PJ-Tertial Innere in Bundeswehrkrankenhaus Ulm (3/2023 bis 5/2023)

Station(en)
Gastroenterologie
Einsatzbereiche
Notaufnahme, Diagnostik, Station
Heimatuni
Tuebingen
Kommentar
Während des Tertials im BWK Ulm wird man in zwei unterschiedlichen Abteilungen für jeweils 8 Wochen eingesetzt. Zur Auswahl stehen Kardiologie, Gastroenterologie, Angiologie, Onkologie und Pneumologie. Die Einteilung, wer auf welche Station geht, machen die PJler unter sich aus. Hier wird man sich eigentlich immer einig.
Ich war insgesamt 8 Wochen als ziviler PJler auf der Gastroenterologie mit 12 Betten.

Team: Die Ärzte im Bundeswehrkrankenhaus sind alle Soldaten, Pflege und andere Berufe teilweise auch zivil. Vor dem Umgangston muss man sich nicht fürchten, ich habe den Umgang untereinander als sehr angenehm empfunden und hatte nie das Gefühl, dass hier der Befehlston herrscht.
Das Ärzteteam war supernett, durch die halbjährliche Rotation der Bundeswehr-Ärzte wechseln die Teams sehr häufig. Die meisten Ärzte waren recht jung und teilweise noch sehr unerfahren. Dadurch konkurriert man mitunter bei fachlichen Tätigkeiten mit den Assistenzärzten, beispielsweise wenn eine Aszitespunktion durchgeführt werden soll, weil der Assistenzarzt das selbst auch noch nie gemacht hat, sodass man als PJler manchmal zurückstecken muss. Dennoch darf man vieles selbst machen. Ich habe mich als PJler dort wohlgefühlt und wurde auch wertgeschätzt.

Arbeitszeiten und Pausen: Die Arbeitszeiten waren sehr entspannt. Beginn ist um 7:15, ich durfte meist gegen 13 Uhr oder sogar noch früher gehen. Wer mit viel Freizeit durchs PJ gehen will, ist hier richtig. Die Ärzte achten darauf, dass man Pause macht und essen gehen kann. Essen gibt es aus der Truppenküche, dort bekommt man mittags "All you can eat" für einen günstigen Mitarbeiterpreis, Kaffee und Getränke inklusive.

Tagesablauf:
- Beginn um 7:15 mit den Blutabnahmen (meist 4-8 Stück)
- Frühbesprechung um 8 Uhr (freiwillig, aber empfehlenswert, da auch Patientenvorstellungen und Röntgendemos stattfinden)
- Vormittags: Patientenaufnahmen und Ãœbergabe an den Stationsarzt, Begleitung der Visite, Untersuchungen anmelden, Arztbriefe schreiben (optional)
- Nachmittags: frei
- 1x pro Woche: Chefarztvisite, hier darf man selbst einen oder mehrere Patienten vorstellen und bekommt auch eine Rückmeldung dazu. Die Patientenvorstellung ist nicht verpflichtend, wird aber gern gesehen.

Funktionsdiagnostik & Nachtdienstwoche:
Während des Tertials wird man je eine Woche für den Nachtdienst und für die Funktionsdiagnostik eingeteilt. In der Funktionsdiagnostik kann man sich die Bereiche Endoskopie, EKG, Herzecho & Kreislauflabor, Sono und die Ambulanz anschauen. Man kann selbst entscheiden, wann man wo dabei sein will. In der Funktionsdiagnostik kann man viel sehen und lernen und die Ärzte nehmen sich Zeit, um alles zu erklären. Selber machen darf man eher weniger, trotzdem hat sich diese Woche für mich extrem gelohnt.
In der Nachtdienstwoche ist man für sieben Nächte mit dem diensthabenden Internisten auf der Aufnahmestation/Notaufnahme eingeteilt. Danach bekommt man als Ausgleich eine Woche frei. Man sieht zwar einiges in der Notaufnahme, aber insgesamt war für mich die Nachtdienstwoche das Schlechteste am ganzen Tertial, weil man überwiegend dafür da ist, morgens früh aufzustehen und die Blutabnahmen zu erledigen, während der Arzt teilweise noch im Bett liegt oder Kaffee trinkt. Viel gelernt habe ich da leider nicht.

PJ-Unterricht: Der PJ-Unterricht ist deutlich öfter ausgefallen als er stattgefunden hat. Wenn der Unterricht stattfand, war er gut und die Ärzte haben sich sehr viel Mühe gegeben.

Organisation & Aufwandsentschädigung: Frau Kremmeter im PJ-Sekretariat ist super nett und für jede Art von Frage eine gute Ansprechpartnerin. Die Aufwandsentschädigung entspricht dem zulässigen Höchstsatz (zum Zeitpunkt meines Tertials 812€ monatlich). Feste Studientage gibt es keine, es war aber nie ein Problem, auch mal einen Tag zu fehlen (z.B. wegen der Doktorarbeit).

Anreise: Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Anreise via Straßenbahn sehr gut möglich, die Haltestelle befindet sich direkt vor der Klinik. Wer mit dem Auto kommt, kann einen Parkausweis beantragen und parkt damit auf dem Mitarbeiterparkplatz des BWK kostenlos.

Fazit: Der PJ-Unterricht hätte öfter stattfinden dürfen und die Nachtdienstwoche könnte man gern weglassen und stattdessen z.B. eine Woche tagsüber in der Notaufnahme hospitieren. Dennoch hat es mir im BWK Ulm sehr gut gefallen und ich würde mich wieder für dieses Krankenhaus und diese Abteilung entscheiden.
Bewerbung
Bewerbung über das PJ-Portal
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Bildgebung
Patientenvorstellung
Fallbesprechung
EKG
Tätigkeiten
Blut abnehmen
Braunülen legen
Briefe schreiben
Patienten untersuchen
Untersuchungen anmelden
EKGs
Röntgenbesprechung
Punktionen
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
Vor 15:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Essen frei / billiger
Kleidung gestellt
Mittagessen regelmässig möglich
Gehalt in EUR
812

Noten

Team/Station
2
Kontakt zur Pflege
3
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
2
Unterricht
5
Betreuung
2
Freizeit
1
Station / Einrichtung
3
Gesamtnote
2

Durchschnitt 2.2