PJ-Tertial Chirurgie in Euregio-Klinik (3/2025 bis 6/2025)

Station(en)
Gefäßchirurgie + Allgemein- und Viszeralchirurgie + Orthopädie, Unfallchirurgie
Einsatzbereiche
Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, OP, Station, Notaufnahme
Heimatuni
Freiburg
Kommentar
Das Chirurgie-Tertial in Nordhorn an der Euregio-Klinik ist wirklich lohnenswert. Ich habe dort eine tolle Zeit verbracht. Die Klinik hat ein sehr vielfältiges Programm in Bezug auf Unterkungt, Gehalt, Fahrradverleih, vielfältige Lehre, engagiertes Personal, konkreten Ansprechpartner...

Das Tertial ist in jeweils 5 Wochen Gefäßchirurgie, Allgemine-/Viszeralchirurgie und Orthopädie/Unfallchirurgie gegleidert. Zudem kann eine Woche in der Anästhesie verbracht werden, auf der Intensivstation oder im OP. Nun zu den einzelnen Bereichen:

Gefäßchirurgie: Das team ist relativ klein mit 6 Personen und teilweise wirklich die Stimmung etwas angespannt. Die 5 Wochen waren jedoch sehr lehrreich und eine sehr schöne Einführung in die Chirurgie. Sowohl Ärzte, als auch OTAs im OP sind wirklich freundlich und der Umgang mit den PJler sehr angenehm. Man hat die Möglichkeiten in die Sprechstunde, Visite mit Wundversorgung oder den OP zu gehen. Letzteres kann ich besonders empfehlen! Hier habe ich gelernt mich steril einzukleiden, beim Abwaschen und Abdecken zu helfen. Außerdem ist man häufig als 1. Assistenz eingeteilt und darf Schritt für Schritt immer mehr während den Operationen assistieren. Von einer kleinen Naht am Ende der OP bis hin zum angeleiteten Wunddebridement oder dem Annähen von Fischhaut. Hierbei haben alle Geduld und erklären bzw. leiten einen sehr gut durch die einzelnen Tätigkeiten. Es besteht die Möglichkeit Fragen zu stellen und die Operateure erklären auch selbstständig die Anatomie und chirurgische Vorgehensweise. Es lohnt sich auf jeden Fall Interesse zu zeigen, die wird belohnt durch Teaching! In der (Wund-)Visite unterstützt man beim Anlegen von neuen Verbänden und erhält einen guten Überblick über die verschiedenen gefäßchirurgischen Patienten. Dies gilt ebenfalls für die Sprechstunden, wo der Fokus besonders auch der sonographischen Diagnostik der Gefäße liegt.
ABl PJler hat man die Aufgabe die ABI-Messungen durchzuführen. Darüber hinaus darf man sich frei aussuchen, wo man mitgehen möchte. Diese Abteilung habe ich zuvor total unterschätzt, es hat wirklich sehr viel Spaß gemacht und ich wäre gerne länger geblieben!!!

Allgemein- und Viszeralchirurgie: Das Team ist deutlich größer. Auch hier darf man sich aussuchen, ob man auf Station, den Sprechstunden, in den OP und seltener in die ZPA mitgeht. Eine Kombination im Laufe des Tages ist ebenfalls möglich. Auf Nachfrage können auf Station Patienten betreut und das Schreiben von Arztbriefen geübt werden. Hin und wieder fallen ein paar Viggos oder BEs an, jedoch gibt es hierzu einen Blutentnahmedienst. Die Sprechstunden sieht man auf sehr verschiedene Patientenfälle, von Hernien über proktologische Erkrankungen, Divertikulitiden und vieles mehr. Im OP darf man bei laparoskopischen Eingriffen als 1. Assistenz die Kameraführung übernehmen. Darüber hinaus kommt es auf den Operateur an. Teilweise hält man nur Haken, teilweise darf man nähen, Spülen, Saugen, etc.

