PJ-Tertial Innere in Asklepios Westklinikum Rissen (11/2022 bis 2/2023)

Station(en)
Kardio, Palliativ, Geriatrie, ZNA
Einsatzbereiche
Notaufnahme, Station
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Ich war insgesamt sehr zufrieden in Rissen, je nach Station gibt es aber je nachdem mehr Vor-/Nachteile. Was insgesamt aber gilt: jede 2. Woche einen Studientag, diese darf man nicht sammeln und nicht verschieben. Am Anfang hatte keiner auf dem Schirm, wer wie oft fehlt, irgendwelche PJler haben es aber wohl übertrieben, sodass es nun angeblich strenger läuft.

PJ-Unterricht ist i.d.R. 4x/Woche: montags Chirurgie (fällt oft aus, Qualität durchwachsen), dienstags & mittwochs jede Woche neue Themen, Donnerstags EKG-Kurs. Es lohnt sich am Tag vorher die Dozierenden anzurufen, damit es auch wirklich stattfindet. :) Mittagspause konnten wir immer sehr ausgedehnt nehmen, das Essen ist durchwachsen, aber da es kostenlos ist, macht das nichts. Und ihr bekommt oben drauf noch 370€ bzw. 400€ wenn ihr euch von der Rentenversicherung befreien lasst. Achtung, das HVV-Ticket gibt es nicht mehr, seitdem es das 49€-Ticket gibt, das müsst ihr euch selbst kaufen. In der Regel wechselt ihr alle 4 Wochen das Team, ihr könnt aber auch hin und hertauschen wie ihr wollt. Die Hierarchien sind im ganzen Haus flach, ich war mit allen (außer den CAs) per Du und die Stimmung zwischen den PJs war auch super, wir waren oft zusammen essen und haben auch privat mal was gemacht. Rissen klingt erstmal abschreckend, weil es so weit draußen erscheint, ist aber von Altona nur 26 Minuten mit der S1 entfernt und da fast alle Abteilungen erst um 8:30 anfangen, müsst ihr trotzdem nicht zu früh aufstehen. :) Nun zu den Stationen:

ZNA - mega mega cool, wenn ihr Langschläfer seid könnt ihr auch zum Zwischendienst von 11:30 bis 20:00 kommen, Frühdienst ist 8:00-16:30 - ihr macht Anamnesen und Untersuchungen selber, könnt mit den OÄs der ZNA oder der Abteilungen besprechen, was ihr als nächstes machen wollt und ihr lernt richtig viel dazu. Außerdem keine nervigen Botengänge, BEs oder Zugänge, denn das macht alles die Pflege. Wenn ihr motiviert seid, könnt ihr (natürlich beaufsichtigt) praktisch wie ein AÄ arbeiten, alle sind sehr nett, die Stimmung ist meist gut (wenn es nicht gerade stressig ist), bei den Schockräumen könnt ihr auch mal Teamleader sein und ich durfte mit dem Chef, der Anästhesist ist, mal NEF mitfahren. Ich würde euch aber empfehlen, es nicht als 1. Block zu machen, wenn ihr noch nicht das PC-System verstanden habt und noch keinen Überblick über die Abteilungen habt, ansonsten gibt es hier kein Kontra. Manchmal bin ich länger geblieben, das war aber kein Muss, sondern weil ich es spannend fand.

Kardio - die einzig schlechte Station für PJler m.M.n.: unendlich viele BEs und Viggos (inzwischen gibt es wohl einen BE-Dienst, den habe ich leider knapp verpasst und war daher stundenlang damit beschäftigt und habe so die Visite verpasst), dann dürft ihr noch Briefe schreiben und ansonsten interessieren sich die AÄs nicht so viel für euch. Ganz im Gegenteil, oftmals hatte ich den Eindruck, von oben herab behandelt zu werden. Allgemein waren die Vibes hier nicht so toll, auch lästern die Assistenzärzte über Kollegen anderer Abteilungen ab und irgendwie waren alle ständig schlecht gelaunt. Früher gehen ist auch nicht drin. Wenn es euch interessiert, könnt ihr auch bei Koros, Echos, EKVs und Schrittmacherimplantationen zugucken, falls euch das interessiert. Die OÄs sind eigentlich alle sehr nett, vor allem einer der drei hat sich sehr für uns eingesetzt, hat viel erklärt, mit uns Patienten zsm. gemacht und einfach gute Laune verbreitet, wenn er da war - mit ihm durften wir auch mal Pleurapunktionen machen.

