PJ-Tertial Kinderchirurgie in SMZ Ost Donauspital (11/2021 bis 3/2022)

Station(en)
Station, Ambulanz
Einsatzbereiche
Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, OP, Station
Heimatuni
Wien
Kommentar
Ich hatte mäßige bis sehr frustrierende 16 Wochen an dieser Abteilung. Insgesamt ist der Zusammenhalt im Team schlecht. Es gibt eindeutige Grüppchenbildungen und es wird sich viel über andere beschwert/gelästert und auch die medizinische Arbeit des jeweils anderen Oberarztes oder Assistenzarztes als unzulänglich dargestellt.
Einzelne Mitglieder des Teams sind sehr freundlich und versuchen auch zu erklären, jedoch ist auch die Lehre von den Oberärzten zu den Assistenzärzten nicht wirklich vorhanden. Zitat und Haltung der Oberärzte "Als ich Student/Turnusarzt/Assi war wurde mir auch nichts erklärt, außerdem hatten wir doppelt so viele Stunden die Woche, also beschwert euch nicht". Absolute Resistenz gegenüber konstruktiven Verbesserungsvorschlägen.
Nach 2 Tagen Zusehen in der Ambulanz wurde mir gesagt ich soll mir jetzt alleine Patienten anschauen. Natürlich schaut immer jemand drüber nachdem man die Anamnese gemacht hat, jedoch gibt derjenige meist nur Anweisung wie der Patient behandelt bzw. wohin überwiesen werden soll und ist dann wieder weg. Man hat wenig Möglichkeiten zu fragen wieso das so sein soll, was Differenzialdiagnosen wären ect.... Somit arbeitet man quasi die Patienten für den diensthabenden Oberarzt ab. Oder macht es um die Turnusärzte zu entlasten.
Da sich die Krankheitsbilder stark wiederholen und wenig wirklich akutes dabei ist kann man sich gut reinlesen und hat nach 4 Wochen dann schon eine gewisse Routine aufgebaut. Dann fängt es auch an Spaß zu machen. Am Anfang gibt es jedoch auch in den organisatorischen Ablauf keinerlei Einschulung, was zu langem Herumfragen und Warten führt.
Ansehen: Man wird nicht unfreundlich behandelt/angeschrien, man wird aber auch nicht ins Team integriert. Man ist wie die Turnusärzte mehr oder weniger austauschbarer Mitarbeiter. Manchmal hat man Glück und ein Arzt nimmt sich kurz Zeit. Nach 14 Wochen PJ wurde ich von einem Arzt mit dem ich 4 Wochen in der Ambulanz eingeteilt war nach meinem Namen gefragt.
Unterricht: Kein fachspezifischer Unterricht, die Abteilung macht keinerlei interne Fortbildungen. Zahlreiche Fortbildungen von den Turnusärztevertretern für Studenten und Turnusärzte des ganzen Hauses.
Freizeit: Man muss jeden Tag Anwesenheitszeiten eintragen, 07:30-13:30. Wenn man aber erst um 9 nach der Morgenbespr. kommt und um 11 wieder geht fällt das wohl auch keinem auf. Habe das selbst aber nie so gemacht. Zeitausgleich und Urlaub muss man nur rechtzeitig eintragen, ist kein Problem.
Betreuung: Es gibt zwar einen offiziell betreuenden Oberarzt, der sich jedoch im Alltag wenig um euch schert, dann aber am Ende des Tertials jeden Fall aus der KPJ Mappe mit euch besprechen möchte und dabei auch "sicher geht", dass ihr all diese Patienten selbst behandelt habt und dann auch Unterschriften verweigert, wenn dem nicht so war. Ich habe mir meine Unterschriften von jemand anderem geholt und denjenigen dann als Mentor eingetragen. Ist nicht aufgefallen. Sonst keine direkten Ansprechpartner.
Ambulanz: Man ist 4 Wochen pro 8 Wochen bzw. 8 Wochen pro 16 Wochen in der Ambulanz eingeteilt, Rest auf Station. Man kann sich allein Patienten anschauen und dann eben einen Arzt dazuholen. Die sind mal mehr und mal weniger willig.
Station: Briefe, Briefe, Briefe. Wenn man fertig ist kann man in die Ambulanz gehen. Station 44 würde ich empfehlen, da hier die eher komplexeren Fälle liegen.
OP: Man kann jederzeit zuschauen gehen. Es wird nichts erklärt, aber man wird auch nie weggeschickt. Je nach Operateur ist Fragen stellen möglich.
Zum Assistieren wird man für kleine elektive Eingriffe eingeteilt. Circumcision, Hernie, Hodenhochstand, Entfernung von Hautanhangsgebilden.

Fazit:
Eine sehr durchschnittliche Abteilung mit schlechtem Arbeitsklima. Wenn man kein chirurgisches Interesse hat, einfach möglichst wenig tun will und Kinder mag, dann ist man hier genau richtig.
Wenn man sehr interessiert ist, ist es möglich sich an einen Oberarzt dranzuhängen und dann viel zu sehen. Aber wenn man wirklich interessiert ist dann würde ich einfach eine andere Abteilung empfehlen. Kinderchirurgie in Linz soll super sein.
Im November kam ein neuer Chefarzt an die Abteilung, der sehr viel und gerne erklärt und versucht das Team wieder etwas zusammenzuführen. Vielleicht wird sich in den nächsten Jahren ja etwas verbessern.
Bewerbung
1 1/2 Jahre vorher, geht aber auch kurzfristiger
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Sonst. Fortbildung
Tätigkeiten
Briefe schreiben
Röntgenbesprechung
Untersuchungen anmelden
Botengänge (Nichtärztl.)
Patienten aufnehmen
Patienten untersuchen
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
Vor 15:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Essen frei / billiger
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Mittagessen regelmässig möglich
Gehalt in EUR
650

Noten

Team/Station
4
Kontakt zur Pflege
3
Ansehen des PJlers
3
Klinik insgesamt
2
Unterricht
4
Betreuung
5
Freizeit
1
Station / Einrichtung
2
Gesamtnote
4

Durchschnitt 3.2