz in den Nebenstraßen.
Vielleicht noch ein paar Worte zu den Ärztinnen und Ärzten vor Ort:
(Grundsätzlich waren alle wirklich sehr nett, man hat sich schnell in das Team integrieren können, tolle Arbeitsatmosphäre, alle Angaben zum ärztlichen Werdegang ohne Gewähr)
- Dr. med. J. Voss: Seniorchef - aktuell noch 2 Tage pro Woche in der Praxis und kümmert sich hauptsächlich auch um die Organisation der Studenten, hat auch schon M3-Prüfungen begleitet, arbeitet strukturiert Fälle am Patienten mit einem durch, fragt auch nach - guter Lerneffekt.
- Dr. med. R. Voss: Internist, hausärztlich tätig, Sohn des Seniorchefs - hat wohl relativ lange kardiologisch gearbeitet, mit ihm habe ich viele Hausbesuche besprochen, die ich alleine machen durfte. Von ihm wird man auch mal ins kalte Wasser geworfen, man hat aber am Ende auch einen guten Lerneffekt :)
- Dr. med. M. Schmitter: Internistin, hausärztlich tätig, macht auch Verhaltenstherapie und Ernährungsmedizin. Besonders mal einer VT beizuwohnen, war auf jeden Fall interessant. Bei SONOs hat sie einen auch super angeleitet!
- Dr. med. M. Bindsteiner: Internist, ehemals OA, aktuell hausärztlich tätig, hat lange onkologisch/gastroenterologisch gearbeitet, hat besonders Lust auf Lehre und meldet sich auch bei interessanten Fällen bei einem, obwohl man an dem Tag eventuell bei einem anderen Kollegen/anderer Kollegin mitläuft. Große Empfehlung - Lehre wie aus dem Bilderbuch, wenn Zeit ist.
- N. Kampmann: Bislang einzige Fachärztin für Allgemeinmedizin in der Praxis, ist besonders empathisch, das wird auch von den Patienten oft extra hervorgehoben und habe ich auch so beobachtet.
- Weiterbildungsassistentin H. Kirsten: Aktuell seit ca. 10 Monaten in der Praxis, kümmert sich viel um Akutpatienten o. Patienten ohne Termin. Hier lohnt es sich auch mal vorbeizuschauen, um zu lernen, was man ins KH weiterleiten muss und was einfach beobachtet/weiter ambulant therapeutisch begleitet werden kann. Sie war zuvor bereits ca. ein Jahr in der Inneren. Auch sehr nett und einfühlsam.
Negativ
- Relativ lange "Einarbeitsungszeit" von ca. 6 Wochen (vergleichbar mit Famulatur/Blockpraktikum), danach aber eigenständige Arbeit möglich, nachdem ich danach gefragt habe - Selbstinitiative ist also (wie immer) ein Muss
- Kein wie von unserer Heimatuni Bochum gewünscht dauerhaft eigener Behandlungsraum für uns PJ-ler, man konnte aber b.B. zwischen den Behandlungszimmern wechseln, sodass man dann doch mal auch einen Raum für sich hatte.
- In dem Übergang von Einarbeitungsphase zu dem vermehrt eigenständigen arbeiten, hätte ich mir manchmal mehr Begleitung gewünscht, jedoch konnte ich jederzeit nachfragen/ den Patienten abgeben, wenn ich wollte. Nach einer gewissen Zeit hat man ja auch ein ganz gutes Repertoire (hatte mein Innere-Tertial bereits absolviert), auf das man zurückgreifen kann und durch die längere Einarbeitungszeit hatte ich ja auch viele Fälle bereits begleitet und konnte dann das Wissen anwenden.
Unterricht im Sinne von einem externen Seminar der RUB gab es regelmäßig Mittwochs und war sehr interessant und lehrreich. Nur zu empfehlen! Sehr gut organisiert.
Fazit:
Ich bedanke mich für eine tolle Zeit in der Praxis, habe viel gelernt und auch einen Blick für die Sicht der Hausärzte bekommen, die einem für den klinischen Alltag sehr gut tut. Ich kann mir sehr gut vorstellen, später hausärztlich zu arbeiten, gerade ein Einblick in so eine große Praxis und viele verschiedene Leute mit verschiedenen Stärken zu bekommen, kann ich nur von Herzen weiterempfehlen. :) Falls ihr Lust auf das PJ in der Praxis habt, meldet euch doch gerne mal dort!
Bewerbung
Beworben habe ich mich im Januar 2025 für September 2025 per E-Mail. Der restliche Kontakt erfolgte telefonisch mit dem Seniorchef.