PJ-Tertial Innere in Zuercher Hoehenklinik Wald (1/2023 bis 3/2023)

Station(en)
Kardiologie, Pulmologie
Einsatzbereiche
Station, Diagnostik
Heimatuni
Luebeck
Kommentar
Insgesamt hatte ich eine wirklich gute Zeit in Wald und denke gern daran zurück :)

KURZE ZUSAMMENFASSUNG
1. PRO:
- man betreut sehr eigenständig Patienten --> man lernt das "Arzt-sein" sehr
- das Team ist super lieb und auch die Hierarchien sind recht flach
- man bekommt deutlich mehr Gehalt als in Deutschland
- der Vorteil einer Rehaklinik ist definitiv mehr Zeit für die Patienten und deutlich weniger Stress als im Akut-Krankenhaus/Uniklinikum
- der Ausblick beim Arbeiten ist einfach traumhaft!
- schöne Skigebiete sind recht in der Nähe (sofern man ein eigenes Auto hat)
- zwei extra freie Tage pro Monat (wir haben die gesammelt am Ende nehmen können, das war aber ein kleiner Kampf ;) )

CONTRA:
- keine Notaufnahme
- die Patienten wurden alle bereits im Vor-Spital diagnostiziert, man muss sich also nicht mehr selbst überlegen, was sie haben könnten
- ich fand die Fortbildungen ehrlich gesagt oft inhaltlich nicht gut, da sie keinen Seminar-Charakter hatten, sondern eher das vorgetragen wurde, was auf Folien stand
- keine EKG/Sono-Kurse
- wenn man die Unterkunft unten in Wald hat muss man sich entweder auf den Bus verlassen oder immer mit dem Auto hochfahren

Insgesamt habe ich eine schöne Tertialhälfte in Wald verbracht. Das ganze Team ist sehr nett und nimmt einen gut auf! Mit etwas Glück bin ich direkt zu Anfang an einen Assistenzarzt geraten, der ziemlich viel Ahnung hatte und mich schnell so gut eingearbeitet hat, dass ich danach so arbeiten konnte wie er. Dadurch haben wir uns die Arbeit eher aufgeteilt und ich habe (bis auf Rezepte unterschreiben) alles auch allein gemacht, was er auch gemacht hat. Teils war er auch mal einen Tag nicht da und dann habe ich die halbe Station allein übernommen. Das war total gut, um selbstständiges Arbeiten zu erlernen! Auch der Kontakt mit der Physio und der Pflege war super nett, ich wurde dort nicht als PJlerin, sondern als Unterassistenzärztin wahrgenommen und habe meine Patienten allein mit ihnen besprochen. Natürlich waren Rückfragen an den Assistenz- und Chefarzt jederzeit möglich :)
Ich war für die erste Woche auf der orthopädischen Station eingeteilt, von der aus ich aber dann schnell in die Kardio gewechselt bin, wo ich 6 Wochen verbracht habe. Ein typischer Tag sah bei mir folgendermaßen aus:
Morgens geht's um 8 Uhr mit einer Besprechung los, danach haben der Assistenzarzt und ich die Kurvenvisite gemacht und dringende Anliegen mit der Pflege besprochen. Manchmal war auch ein Käffchen auf der Sonnenterrasse möglich ;) Das ging aber auf der Pulmo leichter, da die deutlich weniger Patienten hatten als wir auf der Kardio. Um 9 Uhr gibt es dann die Kardex-Visite, also die Besprechung mit der Pflege, wie es den Patienten geht, ob jemand etwas braucht etc. Danach folgte dann die Visite der Patienten, die ich teils auch alleine gemacht habe. Danach standen verschiedene Dinge auf dem Programm: Arztbriefe schreiben, EKGs auswerten, LuFus auswerten, ab und zu aBGAs abnehmen, Rehaanträge vorbereiten, weitere Untersuchungen anmelden, teils auch dabei sein, Laborbefunde auswerten und so weiter. Die Hauptaufgabe der Unterassistenten besteht in der Aufnahme der neuen Patienten, das dauert je nach Patient und Schwerebild der Erkrankung etwa 0.5-1.5 Stunden. Da die Patienten meist ab 10/11 Uhr auftauchen hat mach bei 1-3 Neuaufnahmen genug Zeit dafür, diese fertig zu bearbeiten, bevor man sie gegen 15:45 Uhr in einer gemeinsamen Besprechung mit der Pflege, der Physiotherapie und dem Chefarzt vorstellt. Um 16:45 ist der Abendrapport, da wird nochmal eine Kurzfassung der Patientenvorstellung abgegeben und danach hat man Dienstschluss.
Freie Tage konnte man sich ehrlich gesagt keine erarbeiten, aber man hat 2 freie Tage im Monat, die man sich frei einteilen kann. Wohnen kann man entweder direkt an der Klinik im Personalwohnheim oder unten im Dörfchen Wald. Mittagessen kann man täglich in der Kantine, die Preise sind für die Schweiz wohl ganz okay, für uns Deutsche trotzdem echt hoch. Nach Abzug der Kosten für die Unterkunft bleiben noch etwa 700-800€ an Gehalt übrig. Kostenlos kann man nach 17 Uhr auch die Sportgeräte nutzen, ist jetzt kein krasser Kraftraum aber ein bisschen was geht immerhin :)

Wald an und für sich ist echt langweilig, unbedingt mit einem Auto anreisen, dann kann man so viel Schönes am Wochenende machen! Es gibt ganz tolle Skigebiete in der Nähe, das war grandios.

Abschließend kann ich sagen, dass ich die Zeit in der Schweiz sehr genossen habe und gern daran zurückdenke!
Bewerbung
Die Bewerbung habe ich etwa 2-2.5 Jahre im Voraus per Telefon gemacht. Es war zu dem Zeitpunkt schon ziemlich schwer, in der deutschsprachigen Schweiz eine Stelle während der Ski-Saison zu finden!
Unterricht
3 x / Woche
Inhalte
Sonst. Fortbildung
Bildgebung
Patientenvorstellung
Fallbesprechung
EKG
Tätigkeiten
Patienten aufnehmen
EKGs
Eigene Patienten betreuen
Rehas anmelden
Blut abnehmen
Patienten untersuchen
Untersuchungen anmelden
Röntgenbesprechung
Briefe schreiben
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
17:00 bis 18:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Kleidung gestellt
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Mittagessen regelmässig möglich
Gehalt in EUR
nach Abzug der Miete noch ca. 700-800€/Monat
Gebühren in EUR
für die Unterkunft ca. 600€/Monat

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
2
Unterricht
3
Betreuung
1
Freizeit
2
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
2

Durchschnitt 1.73