Orthopädie/Unfallchirurgie: Hier ist das Team etwa so groß, wie in der CHV. Die Stationen sind ähnlich. Jedoch kann man hier besonders viel prktische Tätigkeiten in der ZPA und auf Station mit den PAs machen. Nach den Visiten nimmt man doch regelmäßig noch bei ein paar Patienten Blut ab und hilft beim Schreiben der Arztbriefe. Die PAs nehmen einen aber auch gerne mit zur Prevena-Anlage oder bei interessanten Wunden und Verbänden. Diese darf man auch angeleitet selber durchführen. In der ZPA betreut man eigenständig Patienten von der Anamnese bis zur Entlassung. Man untersucht die Patienten, bespricht die Durchführung von Bildgebung, wertet diese mit den Ärzten aus, hält Rücksprache mit der Pflege, schreibt die Berichtet und entlässt die Patienten. Das Lernpotential hier ist besonders groß! Im OP heerscht dafür ein etwas rauerer Ton, als in den anderen Abteilungen. Sicher nicht mit einer Uniklinik zu vergleichen, aber doch nicht ganz so herzlich-freundlich, wie bisher. Trotzdem kann man auch hier interessante Operationen anschauen und die Haken halten.

Organisation: Man bekommt ein paar Wochen vorher eine Mail vom PJ-beauftragtem Chefarzt, sowie von Bastian (PJ-Beauftrager Oberarzt der CHV). Es gibt vor Beginn des Tertials einen Dienstplan bei dem man Wünsche zur Urlaubsplanung >3 Tage äußern darf. Der Rest kann spontan genommen werden. Bastian ist als Ansprechpartner immer schnell zu erreichen bei Problem und sehr engagiert diese auch zu lösen, er hat immer ein offenes Ohr. Gerne unterhielt er sich auch auf dem Flur oder beim Mittagessen mit den PJler um nachzuhören, wie es läuft. Am Ende gibt es ein Feedback-Gespräch, in dem konstruktives Feedback erwünscht ist und auch Interesse daran besteht die Lehre und das Tertial noch weiter zu verbessern!! Zum Beispiel im Sinne eines Einführungskurses in das Verhalten im OP oder längere Nahtkurse, etc.

Lehre: PJ-Unterricht findet sehr regelmäßig statt. Es gibt Dienstag wechselnde Unterrichtseinheiten. Zusätzlich wird ein Rea-Training und Nahtkurs, sowie teilweise Sonokurs angeboten. Außerdem gibt es einen wöchentlichen EKG-Kurs durch den kardiologischen Oberarzt mit Beginn bei den absoluten Basics und langsamen Aufbau, sodass man auch im chirurgischen Tertial etwas internistisches Lernen kann.

Zum Schluss möchte ich anmerken, dass ich sehr dankbar bin für die Möglichkeit das Tertial in Nordhorn gemacht zu haben. Gerade Chirurgie als Pflichtfach war dort sehr gut! Die Menschen sind sehr freundlich, man ist als PJler Teil des Team und braucht keine Angst vor Oberärzten oder bösen OTAs haben. Das tertial kann ich also wärmstens empfehlen. Natürlich gibt es aber auch hier immer mal Leerlauf oder nicht so gute Tage, aber das hält sich absolut in Grenzen.
Bewerbung
Bewerbung über das PJ Portal
Unterricht
2x / Woche
Inhalte
Sonst. Fortbildung
Nahtkurs
Tätigkeiten
Chirurgische Wundversorgung
Botengänge (Nichtärztl.)
Briefe schreiben
Notaufnahme
Blut abnehmen
Punktionen
Patienten untersuchen
Braunülen legen
Röntgenbesprechung
Mitoperieren
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Essen frei / billiger
Unterkunft gestellt
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Kleidung gestellt
Mittagessen regelmässig möglich
Gehalt in EUR
400 + 450 = 850

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
2
Unterricht
1
Betreuung
2
Freizeit
1
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
1

Durchschnitt 1.27