Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Diagnostik, OP
Heimatuni
Graz (Oesterreich)
Kommentar
Organisation: Die Organisation des Tertials verläuft super. Fr. Neumüller leistet wirklich ganze Arbeit, sodass man vorab alle wichtigen Infos zum klinischen Aufenthalt erhält. Man fühlt sich hier keine Sekunde verloren. Am ersten Tag wird man mit den anderen KPJlern empfangen und sogar zu allen wichtigen organisatorischen Stationen begleitet (Kleiderausgabe, Bediensteten-Karte, Computerzugang, Abteilung...). Man erhält zudem ein Blatt auf dem Infos zu den Ausbildungsverantwortlichen, aber auch zu Ansprechpersonen bei Urlaub/Krankheit stehen, das empfand ich sehr hilfreich und gut, da man bei Krankheit oft initial nicht weiß wo man sich melden muss. Zudem erhält man direkt einen Fortbildungskalender, der sehr gut geführt ist.
Fortbildungen: Sehr gut. Durch den Fortbildungskalender, der regelmäßig im Intranet überarbeitet wird, hat man immer den Überblick, wo was stattfindet. Der Kalender ist zudem sehr gut gefüllt, sodass es bei Interesse stets Möglichkeiten zur Weiterbildung gibt. Regelmäßige Fortbildungen werden von der Psychiatrie, Neurologie und Inneren Medizin, z.T. auch von der Radiologie angeboten. Diese sind gut strukturiert und lehrreich, sodass man sich viel mitnehmen kann. Zudem gibt es alle zwei Wochen einen Klinischen Morgen mit einem gesonderten Thema.
Abteilung: Ich kann nichts Negatives finden. Natürlich passt es nicht immer zu 100% mit jedem aus dem Team, aber das ist auch gut so und ich muss sagen, dass wir hier trotzdem nahe dran sind. Die Leute sind sehr bemüht, einem etwas beizubringen. Man darf viel selbstständig machen (Einleitung, Ausleitung, Übergabe, Medikamente aufziehen, Perfusor einstellen...) und Fragen werden immer gerne beantwortet. Zudem hat man die Möglichkeit, viele Zugänge ohne Stress zu legen.
Der Primar ist bemüht auf Wünsche einzugehen und bringt einem viel bei. Generell ist auch der Umgangston sehr angenehm, man ist auch mit jedem per du, außer mit dem Primar, was allerdings okay ist. Hier möchte ich auch die Assistenzärztinnen und Ärzte hervorheben, die sich wirklich ungemein viel Zeit nehmen, einem etwas zu erklären.
Ich war naturgemäß die meiste Zeit im OP, man kann aber auch auf die Intensivstation, die Schmerzambulanz, die Ambulanz oder die Außenstelle gehen. Im Rahmen der Außenstelle kann man viele unterschiedliche Dinge sehen und begleiten, wie zum Beispiel eine Elektrokrampftherapie, Augen-Operationen oder Endo- bzw. Bronchoskopien. Ich war sowohl in Haus 1, als auch in Haus 2 und in beiden konnte man viel machen und sehen. In Haus 1 liegt der Fokus eher auf Regionalanästhesien und gesünderen Patienten (Ortho, Trauma, HNO), im Haus 2 eher der Fokus auf größeren Eingriffen und Vollnarkosen. Hie und da ist es aber auch mal angenehm, in die Ambulanz zu gehen und bei den präoperativen Anästhesievisiten dabei zu sein.
Pflege: Die Anästhesie-Pflege ist wirklich super! Es gibt eine tolle Zusammenarbeit zwischen Ärzte- und Pflegeteam, die Pflege ist sehr kompetent, man kann auch von ihnen viel lernen und zudem freuen sie sich immer wenn man ihnen beim Vorbereiten (Aufziehen, Monitoring anlegen, Lagerung...) oder dem Patiententransport hilft. Zudem sind die Menschen hinter der Pflege einfach angenehm und man kann sich auch bei einem Kaffee gut austauschen.
