PJ-Tertial Allgemeinchirurgie in Dietrich Bonhoeffer Klinikum Neubrandenburg (11/2022 bis 3/2023)

Station(en)
C21+22
Einsatzbereiche
Notaufnahme, Station
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Mein PJ in der Chirurgie verlief letztendlich doch besser als erwartet. Da ich selbst chirurgisch wenig interessiert bin, hatte ich eher Bedenken wie es für mich wird, aber das Team hat mich sehr gut aufgenommen und man fühlte sich trotz viel Arbeit wertgeschätzt und integriert.

Ich habe zunächst auf der C21 (Gefäß-, Thorax-, Hand- und Plastische Chirurgie) gearbeitet.
Die Einarbeitung ist auf der Chirurgie allgemein praktisch nicht vorhanden. Man wird quasi mitten ins Geschehen geschmissen und lernt mit der Zeit selbst zu schwimmen. Das ist zwar sehr schade, aber durch den Personalmangel begründet. Trotzdem wird man schnell als wichtige Hilfe akzeptiert und übernimmt zeitnah alle möglichen Aufgaben.
In der Chirurgie des DBK muss man OPs, Ambulanz und Station irgendwie gleichzeitig koordinieren. Das gestaltet sich manchmal schwierig, aber man wird doch immer vom Team unterstützt und alle sind dankbar für jegliche Hilfe. Der Arbeitsaufwand ist letztendlich aber auch abhängig davon, wie viele PJler gleichzeitig anwesend sind.
Wir waren insgesamt zu zweit, so das ich immer einen Kollegen auf der Nachbarstation hatte, mit dem ich mich absprechen konnte.
Auf der C21 war es teilweise sehr chaotisch und ich war oft alleine auf Station und habe quasi sämtliche anfallende Aufgaben übernommen. Das war zeitweise sehr stressig und man fühlt sich extrem unsicher, aber mit der Zeit wächst man wirklich an seinen Aufgaben und schafft es sogar eine Station quasi alleine zu organisieren. Bei Fragen war aber auch immer zumindest telefonisch ein Kollege zu erreichen, der einem weiterhelfen konnte.
Man hat ansonsten neben einfachen Aufgaben wie Flexülen legen in der täglichen Visite mitgeholfen, dabei auch mitgeschrieben und Ansetzungen gemacht, Thoraxdrainagen gezogen, Briefe geschrieben (chirurgisch, also kurz und knapp) und die Pflege unterstützt. Zwischendurch kann man immer in der Ambulanz aushelfen, in der die geplanten Aufnahmen gemacht werden inklusive Aufklärungen und körperlichen Untersuchungen.
Dazu kommen die OPs, bei denen man regelmäßig den Plan im Auge behalten muss, wo man als PJler (als Hospitant eingetragen) helfen soll. Dazu kann man sich morgens mit den anderen PJlern absprechen und selbst einteilen, wer wohin geht.

Auf der C22b (Abdomenchirurgie mit Schwerpunkt ontologische Chirurgie) war alles etwas entspannter. Das war allerdings auch von den Kollegen abhängig und wie gut diese sich selbst organisieren konnten. Ich musste wesentlich weniger Briefe schreiben und auch Anordnungen liefen besser ohne mich. Ansonsten war der Ablauf eigentlich gleich.

Insgesamt gibt es auf der Chirurgie ein großes Personalproblem, weswegen die Anleitung wirklich schlecht ist und man sich viel selbst organisieren muss. Wenn man allerdings dieses Problem erstmal überwunden hat, ist es eine sehr angenehmes Arbeiten.
Man wird bei guter, blickiger Arbeit sowohl von den Ärzten als auch von der Pflege schnell integriert und bekommt dann viel positives Feedback.
Die Lehre bleibt dabei leider sehr auf der Strecke. Man lernt eigentlich immer nur durch das was man sieht und hört und kann dann bei Problemen Fragen stellen, die auch gerne von allen beantwortet werden.

Abschließend kann ich sagen, dass es in der Chirurgie eigentlich aufgrund von zu wenig Personal eine schlechte Organisation gibt, aber alle sehr dankbar sind für alles was man macht. Die Teams sind sowohl ärztlich als auch pflegerisch nett und man wird bei guter Arbeit schnell integriert und ein fester Bestandteil des Teams. Lernen kann man sehr viel wenn man zuhört und sich auf eigene Kompetenzen verlässt. Man wird auf jeden Fall schnell selbstständig und hat dann auch viele Möglichkeiten.
Die Ambulanz ist meist freiwillig, aber immer dankbar für jede Hilfe.
Im OP ist ein ziemlich angenehmes Klima und man kann bei Interesse viel erfragen. Je nach Personal kann man sogar selbst OPs wie zb eine Portanlage durchführen. Teilweise ist man auch mal als 1. Assistenz mit dem Opersteur alleine und kann dann viel mithelfen. Einen Nahtkurs gibt es nicht, aber Nähen gehört zu den Dingen, die man je nach Interesse immer mal machen kann.

Wer also ein nettes Team sucht und schnell selbstständig arbeiten kann, ist hier genau richtig. Allerdings bleibt regelmäßige Lehre und Anleitung schon auf der Strecke und muss eher eingefordert werden, was aber auch meist kein Problem ist.

Der verantwortliche Oberarzt ist sehr entspannt, so dass auch freie Tage ohne Probleme besprochen werden können.
Die Arbeitszeiten sind von 7- 15.30 Uhr.
Das Klinikum stellt außerdem bei Bedarf eine Wohnung als WG zur Verfügung.
Mittags gibt es für Studenten aus Greifswald und Polen kostenlos, alle anderen müssen selbst zahlen, bekomme aber dafür auch etwas mehr Geld.

Der Einsatz hat mir insgesamt viel besser gefallen als erwartet, gerade auch weil ich eher selbstständig und auf eigene Initiative arbeite. Vor allem das Team hat sehr dazu beigetragen. Rotationen sind außerdem in die Trauma, Neurochirurgie, Kinderchirurgie und Notaufnahme (war ich 2 Wochen, sehr zu empfehlen, vor allem wenn man selbstständig arbeiten kann) möglich.
Unterricht
Kein Unterricht
Inhalte
Sonst. Fortbildung
Bildgebung
Tätigkeiten
Braunülen legen
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Essen frei / billiger
Gehalt in EUR
452

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
2
Unterricht
3
Betreuung
3
Freizeit
3
Station / Einrichtung
2
Gesamtnote
2

Durchschnitt 2