PJ-Tertial HNO in Marienkrankenhaus (4/2007 bis 7/2007)

Station(en)
HNO
Einsatzbereiche
Station, OP, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Notaufnahme, Diagnostik
Heimatuni
Hamburg
Kommentar
Hatte die HNO im MKH besser in Erinnerung... Habe sehr oft länger gemacht, da ich mir dann einen Tag in der Woche frei nehmen konnte. In der Notaufnahme wurde mir dann auch wegen der 1:1 Betreuung schnell mehr Verantwortung übertragen und es hatte den Vorteil, dass ich der einzige Student war. Mehrfach habe ich in der ersten Woche angesprochen, dass eine kurze Wiederholung der Untersuchungstechniken toll wäre. Aber es ist nichts geschehen (und die Ärzte stehen nicht so unter Zeitdruck wie in der Inneren oder Chirurgie) !

pro
- eigenes Studentensekretariat mit Ansprechpartnerin, die halbtags anwesend ist
- sehr umgängliche Oberärzte und Chefarzt, bei jeder OP ist man herzlich willkommen (bei den meisten Fach- und Assistenzärzten auch)
- Pflegepersonal auf Station und im OP sehr kollegial und immer bereit ihr Wissen weiter zu geben
- ausgesprochen freundlicher Umgang mit dem Personal anderer Abteilungen. Anästesisten/ Internisten etc. konnte ich immer mit meinen Fragen "belästigen". Gerne wird man trotz Zugehörigkeit zu einer anderen Station in praktische Fertigkeiten unterwiesen (Intubation, arterieller Zugang etc.)
- Kleidung wird gestellt
- eigener HNO Bereich in der Notaufnahme und die Möglichkeit auch abends und am Wochenende "live dabei" zu sein
- guter regelmäßiger Studentenunterricht
- man kann fast immer sehr pünktlich gehen
- wenig Blutabnahmen


contra

- es gibt keinen Studientag. Auch nicht, wenn man finanziell in Schwierigkeiten und auf einen Nebenjob angewiesen ist (Aus dem Leitbild: Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern ..., Motivation der Mitarbeiter, durch Transparenz bei Entscheidungen, Gestaltung sicherer und lebenswerter Arbeitsplätze und Förderung von Stärken, Mut zu Veränderungen und Innovationen). Ein Hohn wie ich finde, aber jede Diskussion war aussichtslos ! Ausnahmsweise Fehlzeiten (falls man mal zum Dekanat/ BAföG-Amt etc. muss) werden äusserst genau vermerkt und müssen "nachgedient" werden bzw. es müssen Fehltage genommen werden
- starkes Hierarchiegefälle zwischen den (jüngsten) Assistenzärztinnen und den PJlern (übertragen ungeliebter Aufgaben, Umgangston, und wenig Lust am eigenen Wissen teilhaben zu lassen). Schnell fühlt man sich hier unwillkommen
- man wird nicht als festes Mitglied der HNO gesehen; so kommt es auch meist vor, dass man überflüssig ist und sich fehl am Platz vorkommt (gerade die ersten Wochen). Es gibt keinen eigenen Aufgabenbereich, den man übernehmen kann und das Untersuchen von Patienten ist fast nur in der Tagesklinik (Aufnahme) möglich. Dort aber auch nur wenn Zeit ist und der behandelnde Arzt einen lässt. Ihr müsst **viel** Eigeninitiative mitbringen und euch immer wieder in den Vordergrund drängen auch auf die Gefahr hin euch unbeliebt zu machen. Nur so werdet ihr praktische Fertigkeiten üben können. Auf Dauer ist das sehr anstrengend, denn wenn ihr euch nicht in den Vordergrund drängt, führt ihr lediglich ein "Schattendasein" und steht überall nur daneben. Ab dem 2ten Monat erst durfte ich Aufnahmen machen, die ich dann jeweils einem Fach- Ober- oder dem Chefarzt vorstellen musste; dabei entstanden teilweise lange Wartezeiten, weil keine Zeit oder Lust war sich "meine" Patienten anzuschauen
-Durch viele Ärzte gibt es unterschiedliche Auffassungen über unsere PJ-Tätigkeit. Dem einen tut man zu wenig, dem anderen ist man im Weg wenn man was tut. Bis zuletzt habe ich keine gute Lösung gefunden (Dies zur Sprache bringen half jedenfalls nicht). Nach 7 (!) Wochen wurden wir angesprochen, dass man mit unserer Ausbildung nicht zufrieden ist und diese optimieren möchte. Bei rumgekommen ist nicht viel
- im ersten Monat waren wir 4 Studenten. Viel zu viele, wo man sich doch schon zu zweit teilweise im Weg ist
- kein HNO Unterricht (keine Zeit)
- macht man Aufnahmen, kann es passieren, dass man zum Haken halten in den OP muss (Ärzte, die Aufnahmen machen operieren in dieser Zeit nicht; als Student hat man halt Pech)
- regelmäßig wird man Donnerstags für OPs eingeteilt; hier findet aber (guter) Studentenunterricht statt. Bis zur letzten Woche gab es deswegen unnötige Diskussionen
- die meisten OPs, bei denen man assistieren muss, sind nicht für die Ausbildung geeignet (Haken halten ist keine Ausbildung); wollte man dies nicht .... Diskussion/ Ärger etc :-(
- geht man regelmäßig zum Unterricht gibt es auch unfruchtbare Diskussionen (Willst Du hier nichts lernen ? Ist doch Dein PRAKTISCHES Jahr etc..)
- es wird viel gelästert und getratscht. Macht ihr einen gröberen Patzer wissen es alle innerhalb 24 Stunden; aber natürlich auch wenn ihr euch gut anstellt.
- kleinere OPs, die eigentlich von Studenten unter Aufsicht durchgeführt werden dürfen (Atheromentfernung, Muschelkappung etc.), konnten ich aufgrund vieler neuer junger Assistenzärzte nicht selber erlernen
- keine Ausbildungsstruktur; nur in den Köpfen mancher Ärzte vorhanden (klingt super, wird aber nicht umgesetzt, da betreffende Ärzte zumeist im OP sind und sich keiner die Mühe dies schriftlich zu fixieren)
- Lieferung des ersten Wäschbergs dauert teilweise bis zu 6 Wochen.

Resümee: Aufgrund der schlechten Erfahrungen habe ich meine Fehltage komplett im Wahlblock HNO genommen. Als PJler würde ich hier nicht noch einmal hinkommen; als Assistenzarzt wird man schon eher in das grundsätzlich familiäre Team integriert.
Bewerbung
grundsätzlich ist eine Anmeldung auch wenige Tage vorher bei der Chefarztsekretärin mgl.
Unterricht
4x / Woche
Inhalte
EKG
Sonst. Fortbildung
Bildgebung
Tätigkeiten
Braunülen legen
Blut abnehmen
Notaufnahme
Patienten untersuchen
Botengänge (Nichtärztl.)
Patienten aufnehmen
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Essen frei / billiger
Kleidung gestellt
Mittagessen regelmässig möglich

Noten

Stimmung Station
3
Kontakt zur Pflege
2
PJler-Ansehen
5
Stimmung Klinik
3
Unterricht
2
Betreuung
4
Freizeit
2
Lehre auf Station
4
Insgesamt
4

Durchschnitt 3.40