Palliativ - sehr sehr nettes Team, viel mehr Zeit für Patienten, alles geht viel ruhiger zu. Die Station arbeitet zwar antroposophisch angehaucht (mit Weleda, Musiktherapie und Salzlampen) aber trotzdem wissenschaftlich fundiert und drückt es ihren Patient*innen auch nicht auf. Hier könnt ihr medizinisch wenig lernen (es ist alles symptomorientiert & nicht nach Leitlinie, Therapiebegrenzung ist das Stichwort) aber zwischenmenschlich umso mehr. Es gibt hier auch nur eine Ärztin, wenn die mal nicht da ist, wärt ihr alleine, kam bei mir aber nur 1x vor. Da es hier viel weniger Patienten und mehr Zeit gibt, habt ihr hier auch mal Zeit, mit Patienten zu reden, ihr seid bei den Verbandswechseln dabei und schreibt ab und zu Briefe, auch Leichenschauen lernt ihr hier. Da die Station zur Geri dazu gehört, werdet ihr ab und zu auf die geriatrischen Stationen geschickt, um dort auszuhelfen.

Geriatrie - auch sehr nettes Team, ein kompletter Kontrast zur Kardiologie - hier wird sich gegenseitig geholfen und hinter dem Rücken wird eigentlich nur positiv über andere gesprochen. Die Stimmung war meist gut, auch wenn es zwischendurch mal stressig und chaotisch war. Ich wurde auf Augenhöhe behandelt, konnte eigene Patienten betreuen und habe viel gelernt. BEs/Viggos gibt es hier meist ca. 5 Stück/Tag, den Rest macht die Stationssekretärin. Eure wichtigste Aufgabe sind geriatrische Aufnahmen (Anamnese, Untersuchung, Gedächtnistest, i.d.R. auch Angehörigen/HA-Gespräche). 1x/Woche müsst ihr auch mal einen Schellongtest machen. Hier konnte ich außerdem lernen, wie man Magensonden legt, Thrombosen ausschließt oder einen Harnverhalt im Sono sucht. Wenn ihr Zeit habt, könnt ihr auch mal mit den Logopäden Schluckuntersuchungen machen oder zu Konsilen mitgehen, was auch interessant war.

Insgesamt würde ich immer wieder ein Innere-Tertial in Rissen machen, beim nächsten Mal würde ich allerdings Kardio gegen Gastro oder Intensivstation tauschen. :) Und noch ein Rat - fragt einfach, wenn ihr was spannend findet, eigentlich sind alle sehr nett. Ihr könnt praktisch überall dabei sein, wenn ihr wollt und die meisten OÄs sind sehr erklärungswillig und nett.
Bewerbung
PJ-Portal
Unterricht
4x / Woche
Inhalte
Repetitorien
EKG
Fallbesprechung
Bildgebung
Tätigkeiten
EKGs
Braunülen legen
Eigene Patienten betreuen
Briefe schreiben
Blut abnehmen
Botengänge (Nichtärztl.)
Punktionen
Röntgenbesprechung
Patienten aufnehmen
Notaufnahme
Untersuchungen anmelden
Patienten untersuchen
Dienstbeginn
Nach 8:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
1x / Woche frei
Tätigkeiten
Kleidung gestellt
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Essen frei / billiger
Gehalt in EUR
370

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen des PJlers
2
Klinik insgesamt
2
Unterricht
1
Betreuung
2
Freizeit
2
Station / Einrichtung
2
Gesamtnote
1

Durchschnitt 1.47