PJ-Tertial Allgemeinchirurgie in Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Wien (5/2022 bis 7/2022)

Station(en)
3
Einsatzbereiche
Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Station, OP
Heimatuni
TU Muenchen
Kommentar
Das BHS bedeutet große Chirurgie in kleinem Haus. Viele Eingriffe wie Hernien, Fisteln, Cholezystektomien oder Varizen-OPs werden ambulant operiert. Allerdings werden im Haus auch zweimal wöchentlich komplexe Tumorresektionen durchgeführt, die teilweise 6-7 Stunden mit zwei OP-Gebieten dauern. Man kann zum Zuschauengehen, doch am besten ist es sich darum zu kümmern, eine OP assistieren zu können. Wie man das am besten macht? Vor der Frühbesprechung OP-Plan checken und den Operateur sofort anhauen, dass man angerufen werden möchte. Denn was supercool ist, dass jede:r KPJler:in standardmäßig ein Telefon erhält, genauso wie den Zugang zu den Computern – am ersten Tag! Die PCs werden mit einer Schlüsselkarte entsperrt, man ist sofort überall eingeloggt, egal welchen Computer man nimmt. Das war wirklich beeindruckend, ich hatte ein so ergonomisches System bisher nirgendwo gesehen. Das BHS arbeitet dabei mit SAP und Meona (digitale Patientenkurve), beides Programme, bei denen man einiges lernt und Struktur beim Arbeiten bekommt. Arbeiten tut man nämlich wirklich hier: Im Prinzip sind die PJler für die Aufnahmen zuständig, gemeinsam mit 2-3 angestellten „Dauerfamulanten“ (=Studenten vor dem M2, Nebenjob) nimmt man am Tag 10-12 Patient:innen auf und übergibt diese nach Anlage Kurve und Brief an die Turnusärzte. Die sind sehr dankbar für die Unterstützung und die Stimmung an dem eher kleineren Haus ist sehr gut. Das Mittagessen ist klasse, kostet für alle 2,70€ (mit Suppe, Salat und Nachtisch). Die Kernarbeitszeit (da sollte man immer da sein) ist 7:30-13:30, danach ist es abhängig von OP oder sonstigen Aufgaben ob man länger bleiben möchte. Allerdings sind die Stationen immer sehr gut besetzt und man muss kein schlechtes Gewissen haben, wenn man den Nachmittag an der Oiden Donau verbringt…
PJ-Unterricht ist nicht wirklich etabliert, in 8 Wochen einmal und einmal ausgefallen. Die Fachärzt:innen sind aber super Ansprechpartner, für den OP muss man sich früh an. Von der Visite sieht man leider auch nichts, es sei denn man macht einen Dienst mit, das ist sehr zu empfehlen. Zu meiner Zeit war ein Zimmer von der Inneren gelegentlich frei, somit hatte ich ein kleines, charmantes 80er-Jahre Zimmer mit Bad.
Wer nach Wien geht muss aber immer wissen, dass es keine so ausgiebige Betreuung gibt wie in Deutschland. Der KPJler:in - wie es in Österreich heißt - ist eine bezahlte Arbeitskraft, und wenn man sich die Arbeitszeiten und den Lohn anschaut, definitiv ein fairer Deal. In Kombination mit dem ERASMUS-Geld kann man sich als Studierende:r hier tatsächlich selbst finanzieren. Schade, dass die österreichischen Unis nicht Platz für alle deutschen Studierenden haben, sonst müssten die in Deutschland endlich mal gleichziehen, wenn sie sehen, wie Ihnen die Felle davonschwimmen.
Die Klinik liegt mitten in der Stadt im 6. Bezirk unterhalb der großen Einkaufsmeile Mariahilfer Straße und nahe der bekannten Hipster-Pizzeria Disco Volante (8/10).
An alle Studis einer deutschen Uni: macht ein ERASMUS-Praktikum (Bewerbung für das SMP-Programm bis 4 Wochen vor Praktikumsbeginn)!
Bewerbung
kurz vorher, Geduld und wohl dosierte Penetranz sind gefragt!
Unterricht
Kein Unterricht
Tätigkeiten
Untersuchungen anmelden
Braunülen legen
Patienten aufnehmen
Patienten untersuchen
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
Vor 15:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Kleidung gestellt
Mittagessen regelmässig möglich
Essen frei / billiger
Gehalt in EUR
550
Gebühren in EUR
Mittagessen selber bezahlen (2,70 sehr günstig)

Noten

Team/Station
2
Kontakt zur Pflege
2
Ansehen des PJlers
2
Klinik insgesamt
2
Unterricht
6
Betreuung
4
Freizeit
1
Station / Einrichtung
2
Gesamtnote
3

Durchschnitt 2.67