PJ-Tertial Innere in St. Martini Krankenhaus (8/2006 bis 8/2006)

Station(en)
A1
Einsatzbereiche
Notaufnahme, Diagnostik
Heimatuni
Goettingen
Kommentar
Was waren meine Erwartungen?
- Stationsablauf kennenlernen
- Stationsmanagement erlernen durch Betreuung eigener Patienten
- durch gemischt internistische Stationen Examensvorbereitung beginnen
- Grundzüge der Sonographie erlernen
- Nachtdienstaufgaben kennenlernen

Was wollte ich vermeiden?
- nicht eingebunden zu sein in den Stationsablauf, Visiten ohne PJler
- nur Blutabnehmen ohne weiteres teaching

Wie war das PJ?
Ausgezeichnet. Ich hätte es mir nicht besser wünschen können. Natürlich hängt das immer vom Engagement der ausbildenden Ärzte ab und ich hatte das Glück von einem erfahrenen Assistenten in die (Krankenhaus-)welt der Inneren Medizin geführt zu werden. Mit Beginn des zweiten PJ Tages hatte ich meinen ersten eigenen Patienten und geduldig wurde ich täglich durch die Visiten geleitet und in die Stationsmechanismen eingeweiht. Die 1:1 Wissensweitergabe ist sicherlich effektiver als jede andere Lernmethode und ich habe in den 3,5 Monaten meines PJs dort mehr praktisches, verwertbares Wissen gelernt als in den Jahren davor.
Die Tage begannen mit der obligatorischen Blutabnahme gefolgt von der Frühbesprechung, in der die Aufnahmen des vorangegangenen Dienstes vom diensthabenden Arzt vorgestellt worden, hieran schloss sich die Röntgenbesprechung an in der vor allem Thorax Röntgenbilder von PJ Studenten und Assistenten befundet (und von Oberärzten und Chefarzt korrigiert) wurden. Dieser tägliche Thorax Röntgenkurs ist lehrreich für 1) die Examensvorbereitung (hat mir vor allem in meinem mündlichen Examen jedenfalls geholfen) und für 2) die Nachtdienste später. Danach folgte in der Regel eine kurze Frühstückspause (ah ja, die Verpflegung in Duderstadt ist im Vergleich zum Klinikumsessen grandios, hab 4 Kilo zugenommen beim täglichen all you can eat). Nachdem organisatorischer Kleinkram (Hausärzte anrufen, alte befunde abzeichnen) erledigt war begannen wir mit der Visite. Meinen anfangs einzigen eigenen Patienten sollte ich nun auch selber visitieren. Und damit begannen die Probleme. ;) Es gab so viele kleine Hindernisse: das richtige Lesen der Patientenkurve, das Extrahieren von Informationen aus der Patientenakte, warum ist der Patient eigentlich ins Krankenhaus gekommen, wie bringe ich die Aussagen des Patienten in Einklang mit den Daten aus der Akte, die sich zum Teil deutlich unterscheiden? Was haben wir bis jetzt diagnostisch und therapeutisch gemacht, was haben wir vor? Wo sind denn die Vorbefunde? Ja und dann muss man ja auch noch zum äußersten schreiten und den Patienten untersuchen und mit ihm sprechen. Ich war also überfordert. Ich hatte kein Konzept, keine Möglichkeit diese Flut von Informationen zu filtern, zu klassifizieren und dann auch noch organisiert zu handeln. Durch tägliches bedside teaching, eigenständiges visitieren und beobachten konnte ich dies nach und nach lernen. Jeder meiner Arztbriefe wurde korrigiert und mit mir besprochen. Jeden Tag musste ich meinen Patienten auf der Visite vorstellen (dadurch fielen die Oberarzt und Chefvisiten wo man auch seine Patienten vorstellt leichter, und es ist eine gute Übung fürs Examen).
Mit der Zeit wurden mir mehr Patienten, mehr Zimmer anvertraut, unter Supervision (der zuständige Assistenzarzt stand schräg hinter mir und schaute mir über die Schulter) konnte ich weitgehend selbstständig Patienten mit gemischt internistischen Krankheitsbildern betreuen. Das war sicherlich die wertvollste Erfahrung. Gute Fortbildungen gab es auch (2 mal die Woche), allerdings war die tägliche Fortbildung mit meinem Assistenten unersetzlich. Sehr lehrreich war auch die Zeit in der Notaufnahme, wo man als Erstuntersucher eine komplette Untersuchung mit Anamnese und Festlegen des weiteren Procederes durchführen sollte. Dadurch und durch die Teilnahme am Notarzteinsätzen lernte man schnelles strukturiertes, effizientes Vorgehen. Man gewöhnt sich ein bisschen an Notfallmedikamente und deren Dosierungen. Durch die Möglichkeit zur Teilnahme an Nachtdiensten war man mit ganz anderen ebenfalls interessanten und lehrreichen Problemen konfrontiert (Sturz aus dem Bett – Dokumentation, Insulingabe, Phenprocoumongabe, Reagieren auf PTT Werte bei therapeutischer Heparingabe usw.). Bei interessanten Sono Befunden wurde man gerufen und durfte einige Sonographien selber durchführen.
Das Zusammenarbeiten mit der Pflege war sehr herzlich und unkompliziert. Man kann sicherlich sagen, dass im St. Martini eine äußerst angenehme Arbeitsatmosphäre herrscht. Aufgrund der guten PJ Erfahrungen habe ich noch zwei Jahre als Assistenzarzt in Duderstadt verbracht und eine sehr schöne und lehrreiche Zeit erlebt. Die Kenntnisse, die man im PJ erwarb, haben sich ausgezahlt und waren eine ausgezeichnete Vorbereitung für das Assistenzarztleben. Danke und Grüße ans St. Martini.

Bewerbung
Ich habe mich ein halbes Jahr vorher schriftlich im St. Martini beworben.
Unterricht
2x / Woche
Inhalte
Prüfungsvorbereitung
EKG
Sonst. Fortbildung
Tätigkeiten
Briefe schreiben
Braunülen legen
Röntgenbesprechung
Blut abnehmen
Patienten untersuchen
Notaufnahme
Punktionen
EKGs
Botengänge (Nichtärztl.)
Untersuchungen anmelden
Eigene Patienten betreuen
Patienten aufnehmen
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
Gesammelt am Ende
Tätigkeiten
Essen frei / billiger
Kleidung gestellt
Mittagessen regelmässig möglich

Noten

Stimmung Station
1
Kontakt zur Pflege
1
PJler-Ansehen
1
Stimmung Klinik
1
Unterricht
1
Betreuung
1
Freizeit
1
Lehre auf Station
1
Insgesamt
1

Durchschnitt 1.00