Da die Neurochirurgie meine letzte Abteilung vor dem PJ-Ende gewesen ist, ging meine PJ-Rotation hier nur für zwei Wochen. Die Abteilung hat in der Vergangenheit eher negative Bewertungen bekommen und mir wurde von Kommilitonen in Leipzig auch eher von der Neurochirurgie in Chemnitz abgeraten. Allerdings habe ich dann eine ganz andere Erfahrung gemacht. Sowohl die Stationsärzte haben mir viel erklärt und auch gezeigt, aber auch die Oberärzte haben einem viel Erklärt und auch im OP viel gezeigt. Ich durfte auch mehrmals als erste Assistenz mit an den OP-Tisch und durfte bei der OP sowohl am Mikroskop mit zusehen, aber auch assistieren. Selbst als Anfänger konnte ich hier viel machen. Am OP-Ende konnte ich auch mehrfach das Nähen üben, auch wenn ich da als Anfänger noch sehr langsam gewesen bin. In meinen zwei Wochen in der Neurochirurgie durfte ich öfter das Nähen üben, als im gesamten restlichen PJ-Tertial und habe dadurch endlich auch etwas Übung bekommen.
Auch die Stationsarbeit mit den Assistenzärzten zusammen war sehr angenehm. Die Ärzte haben versucht einem möglichst viel zu zeigen und man durfte auch viel selbstständig machen, wenn man das wollte. Aber man wird auch zu nichts gezwungen, also alles in allem eine sehr angenehme Atmosphäre. Ich durfte dann zum Beispiel immer die Drainagen ziehen und anschließend die Wunden vernähen, aber auch Fadenzug und Klammerentfernung habe ich praktisch üben können.
Auch die Oberärzte haben einem viel erklärt und im OP gezeigt. Vor allem haben sie sich Zeit für die PJler genommen, einmal um zu erklären, aber für praktische Übungen, wo man mal selbst mal bestimmte einfache OP-Schritte üben durfte.
Alles in allem fand ich diesen PJ-Abschnitt sehr angenehm und ich habe sehr viel gelernt und konnte vieles auch Praktisch üben; sowohl auf Station, als auch im OP. Ich hatte auch das Gefühl, als ob sich das Team die Kritik durch frühere PJler sehr zu Herzen genommen hat und inzwischen versucht den PJlern viel zu bieten und beizubringen. Insgesamt fand ich auch das Team sehr angenehm und Kollegial und kann daher das PJ auf der Neurochirurgie definitiv weiterempfehlen, auch für Studenten, die später vielleicht nicht in den chirurgischen Bereich möchten, so wie bei mir.
Bewerbung
Ich habe mich erst sehr kurzfristig für das PJ und eine Wohnung beworben. Frau Lange, die sich um die PJler kümmert, hat mir aber innerhalb einer Woche eine Zusage für die Wohnung gegeben. In meinem Fall kam dies zustande, weil ich meinen PJ-Platz gerne wechseln wollte und dies eine Woche vor Bewerbungsschluss im PJ-Portal machen musste. Ansonsten würde ich euch aber empfehlen sich möglichst früh mit Frau Lange in Verbindung zu setzen, da es nich für alle PJler immer eine Unterkunft gibt und im PJ-Portal kann man den PJ-Platz nur bis ca. 5 Wochen vor PJ-Beginn umbuchen.
Frau Lange kümmert sich aber wirklich sehr gewissenhaft um alle PJler und auch Famulanten, also keine Angst vor der Bewerbung.
Ich musste zur Bewerbung noch einen Lebenslauf und ein kleines Bewerbungsschreiben einreichen, dies hat aber alles ganz unkompliziert funktioniert.
Man bekommt entweder 866 Euro Aufwandsentschädigung (falls man eine Unterkunft in Chemnitz hat) oder aber 566 Euro Aufwandsentschädigung und dazu eine kleine Wohnung gestellt. Dies funktioniert wirklich sehr unkompliziert. Ich durfte die Wohnungsschlüssel am Freitag vor dem PJ-Beginn an der Rezeption der Klinik abholen und die Wohnung darf man bis zum letzten Freitag des PJs nutzen, selbst wenn man die letzten Wochen Urlaub nimmt.Die Wohnungsrückgabe hat auch ganz unkompliziert funktioniert. Ansonsten sind die Wohnungen mit einer ausgestatteten Küche, einem Bett und einem Sofa ganz bequem eingerichtet. Handtücher und Bettwäsche muss man sich natürlich selbst mitbringen. Waschmaschinen gibt es auch (zentral im Keller), man kann alternativ aber auch in einen Waschsalon in der Stadt gehen.
Ein kleines Manko war das WLAN, was in manchen Wohnungen nicht wirklich nutzbar ist. Manchmal musste man dann mal kurz auf den Flur gehen und seine Netflix-Folgen vorladen.
Das Mittagessen wurde gestellt und hat auch sehr gut geschmeckt, zumindest für Krankenhausessen. Man hat ein Budget von 6 Euro pro Arbeitstag und gibt an der Kasse seinen Nachnamen an. Abgerechnet wird immer pro Monat, man darf also pro Tag auch mal für mehr als 6 Euro bestellen.
Wenn man möchte, dann kann man in jedem PJ-Tertial auch für eine Woche in eine komplett fachfremde Abteilung rotieren, falls man sich mal eine bestimmte Station oder Abteilung angucken möchte. Auf jeden Fall ein sehr schönes Angebot und Frau Lange bemüht sich sehr, dass man seine gewünschte Station für die Fremdrotation auch bekommt.