PJ-Tertial Psychiatrie in Klinik fuer Psychiatrie und Psychotherapie der LMU Muenchen (11/2022 bis 3/2023)

Station(en)
C2
Einsatzbereiche
Station
Heimatuni
LMU Muenchen
Kommentar
Es war mein erstes Tertial und ich erhoffte mir von meinem Wahltertial in der Psychiatrie einen breiten Einblick in die Psychiatrie. Ich selber wollte und will kein Psychiater werden, jedoch hatte ich im Laufe meines Studiums schon diverse Einblicke in andere Bereiche sammeln können und ich dachte mir: Eigentlich fehlt mir noch die Psychiatrie und die Lehre im Studium war gut, wieso machst du nicht im PJ ein Tertial dort. Schaden wird es nicht. So viel vorab zu meiner Intention für dieses Wahltertial und meiner subjektiven Bewertung.

Ich wurde vorab von der Sekretärin einer Oberärztin, welche für die PJtler zuständig ist, nach Wünschen gefragt, auf welche Station ich denn gern will. Ich habe meine Wunschstation bekommen, andere PJtler nicht. Ich bin dann auf der C2, eine geschützte Akutstation für etwa 18 Frauen und 4 Männer gelandet und wurde von dem Ärztlichen Team und der Pflege direkt nett empfangen. Am ersten Tag bekommt man Essensmarken für etwa 2 Wochen, einen Transponder und auf Nachfrage auch einen Ausweis. Ich habe mein komplettes Tertial auf dieser Station verbracht, weil es mir so gut gefallen hat, eine Rotation auf eine andere Station wäre aber möglich gewesen. Art der Stationen können vorab auf der Homepage eingesehen werden.

Der Alltag lief dann wie folgt:
8:30 Beginn auf Station mit Blutabnahmen (pro Tag etwa 5-8, manchmal mehr oder weniger)
9:15 Ãœbergabe Pflege
9:45 Visiten/Einzelgespräche (Hier ist die Aufgabe des Pjtlers die Dokumentation der Visiten und ggf. auch das Führen der Gespräche bei eigenen Patienten)
ab Mittag dann was halt anfällt: Konsile und Diagnostik anmelden, Aufnahmen, Körperliche Untersuchungen, Arztbriefe schreiben, LPs, Botengänge, Oberarztgespräche, etc.
Ende war meistens gegen 16:00- 16:30, man konnte aber immer früher gehen, wenn man mal einen Termin hatte oder so.
Einmal in der Woche ist eine Kurvenvisite mit somatischen Schwerpunkten

Lehre:
Von Seiten der Psychiatrie wird keine Lehre für PJtler angeboten, jedoch kann man an der wöchentlichen internen Fortbildung teilnehmen. Ich hatte das Glück eine sehr engagierte Stationsärztin zu haben, welche sich fast immer Zeit nahm, meine Fragen zu beantworten und mit mir Fälle zu besprechen. Im Laufe der Stationsarbeit bekommt man aber auch einen breiten Einblick in die psychopharmakologische Therapie und das Behandlungskonzept, sowie in die Diagnosekriterien der Krankheitsbilder. Auch wurden etwa 3x disziplinübergreifende Fortbildung seitens der der PJ Koordination der LMU organisiert, für die man aber nicht freigestellt wird, bzw. die man aktiv einfordern muss.

Pro:
- tolles Team, habe mich sowohl von den Ärzten als auch von der Pflege auf Station sehr integriert gefühlt und wurde wie ein Kollege behandelt
- gute Lernkurve und sehr abwechslungsreiche Krankheitsbilder/Patienten
- eingermaßen gute Organisation seitens der LMU/Klinik
- Essen ist umsonst, man bekommt 500 Euro PJ Gehalt
- Arbeitszeiten (keine Dienste, flexibel gestaltbar)
- Stress während der Arbeit gering, man hat auf Station viele Freiheiten
- gutes Arbeitsklima

Contra:
- kaum Lehre (nur durch engagierte Stationsärzte)
- Mittagspause manchmal nicht möglich oder erst ab 15:00
- reine Stationsarbeit, man kommt nicht in die Diagnostik, Ambulanzen, Therapiegruppen; sehr viel Dokumentationsarbeit
- man bekommt so gut wie keinen Einblick in die Arbeit der Psychologen, da ich nur zu den Gruppentherapien gehen konnte
- Gratisessen ist echt nicht gut
- man bekommt das Gehalt erst nach etwa 2 Monaten ausbezahlt

Fazit:
Mein Wahltertial war wirklich gut und ich habe zum Großteil das bekommen, was ich mir erhofft habe: Einen breiten Einblick in die Psychiatrie und die ärztliche Arbeit auf einer Akutstation. Ich würde jedem meine Station uneingeschränkt weiterempfehlen und im Vergleich mit den anderen PJtlern auf anderen Stationen, hatte ich wohl auch die beste Station erwischt. Klar gibt es immer was zu meckern (keine Lehre, keine Möglichkeit in Ambulanzen zu rotieren , etc), aber insgesamt hatte ich eine tolle Zeit, aus der ich sowohl fachlich, als auch persönlich viel mitnehmen konnte.




Bewerbung
PJ-Portal
Unterricht
Kein Unterricht
Tätigkeiten
Blut abnehmen
EKGs
Punktionen
Patienten untersuchen
Briefe schreiben
Untersuchungen anmelden
Eigene Patienten betreuen
Patienten aufnehmen
Botengänge (Nichtärztl.)
Dienstbeginn
Nach 8:00 Uhr
Dienstende
16:00 bis 17:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Kleidung gestellt
Essen frei / billiger
Gehalt in EUR
500

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen des PJlers
2
Klinik insgesamt
2
Unterricht
5
Betreuung
2
Freizeit
2
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
1

Durchschnitt 1.67