PJ-Tertial HNO in Zentralklinikum Suhl (9/2022 bis 12/2022)

Station(en)
41
Einsatzbereiche
Diagnostik, OP, Station, Notaufnahme, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde
Heimatuni
Berlin
Kommentar
PJ im SRH Suhl HNO

Ein angenehmes Tertial! Aus eher niederen Beweggründen habe ich mich entschlossen für mein Wahltertial aus Berlin wegzugehen: ich habe in Suhl eine Wohnung zur Verfügung gestellt bekommen, einen Arbeitsweg von nur 300 Metern, eine Aufwandsentschädigung (427€) und man durfte Studientage sammeln und damit das PJ um 3 Wochen verkürzen. HNO ist ein abwechslungsreiches Fach mit vielen verschiedenen Möglichkeiten für das spätere Berufsleben. Da ich online gelesen habe, dass der Chefarzt der HNO auch PJ Beauftragter ist, hat das gut gepasst und mich in meiner Wahl bestärkt in der Hoffnung auch was zu lernen und nicht 5 Stunden Blut anzunehmen pro Tag. Ich wurde nicht enttäuscht, hilfreich war auch dass man sich hier wirklich um das PJ Logbuch gekümmert hat, damit ich möglichst alles mal sehe und mitmachen darf. Ich wurde schnell ins Team integriert, die Assistenten waren so lieb und immer bereit mir was zu erklären und mit mir Mittagessen zu gehen. Auch die Oberärzte haben hauptsächlich erklärt und nicht abgefragt. Und wenn der Chef abgefragt hat, dann nur damit man was lernt, bzw. wurden die Assistenten abgefragt und ich konnte zuhören. Die Arzthelferinnen und Schwestern waren fast alle sehr lieb und hilfsbereit. Als Blutentnahmedienst wurde ich NIE missbraucht. Und selbst obwohl ich früher nie Lust auf OP hatte, hat es mir hier richtig Spaß gemacht, die OPs gingen nicht so lange und ich durfte auch mal tackern, nähen, schneiden, kauterisieren.
Der Ablauf war wie folgt: 7 Uhr ( Mi 6:50 Uhr) Visite (Mo und Do Chefarzt Visite), 7:30 Morgenbesprechung, Nachbehandlung (v. a. Tumorpatienten), dann entweder OP oder Patientenaufnehmen, 12:30 Mittagessen, 13 Uhr Mittagsbesprechung mit Vorstellung aller Neuaufnahmen (für OÄ/CA). Nachmittags Sprechstunde/Briefe/Stationsarbeit/OP. Einmal in der Woche gab es PJ Unterricht (mittwochs). Irgendwie hab ich es häufiger geschafft doch länger als bis 15:30 zu bleiben, denn langweilig wurde es nie, und manchmal kann man schlecht gehen wenn gerade ein Patient ohnmächtig wird oder Nasenbluten bekommt oder man doch noch im OP steht. Dennoch war es nicht langwierig und gelegentlich ist man auch vorzeitig rausgekommen. In der Notaufnahme durfte ich Nasenbluter selbst versorgen und veröden.
Der Chefarzt hat mir ein HNO Buch geschenkt, dass ich sehr gut fürs M3 Lernen nutzen kann.

Nun zu ein paar kleineren Nachteilen: die kliniknahe WG hat keine Waschmaschine und stinkt nach etwas Zeit sehr nach Rauch, wahrscheinlich ehemals Raucherwohnung. Wir hatten fast einen Monat kein WLAN, das war wirklich nervig da man in der Klinik auch kein freies WLAN hat und man nicht mal eben zu McDonalds kann weil es das nicht gibt. Das Essen ist nur für Famulanten frei, nicht aber für PJler, das finde ich nicht gut. Habe aber ein paar Essensmarken von Famulanten bekommen. Wegen Krankheit hatte die Mensa mehrmals überraschend geschlossen und man hat kaum die Möglichkeit etwas zu besorgen, nur Lieferservice, bzw wurde ein Food Truck organisiert. Das Klinikum ist wirklich groß und man hat weite Wege, zum Beispiel zum Wäscheautomat, und das täglich weil man nur 2x Dienstleistung bekommt und wenn man Pech hat ist der Automat defekt oder die passende Größe nicht da. Alles ist noch sehr analog, die Kurven handschriftlich und ich hatte oft Probleme etwas zu entziffern bzw. die benötigten Unterlagen (z. B. zum Briefe schreiben) zu finden. Ein Telefon hat man nicht, man bekommt aber einen Pieper.
Anfangs hab ich mich etwas einsam in Suhl gefühlt, durfte aber eine Ärztin in Erfurt besuchen und habe Ausflüge mit der Wg unternommen, zum Schluss wurde es richtig nett auf dem Weihnachtsmarkt. Ich denke ein Auto wäre wirklich von Vorteil.

Also, insgesamt ein schönes Tertial und sehr zu empfehlen. Die Assistenzärzte fehlen mir schon ein bisschen, zum Abschied habe ich sogar ein kleines Geschenk erhalten. So viel Wertschätzung hab ich sonst noch nicht erhalten, ich bin froh in Suhl gelandet zu sein :)

(PS für Leute aus der Umgebung gibt es statt Wohnung eine Fahrtkostenpauschale bis 350 Euro)
Bewerbung
PJ Portal
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Patientenvorstellung
Sonst. Fortbildung
EKG
Repetitorien
Fallbesprechung
Tätigkeiten
Patienten untersuchen
Mitoperieren
Patienten aufnehmen
Briefe schreiben
Notaufnahme
Poliklinik
Braunülen legen
Dienstbeginn
Vor 7:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
1x / Woche frei
Tätigkeiten
Mittagessen regelmässig möglich
Kleidung gestellt
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Unterkunft gestellt

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
2
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
1
Unterricht
2
Betreuung
1
Freizeit
3
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
1

Durchschnitt 1.27