PJ-Tertial Psychiatrie in ZFP Suedwuerttemberg (3/2023 bis 7/2023)

Station(en)
Allgemeinpsychiatrie/Akutpsychiatrie
Einsatzbereiche
Station
Heimatuni
Tuebingen
Kommentar
PRO
- sehr nettes, recht junges Team
- Mittwochs Teamfrühstück (4€ Kaffeekasse pro Monat, darin ist das wöchentliche Frühstück inbegriffen)
- Weiterbildung: Fallkonferenzen, Journal-Club (leider nur sehr unregelmäßig), Vorträge (oft recht „exotische“ Themen)
- Recht schnell Eigenverantwortung: PJ-Logbuch der Uni Ulm sieht vor, dass man 4 Patienten unter Supervision selbst versorgt -> waren bei mir deutlich mehr
- Eigener Arbeitsplatz (war bei meiner Famulatur vor 2 Jahren noch nicht der Fall, aber es wurde in der Zwischenzeit ein neues Gebäude gebaut, so dass auf den Stationen mehr Büroräume frei sind)
- Überdurchschnittlich hohe Aufwandsentschädigung: ZfP zahlt freiwillig mehr, um PJler anzuziehen (752€/Monat steuerfrei)
- Wohnheim günstig (ca. 350€ pro Monat für ein Apartment mit Balkon!), Klinik von dort in 15 Min. fußläufig erreichbar
- Interdisziplinäres Team: Psychiater, Psychotherapeuten, Sozialarbeiter und Pflege arbeiten Hand in Hand und es gibt immer eine gemeinsame Frühbesprechung
- Günstige und qualitativ ordentliche Mensa (4,20€: Suppe, Salat, Hauptgericht, Nachtisch, donnerstags kostenlos Kaffee)
- Es ist (fast) immer Zeit für ein gemeinsames Mittagessen mit allen therapeutischen Mitarbeitern der Station (die Pflege bleibt i.d.R. unter sich…)
- Super schönes Gelände, auf dem man mit Patienten im Sommer auch mal Spazieren gehen kann (es gibt z.B. auch ein Gehege mit Therapietieren, das von den Patienten sehr gerne besucht wird)
- Bei Interesse: Teilnahme an mehr als der reinen Stationsarbeit -> Mitfahrt in die stationsäquivalente Behandlung (StäB), Visite in der Reha für psychisch Kranke (RPK) in Baienfurt, Visite auf der therapeutischen Wohngruppe (TWG), Dienste mit den Assistenten (i.d.R. dann 8-20 Uhr, man kann aber immer auch gehen, wenn keine Aufnahmen angekündigt sind)
- Fehltage werden sehr locker gehandhabt und können immer kurzfristig mit dem OA besprochen werden

CONTRA
- kein psychiatrischer PJ-Unterricht: der PJ-Unterricht der anderen Fachbereiche findet in der Oberschwabenklinik in Ravensburg statt, welche 7km vom ZfP entfernt ist -> thematisch ist dort für Psychiatrie-Interessierte nur die neurologische Lehrvisite interessant, Psychiatrie-spezifischen Unterricht gibt es nicht (obwohl im Logbuch 10 Themen aufgeführt sind, die man im Rahmen von Weiterbildungen hören sollte!)
- Es gibt keinen direkten Ansprechpartner, der Überblick über den Lernfortschritt der PJler hat, man muss sehr viel Eigeninitiative zeigen
- Es gibt nur 1-2 Assistenzärzte pro Station -> ist mal jemand krank, ist man teilweise auf sich allein gestellt (bzw. muss dann die Stationsärzte anderer Stationen anrufen, wenn wirklich etwas dringend entschieden werden muss, was die eigene Kompetenz übersteigt)
- Die Assistenten sind i.d.R. aus dem Ausland und bringen als Berufsanfänger teilweise nur dürftige Deutschkenntnisse mit -> man hat manchmal das Gefühl, dass dadurch die Kommunikation mit den Patienten erheblich eingeschränkt ist (das scheint aber ein Problem des Fachs an und für sich zu sein, es will kaum noch ein deutscher Absolvent in die Psychiatrie…)
- Kommunikation mit den hausinternen Konsiliarabteilungen (Innere, Neurologie) ist eher mäßig -> oft ist niemand erreichbar oder es werden Konsile abgelehnt, so dass die Patienten im Zweifelsfall in die somatische Klinik verlegt werden müssen
- Bisher keine Rotationsmöglichkeiten, man bleibt immer durchgehend auf einer der akutpsychiatrischen Stationen (soll sich wohl zum nächsten Tertial ändern)

Fazit: Wie in vielen anderen Häusern gibt es auch im ZfP Weissenau Licht und Schatten. Ich konnte in den 16 Wochen sehr viele Krankheitsbilder sehen (eigentlich alles, was für die Psychiatrie und das M3 wichtig ist -> Depressionen, bipolare Störungen, Schizophrenie, akute Psychosen, Süchte, Alkoholintoxikationen, Persönlichkeitsstörungen, Traumafolgestörungen, Suizidalität etc.) und konnte recht schnell Eigenverantwortung übernehmen. Ein deutliches Manko ist leider der fehlende fachspezifische PJ-Unterricht, hier ist auch zukünftig keine Änderung geplant. Insgesamt war es aber trotzdem mein bestes Tertial im PJ (mit großem Abstand), was v.a. an den Kollegen und der super tollen Arbeitsatmosphäre und Wertschätzung auf meiner Station (2053) lag. Wer sich ernsthaft für das Fach Psychiatrie interessiert und ein ordentliches Maß an Eigeninitiative mitbringt, dem kann ich die Klinik nur empfehlen!
Bewerbung
Plätze (3 pro Tertial) werden zentral über das PJ-Portal vergeben.
Unterricht
Kein Unterricht
Tätigkeiten
Patienten aufnehmen
Patienten untersuchen
Eigene Patienten betreuen
Untersuchungen anmelden
Blut abnehmen
Botengänge (Nichtärztl.)
EKGs
Briefe schreiben
Punktionen
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
17:00 bis 18:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Unterkunft gestellt
Gehalt in EUR
752€
Gebühren in EUR
ca. 350€ Miete (variiert je nach Zimmergröße und Wohnheim), 30€ Stellplatz in der Tiefgarage

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
1
Unterricht
6
Betreuung
2
Freizeit
3
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
1

Durchschnitt 1.53