PJ-Tertial Herz-/Gefäßchirurgie in Charite Campus Virchow (3/2022 bis 6/2022)

Station(en)
Herzchirurgie (w2i & w3)
Einsatzbereiche
Station, OP
Heimatuni
Berlin
Kommentar
Ich hab die Herzchirurgie als zweiten Teil meines Chirurgie-Tertials gewählt, weil ich kein Chirurg werden möchte und mir dachte, dass hier halbwegs spannende Operationen stattfinden. Das war auch der Fall, allerdings muss man wohl sagen, dass die Herzchirurgie in Berlin fest in der Hand von alten weißen Männern ist, die ihre Assistenten gnadenlos ausbeuten und die sich nur um ihre OPs kümmern und die Station als lästiges Anhängsel verstehen. Kann wirklich niemandem empfehlen hier seine Chirurgie-PJ-Zeit zu verbringen.
Gut war, dass die allermeisten Assistenten wirklich sehr nett waren. Es gab auch sog. Physician Assistents (PAs), die im Grunde wie bezahlte PJ’ler*innen arbeiten (Lucky them) und auch super nett waren.
Zwei der Assistenten auf der w3 haben sich auch wirklich sehr viel Zeit für Lehre genommen. Haben einem immer wieder Echo und Koro Befunde erklärt und auch im OP viel erklärt und zB Nähen beigebracht mit sehr viel Geduld. Man konnte alles nachfragen und auch der Ton war absolut respektvoll meistens. Allerdings ist man wirklich einfach nur der Mensch für die Drecksarbeit. Eigentlich muss man nur BEs und Aufnahmen machen. Alles andere ist ärztliche oder PA Aufgabe. Daraus folgt, dass man die meiste Zeit einfach nur dumm rumsitzt und sich langweilt. Haben auf der W3 jeden Tag ausgiebig Kaffee und Mittagspause gemacht weil sonst einfach nichts zu tun war. Früher gehen war aber auf der 3 auch nicht drin, weil um 13-15 Uhr kamen ja die Aufnahmen…
Dazu kommt, dass die neuen Assistent*innen als Anfanger*innen tatsächlich auf der w2i anfangen, also auf einer IMC. Das ist medizinisch so dermassen absurd, dass man eine Weile braucht bis man überhaupt checkt dass das so ist. Die OÄ kommen da trotzdem wenn überhaupt nur zu einer schnellen Visite, bei der es nur darum geht wann die Pat. verlegt werden können bzw. entlassen. Läuft etwas mal nicht wie geplant sind trotzdem natürlich die Assistent*innen schuld (die tlw. selber erst seit 3 Monaten überhaupt approbiert sind). Ausbildung oder gar Lehre passiert hier so gut wie gar nicht. Einer der Fachärzte hat mir erzählt, dass er 11(!!) Jahre für seinen FA gebraucht hat und das wohl nicht mal ungewöhnlich lange sei in Berlin. In diesen Jahren werden die hier derartig ausgebeutet, dass es mir komplett unbegreiflich ist, wie das überhaupt jemals jemand so lange durchhält. Ich kann euch nur empfehlen, geht woanders hin für euer PJ und erspart euch den Ärger.
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Nahtkurs
Sonst. Fortbildung
Tätigkeiten
Patienten untersuchen
Chirurgische Wundversorgung
Patienten aufnehmen
Untersuchungen anmelden
Rehas anmelden
Blut abnehmen
Botengänge (Nichtärztl.)
Braunülen legen
Briefe schreiben
Dienstbeginn
Vor 7:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
1x / Woche frei
Tätigkeiten
Kleidung gestellt
Essen frei / billiger
Mittagessen regelmässig möglich

Noten

Team/Station
2
Kontakt zur Pflege
3
Ansehen des PJlers
3
Klinik insgesamt
5
Unterricht
4
Betreuung
5
Freizeit
3
Station / Einrichtung
5
Gesamtnote
5

Durchschnitt 4.33