Kontakt zu anderen KPJlern: Hier muss man sagen, dass vielleicht noch ein bisschen Luft ist. Gerade wenn man im OP ist, kommt man nicht so oft in Kontakt mit anderen Studenten. Man trifft sich eher zufällig beim Essen oder bei Fortbildungen. Ein Vorschlag wäre zu Beispiel, dass ein Vertreter (Basisarzt oder Turnusarzt) je mit den neuen und bestehenden KPJlern am Beginn des Monats essen geht und diese Info auch als Email ausgesendet wird. So könnte man gleich eine Gruppe erstellen in der in der Zeit danach dann Planungen für gemeinsame Aktivitäten stattfinden . Auch denkbar wäre es, einen QR-Code für eine WhatsApp Gruppe zu erstellen und weiterzugeben, generell hat man dann nicht das Problem, persönliche Daten weiterzugeben, ich weiß aber nicht ob das datenschutzrechtlich ginge. Die gemeinsamen Aktivitäten finde ich persönlich gerade während dem KPJ sehr wichtig, da man sowohl die Gegend kennenlernt, als auch coole Leute trifft und dies auch einen Punkt darstellt, in dem sich Steyr als potenzieller Arbeitgeber hervorheben könnte, da man vor allem als Student nicht vergisst, wie man die Zeit erlebt hat. Auf jeden Fall haben wir uns einige KPJler selbst zusammengesucht und dann eine Gruppe gegründet. Es war allerdings etwas mühsam und es gab bestimmt KPJler, die wir nie getroffen haben.
Essen: Das Essen ist meiner Meinung nach sehr gut, es kostet 4,50€ pro Menü. Auch kann man bei den Beilagen etwas zwischen den Menüs durchmischen, was angenehm ist.
Unterkunft: Die Unterkunft war vermutlich der chaotischte Punkt, dies laste ich aber nicht dem KH Steyr an, da dieses Wohnheim soweit ich weiß von den LAWOG verwaltet wird. Am Tag meiner Ankunft hatte ich leider nur die Information, dass der Haustürschlüssel beim Portier zu holen sei. Das Wohnheim ist innerhalb des Geländes und es gibt keine Parkplätze in der unmittelbaren Nähe. Der Besucherparkplatz ist weit weg und somit zum Ausladen ungeeignet. Man kann theoretisch 30 Minuten reinfahren und ausladen, aber ob man in 30 Minuten alles schafft ist fraglich. Nach den 30 Minuten müsste man wieder übers ganze Gelände laufen, um zu bezahlen und dann nochmal zurück, um rausfahren zu können. Im Endeffekt habe ich dann auf einem Schotterparkplatz zum Ausladen geparkt, bei dem die Parkplätze nummeriert sind, also vermietet. Hier muss man Aufpassen, wenn man Pech hat, bekommt man eine Anzeige, aber in der Nacht ist hier eigentlich fast alles leer und der Schranken offen. Auf Nachfrage beim Portier wo ich parken könnte, da ich noch keine Mitarbeiterkarte habe, kam nur " Das müssen Sie schon selber wissen". Nach dem Ausladen bin ich somit auf den Besucherparkplatz gefahren und habe mein Auto bis zum nächsten Tag stehen lassen.
Zum Zimmer: Man muss den Strom vorab bei der Energie AG selber anmelden und dann in dem Kammerl neben der Stiege im ersten Stock das Gerät einschalten, damit man Strom bekommt. Wo dieses Kammerl ist, weiß man vorher leider auch nicht. Das Zimmer ist alt und etwas dreckig, aber es ist alles in allem in Ordnung und nicht schlecht ausgestattet. Leider sind die Matratzen komplett durchgelegen, sodass es sich anbietet, einen Topper mitzunehmen. Auch hatte ich in der ersten Woche keinen Kühlschrank. Manche haben einen im Zimmer, manche nicht. Der Kühlschrank in der Gemeinschaftsküche besteht aus Schließfächern und da man keines dieser Schließfächer bekommt, hat man zunächst keinen Kühlschrank. Somit musste ich mir extra einen organisieren. Zusätzlich sollte man wissen, das es kein Internet gibt, hier muss man also einen Router mitnehmen oder auf den Hotspot zurückgreifen. All diese Infos (Parkplatz, Kühlschrank,Internet...) wären gut, wenn man sie vorher weiß, sodass man sich darauf einstellen kann. Wie gesagt, dies ist aber kein Verschulden des KH, sondern eher der LAWOG. Auch muss man sagen, dass der Verantwortliche, Hr. Schmitz super lieb ist und einem weiterhilft, allerdings betreut er mehrere Häuser und ist somit nur selten vor Ort.
Der Preis beträgt aktuell 195€ pro Monat, exklusive Strom. Beim Strom muss man aufpassen, dass man ihn 2 Wochen vorher telefonisch abmeldet, da es eine Frist gibt.
Fazit: Alles in allem ein tolles Tertial, bei dem ich viel lernen durfte. Ich kann es wirklich jedem und jeder weiterempfehlen, sein/ihr KPJ auf der Anästhesiologie in Steyr zu absolvieren!