PJ-Tertial Allgemeinchirurgie in Krankenhaus Salem (3/2022 bis 6/2022)

Station(en)
2.4
Einsatzbereiche
Station, OP, Notaufnahme
Heimatuni
Heidelberg - Fakultaet Heidelberg
Kommentar
Pros:

-nicht anstrengend, bei gutem Klima unter den PJ-lern kann man sich die Arbeit gut aufteilen
-Man muss nicht jeden Tag kommen (das wird toleriert, solange genug OP-Haltehände da sind) - Große PJ-Gruppen sind glaube ich aber ein Relikt aus Coronazeiten, als die Uni-nahen/heidelberg-nahen Häuser alle überfüllt waren.
-Wenn man etwas lernen will und sich bemüht, bekommt man viel gezeigt, darf Knoten machen etc.
-man kann immer zunähen
-Dr. Heidmann und Dr. Engelke: super gute Operateurinnen, und gute weibliche Rollenbilder in der Chirurgie, hat mit denen im OP/auf Station sehr viel Spaß gemacht, weil man sehen konnte, dass operieren und Stationsführung auch kompetent ohne Stress und Aggressionen möglich ist.
-Pflege war ausnahmslos sehr kompetent, sehr sehr nett und sehr professionell
-Dachterrasse super :)

Contra:

zum Zwischenmenschlichen:
-irgendwie war die PJ-crew ein bisschen schmal besetzt, weil alle erwartet hatten, dass wir mehr Leute sind / weniger Arbeit auf uns zukommt. Dementsprechend wenig Kollegialität, anstatt sich z.B. die Stationsarbeit fair aufzuteilen, hatte jede*r seine Station und seine Ärzt*innen, und da gab es keine Chance, zu wechseln. Außerdem hatten wir in unserer schmalen Crew 2 Eltern, die jeden Tag später kamen/früher gingen, was völlig in Ordnung ist, nur hätte ich mir gewünscht, auch die Möglichkeit zu haben, im OP auch mal rechtzeitig gehen zu können. Man hatte den Eindruck, dass dadurch eben viel mehr Belastung auf die anderen fiel.
Letztendlich will ich damit sagen, dass eine andere Klinik wahrscheinlich mehr Lerneindrücke für den gleichen Aufwand geboten hätte.
-Bei der Aufteilung der Stationen hatte ich leider großes Pech, weil meine Stationsärztin wirklich ab Tag 1 extrem fordernd und unsympathisch war. Es wurde teilweise erwartet, dass ich Akten nach Arbeitsschluss sortiere. Meine Arztbriefe wurden öfters von ihr im Zimmer ausgedruckt, zB zwei Kommata korrigiert, und wortlos auf meinen Tisch geklatscht, damit ich diese nochmal in Word einfüge. Anscheinend war die Transferleistung, dies selbst in Word zu machen, um es dann korrekt auszudrucken, zu hoch für eine fertig ausgebildete Ärztin (außerdem wäre das auch für sie zeiteffektiver gewesen). Teilweise wurden auch keine netten Worte mit mir vor allen anderen PJlern von dieser Ärztin geredet. ich hatte sonst noch nie große Probleme mit Kolleg*innen, und bin eigentlich auch wirklich engagiert gewesen, etwas zu lernen, diese Frau hat (aus eigenem Frust? man weiß es nicht) mir leider ein bisschen Luft aus den Segeln geklaut dadurch, sodass mein Lernelan gekillt war. Leider wollte auch niemand mit mir tauschen, weil die anderen ähnliche Erfahrungen mit dieser Frau gemacht haben.
trotzdem hat man dadurch gelernt, mit stinkigen Kollegen auszukommen, und sich einfach mehr abzugrenzen. Und Stationsführung auch ;) PJ-Klima war sonst auch ok, nur hatten Keine Lust, mit dieser Frau zu tun zu haben.

-Die "Aufnahmestraße" muss von PJ besetzt werden. Ist zwar entspannt, aber stumpfe Sekretärsarbeit. Auch ok, nur nicht so einen großen Lehrgewinn.

Zum fachlichen:
-Es sollte einem bewusst sein, dass es ein eher kleines Haus ohne Notaufnahme ist. Manche PJ-ler haben über ein internes Abkommen für ein/zwei Wochen in die ZNA den UK rotiert, würde ich jedem empfehlen, da man dort sehr viel Spaß an chirurgischen Fragestellungen und Denken bekommt!
-OP macht Spaß, meistens gutes Klima im OP. Selbst ohne Lust auf Chirurgie fand ich OP viel erträglicher als Stationsarbeit. Da geht die Zeit schneller rum und man wird ja schließlich auch in dem Fach geprüft. An Tagen, an denen ich sehr viel auf Station war, habe ich mir ein Buch mitgenommen (privat zum Lesen oder fachlich zum Lernen). Im Nachhinein finde ich aber, dass Uniklinik wahrscheinlich einen spannenderen Überblick gibt, wenn man über die StandardOPs noch mehr lernen will. Es gibt einige OPs, die ich einfach gerne einmal in meinem Leben gesehen hätte, und das ging eben hier nicht. Manchmal waren hier aber auch spannendere OPs, guckt auf jeden Fall rein, auch, wenn ihr nicht eingeteilt als Assistenz seid.

Genereller Tipp: im Op sind alle am besten drauf, weil Chirurgen Stationsarbeit nicht so gerne haben. Da auch am meisten gewillt, etwas zu erklären. Also da viel fragen! Ich habe eigentlich alles, was mir in den Sinn kam, im OP gefragt, auch wenn es nichts mit der OP selbst zu tun hatte, und habe da viel gelernt.

-letztendlich völlig ok, um hier das Tertial zu verbringen, man hat meistens Pause und Zeit zum Essen. Tagesablauf: Visite, Frühbesprechung mit allen plus Vorstellung derTagesOPs, dann OPeinteilung unter PJs, dann Stationsarbeit/OP/Blutentnahmen, Essen, Nachmittagsvisite. Nach Hause gehen.
Falls man mal doch in einer OP ist, die länger als Feierabend geht (und sie nicht so spannend ist/man etwas vorhat/gehen will, weil man das Recht hat) einfach einfordern, dass der oder die Dienstärztin einspringt. Das dürft und sollt ihr auf jeden Fall machen. Dafür sind die da. Wird euch aber meistens nicht angeboten, muss man selber nachfragen.

Alternativ mal vorschlagen, dass zwei PJler den Tag frei kriegen um dann von 16 bis 20 die OPs und den Dienst mitzumachen, ist vielleicht ganz spannend.

-Und ganz wichtiger Tipp: die Stationen nicht fest unter PJs einteilen. Einfach mischen, wer zur täglichen Visite geht.
Bewerbung
Frau Engel super :)
Unterricht
Kein Unterricht
Tätigkeiten
Blut abnehmen
Botengänge (Nichtärztl.)
Mitoperieren
Briefe schreiben
Braunülen legen
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
16:00 bis 17:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Essen frei / billiger
Kleidung gestellt
Mittagessen regelmässig möglich
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Gehalt in EUR
400

Noten

Team/Station
2
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen des PJlers
3
Klinik insgesamt
3
Unterricht
5
Betreuung
3
Freizeit
1
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
3

Durchschnitt 2.67